Essen Aus Langeweile Abgewöhnen

Da stimmt doch etwas nicht, wenn man nur so vor sich hin isst, weil einem langweilig ist! Wenn genau genommen gar kein richtiger Hunger da ist und nur gegessen wird, weil es keine Anreize gibt, die interessant sind und den Geist beschäftigen.

Es klingt wie ein Luxusproblem, aber tatsächlich muss man sich das Essen aus Langeweile abgewöhnen, denn es ist eine sehr verschwenderische Form der Ernährung, die genau dann auf einen zurückfällt, wenn man zu viel gegessen hat und später wieder abnehmen muss.

Ich zeige Wege auf, wie man sich das Essen aus Langeweile abgewöhnen kann und was man beachten sollte, damit so etwas nicht ständig vorkommt.


Schritt 1: Sättigung sicherstellen


Essen aus Langeweile
Lieber richtig essen als aus Langeweile

Selbst gelangweiltes Herumknabbern endet spätestens dann, wenn man pappsatt ist. Nicht nur in diesem Szenario, sondern generell und besonders beim Abnehmen empfehle ich, dass man seine Ernährung mit Ballaststoffen ergänzt. Damit meine ich aber nicht einfach nur Ballaststoffe aus Obst und Gemüse, sondern ganz gezielte ballaststoffreiche Lebensmittel, die schon in Mengen von 2-3 Esslöffel für eine sehr hohe Sättigungsrate sorgen.

Es gibt diese Stoffe meistens in Pulverform. Beispiele dafür sind Kartoffelfasern, Dinkelkleie oder Flohsamenschalenpulver. Die Anwendung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, entweder in eine normale Mahlzeit hineingemischt oder sogar gesondert als Getränkegemisch (1 Glas Wasser mit 3 Esslöffeln Ballaststoffe). Wenn man satt wird, bevor einem langweilig wird, ist der Einfluss des Langeweile-Essens schon deutlich gemindert. Sowieso ist es sinnvoll, klar zeitlich geregelte Mahlzeiten einzunehmen, denn besonders an Wochenenden hat man viel Zeit, sich zu langweilen und mit Süßigkeiten vollzustopfen, wenn man nicht in die Küche geht und sich etwas Ordentliches zu essen macht.

Natürlich ist es außerdem wichtig, das Essen gut zu organisieren. Bevor man aus Langeweile isst, sollte man vielleicht in die Küche gehen und ordentlich kochen. Ansonsten greift man nämlich aus Faulheit (die in gewisser Weise mit Langeweile verwandt sein kann) zu fertigen Essmöglichkeiten wie Snacks.


Schritt 2: Essen als Genuss verstehen



Ich empfinde es als eines der größten und tragischsten Missverständnisse, dass manche Menschen so gelangweilt sind, dass sie deshalb ständig etwas essen müssen. Das ist ziemlich schade, denn man kann die Sache ja auch so herum betrachten: Pro Tag können wir nur wenige Mahlzeiten essen, bis wir voll sind und platzen, und es gibt so viele tolle Rezepte da draußen, von denen man ja nur sehr wenige pro Tag ausprobieren kann. Meistens wird nur einmal pro Tag richtig gekocht, also sollte man diese Chance nutzen. Selbst wenn man sich für Frühstück und Abendessen ein paar leckere Sachen überlegt, zum Beispiel frische Kräuter statt einfach nur Aufstrich, bleiben insgesamt immer noch sehr wenig Möglichkeiten für echten Genuss.

Gleichzeitig hat der Körper Bedürfnisse, und oft ist naschen, weil einem langweilig ist, eine Warnung des Körpers. Es gibt für viele Geschmacksrichtungen auch Bedarfe. Der Körper braucht Salz, also fragt er nach Salzstangen oder gesalzenen Nüssen, er hat Bedarf nach saurem, süßem, deftigem Essen, all das hat tiefer liegende Ursachen, die etwas mit der Versorgung des Körpers zu tun haben. Wenn ich merke, dass ich andauernd Lust auf gesalzene Brezeln habe, koche ich mir stattdessen eine richtig gut gesalzene Mahlzeit!

Es geht hier um mehr als Sättigung. Es geht darum, Signale des Körpers zu erkennen. Wenn alle Bedürfnisse befriedigt sind, sorgt selbst ein langweiliger Tag nicht dafür, dass wir extra Nahrung zu uns nehmen müssen!

In diesem Zusammenhang finde ich es persönlich und aus eigener Erfahrung immer wieder interessant, zu beobachten, dass schon ein einzelner Tag des Fastens dafür sorgt, dass ich sogar Grünzeug wie Salate genießen kann. Im Umkehrschluss bemerke ich wiederum, dass zu viel Schokolade dafür sorgt, dass ich einzelne Bissen gar nicht mehr genießen kann. Es gibt also eine geschmackliche Balance, die sich daraus ergibt, ob wir im Überfluss leben oder uns schon lange zurück gehalten haben. Genuss wird dadurch mitbestimmt.


Schritt 3: Abwechslung suchen



Der wichtigste Schritt, um sich essen aus Langeweile abgewöhnen zu können, ist es, den Alltag abwechslungsreicher zu gestalten. Das muss auch gar nicht mit besonderen Anstrengungen verbunden sein. Gelangweilt zu sein bedeutet ja, dass man viel Zeit zur Verfügung hat, aber nicht weiß, was man damit anfangen soll. In Anbetracht einer begrenzten Lebenszeit ist das ziemlich schade!

Häufig ist es aber auch so, dass die Langeweile unbewusst in unser Leben tritt. Vielleicht war es ja vorher nicht so langweilig, aber unsere Verhaltensmuster haben sich abgenutzt. Das Hobby, was vor einem Jahr noch spannend war, ist zur langatmigen Routine oder Last geworden. Die Fernsehserie, die ich mir anschaue, gucke ich mir eigentlich nur aus Zwang an, weil ich eine Sache, die ich anfange, zu Ende bringen muss. Auch so etwas kann langweilig sein.

Manchmal muss etwas Neues her. Wer Videospiele mag, sollte sich auch mal ein neues kaufen. Wer gerne Musik macht, sollte mal neue Stilrichtungen ausprobieren. Und selbst die Beschäftigung mit einer zukünftigen Freude, wie der nächste Urlaubsplan, kann schon Langeweile beenden.

Das Leben ist zu kurz, um sich zu langweilen. Dann noch vor sich hin zu fressen, weil einem nichts besseres einfällt, ist ein Signal, dass wir mehr aus uns machen können!

Man möge sich übrigens an solche Situationen erinnern, als man von einem neuen Hobby so in Beschlag genommen war, dass man stundenlang nichts gegessen hat. Auch das gibt es! Und es ist das Gegenteil von Essen aus Langeweile!


Fazit



Wie kann man sich also Essen aus Langeweile abgewöhnen? Indem man dafür sorgt, dass der Körper Essen ablehnt, und indem man sich abwechslungsreiche Hobbys anschafft. Je intensiver und abwechslungsreicher die Freizeit gestaltet wird, umso weniger verschwendet man überhaupt Gedanken ans Essen. Manchmal ist man so sehr mit einem spannenden Hobby beschäftigt, dass man erst mit knurrendem Magen merkt, dass man wieder etwas zu sich nehmen sollte.

Aus meiner Sicht geht es gar nicht so sehr um Ernährung, sondern viel mehr darum, Langeweile zu bekämpfen und zu besiegen. Im Gegensatz zu den meisten Ratschlägen im Bereich des Abnehmens hat man bei Langeweile aber einen Vorteil: Da kann jeder selbst entscheiden, wie er sie am liebsten los wird!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweise zu den Kommentaren:

-bitte nur konstruktive und nicht zynische, böswillige oder ähnliche Kommentare. Ich bin auch nur ein Mensch.
-auch gut gemeinte Kommentare werden eventuell nicht veröffentlicht, wenn eine kommerzielle Absicht erkannt wird (Backlinks, gepostete Adressen).
-die Freischaltung kann eine Weile dauern.

Plugin für ähnliche Posts bei WordPress, Blogger...