Eissucht - Was Tun?

Süchtig nach Eis? Was tun? Ich kenne das Problem aus sehr stressigen Phasen in meinem Leben. Eiscreme gehört ja zu den leckersten Speisen, die es überhaupt gibt, und wenn man im Sommer viel Stress um die Ohren hat, erscheint es umso erfrischender, wenn man sich mit Eis aufs Sofa setzt und diese köstliche Erfrischung genießt.

Unangenehm wird es, wenn sich Eiscreme auf der Waage bemerkbar macht. Der übermäßige Genuss von Eis kann auch zu Eissucht führen, also einer dauerhaften Sucht und Abhängigkeit nach Eis. Was kann man tun, was sind die Ursachen und wie kann man eine solche Eiscreme-Sucht wirksam vermeiden, bekämpfen und besiegen?


Der Weg zur Eissucht


Eissucht
Eis kann süchtig machen / Quelle: Pixabay / Creative Commons

Eissüchtig wird man nicht von einem Tag zum anderen, oder vielleicht doch? Zumindest beginnt die Sucht meistens damit, dass man im Supermarkt oder beim Eisverkäuft auf die Idee kommt, sich eine Portion zu besorgen. Eis ist ja in gewisser Weise eine kalte, erfrischende Süßigkeit. Sozusagen eine kühle Alternative zu Schokolade oder anderen Süßigkeiten, je nach Geschmacksrichtung.

Weil es so viele Sorten gibt, kann Eis praktisch jedes Lebensmittel ersetzen, dessen Geschmackssorte es imitiert. Mango-Eis ersetzt Mangos, Nusseis ist viel leckerer als die entsprechenden Nüsse selbst und Schokoladeneis, welches es noch in ganz speziellen Abstufungen und cremigen Variationen gibt, ist in vielen Situationen eben doch beliebter als einfach nur eine Tafel Schokolade.

Eine Eissucht entsteht oft dann, wenn starke Bedürfnisse entstehen. Das kann Stress sein, aber es kommen dann noch weitere Faktoren hinzu.

3 Dinge sprechen für eine Eissucht:


  • Eis ist sowohl fettreich als auch kohlenhydratreich und hat damit viele Kalorien, also auch viel Energie - gerade in Stressphasen fragt der Körper verstärkt nach Energie
  • Zucker macht von sich aus schon abhängig, da steht Eiscreme anderen Süßigkeiten in nichts nach
  • Die besondere Frische und Kälte von Eis kann beruhigend wirken, besonders natürlich in heißen Sommermonaten, aber auch, wenn man gestresst nach Hause kommt, was vom Körper als Hitze (Schwitzen, erhöhter Puls usw.) interpretiert werden kann


Besonders der erste der genannten Punkte ist entscheidend. Es gibt Süßigkeiten und Snacks, die zu einem großen Teil hauptsächlich aus Kohlenhydraten bestehen und wenig Fett haben. Manche Naschereien haben aber zusätzlich noch viel Fett, und diese Mischung aus Zucker und Fett hat zwei Folgen. Zum Einen sorgt sie für ein hohes Maß an Zufriedenheit, zum Anderen macht sie dick. Denn die Kohlenhydrate lassen das Hormon Insulin auf den Körper los, welches dafür sorgt, dass Energie aus der Blutbahn in die Fettzellen geschleust wird. Dass außerdem gerade Fett im Umlauf ist, sorgt dann natürlich dafür, dass umso mehr Hüftgold angesetzt wird.

Dass Eiscreme außerdem noch sehr cremig und zart ist, spricht natürlich auch Bände. All das zusammen macht Eis natürlich unwiderstehlich, und wie ich gerade beschrieben habe, kann man in Stressphasen schnell eine Sucht nach Eiscreme entwickeln. Man kauft dann einfach instinktiv bei jedem Supermarktbesuch Eis ein.

Interessant ist übrigens, dass eine Studie aus London herausgefunden hat, dass Eis so süchtig machen kann wie Drogen. Man wird also de facto drogensüchtig, wenn man eissüchtig wird.


Ursachen von Eissucht



Ich möchte jetzt nicht nur von Stress als Ursache dieser Sucht sprechen, sondern noch genauer in die Ursachen einsteigen. Natürlich ist Stress ein wichtiger Faktor, aber man sollte auch darauf achten, was der Körper mit dem Verlangen nach Eis eigentlich ausdrücken will.

Eine Sache, auf die ich in Zusammenhang mit Süßigkeitensucht immer wieder zu sprechen komme, ist ein Serotoninmangel. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der uns ruhig und souverän macht. Die Grundlage für diesen Neurotransmitter ist eine Aminosäure namens Tryptophan, die sehr selten ist und nur in geringen Mengen in Nahrung vorkommt.

Bizarrerweise sind Süßigkeiten und Eis keine besonders gute Quelle hierfür, aber durch einen Effekt der Natur kann der Serotoninspiegel kurzzeitig erhöht werden, wenn wir Süßes und Eiscreme essen. Das von mir schon erwähnte Insulin hat nämlich noch andere Effekte, es zieht konkurrierende Aminosäuren aus dem Blutkreislauf heraus in die Muskeln, so dass Trypotphan übrig bleibt und direkten Zugang zum Gehirn hat, wo es dann als Serotonin wirken kann. Das ist einer der Gründe dafür, warum wir gerne naschen.

Wenn allerdings die Bestände an Tryptophan sehr niedrig sind, wird man unter anderem zum Eiscreme-Junkie und muss sich von einem Hoch zum nächsten Fressen. Besser ist es, sich darüber zu informieren, wie man den Serotoninspiegel erhöhen kann.

Zu den Ursachen der Eiscremesucht kann also auch gehören, dass man einfach einen Mangel an Stoffen hat, die einen ausgeglichen machen. Und das führt dann zu Stress, der zu einer Sucht nach Eis führt.


Eissucht beseitigen und besiegen



Das Loswerden der Eissucht ist erst einmal schwierig. Eine große Hilfe kann es sein, wenn man zunächst einmal ein Brainstorming durchführt und sich überlegt, was es sonst noch an leckerem Essen gibt. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch neben ungesunden Lieblingsessen auch Lieblingsgerichte hat, die einigermaßen gesund sind. Der eine mag bestimmte Salate, der andere mag ein bestimmtes Fischgericht, wieder jemand anders liebt Tomaten und Mozzarella. Solange es deutlich gesünder als Eiscreme ist, sollte man überlegen, ob man etwas Zeit in die Küche investiert und dort mehr gesündere Mahlzeiten zubereitet. Es geht dabei nicht darum, eine langweilige, mega-gesunde Ernährung anzustreben, sondern von der Eis-Abhängigkeit wegzukommen, ohne den Genuss zu geißeln.

Ebenfalls möglich ist es, die Angewohnheiten beim Einkaufen zu ändern. Gerade der Kauf von Süßigkeiten und Eis ist meistens sehr impulsiv und erfolgt bei vielen Leuten direkt nach der Arbeit auf dem Weg nach Hause. Es ist möglich, dass man sich angewöhnt, nur einmal pro Woche einzukaufen. Als Kompromiss könnte man festlegen, dass man so viel Eis kauft, dass man jeden Tag eine kleine Portion als Nachtisch bereit hat. Wenn man dann doch alles auf einmal verzehrt, wird nicht noch einmal eingekauft.

Der einmalige Einkauf pro Woche hat den Vorteil, dass man insgesamt mehr Freizeit hat, die man dann zum Entspannen nutzen kann. Diesen Vorteil sollte man sich vor Augen halten und sich damit motivieren und ablenken.

Insgesamt lohnt sich auch ein Umstieg auf Obst. Mir ist klar, dass Obst anstelle von Süßigkeiten für viele Menschen ein abgedroschenes Klischee ist, aber auch dieser Umstieg ist eine effektive Methode, um Eissucht vermeiden und loswerden zu können. Inzwischen gibt es in Supermärkten sogar tiefgekühlte Obststücke, teilweise sogar bunt gemischt. Und wer noch einen Schritt weiter gehen will, liest meinen Artikel über Smoothie-Mixer und prüft für sich, ob ein eisgekühlter Frucht-Smoothie vielleicht sogar besser ist als Eis.

Darüber hinaus kann man sogar Low-Carb-Eiscreme herstellen. Das wäre dann eine Alternative zu normalem Eis. Der Vorteil davon ist, dass die Aufnahme kohlenhydratreduzierter Lebensmittel weniger Blutzuckerschwankungen hervorruft. Sicher eine Option, über die man nachdenken kann.

Wer sich gar nicht kontrollieren kann, aber jeden Tag etwas Süßes naschen möchte (und zwar wenigstens echte Süßigkeiten), der könnte über die Anschaffung eines K-Safe nachdenken. Damit lassen sich Süßigkeiten mit einem Zeitschloss versehen, so dass man sich zum Beispiel einmal pro Tag eine Süßigkeit nehmen könnte. Der K-Safe eignet sich allerdings mehr für die Lagerung bei Zimmertemperatur.


Fazit



Es gibt viele kreative Wege, um Eissucht zu vermeiden und zu beseitigen. Ich möchte allerdings zum Abschluss noch sagen, dass mir klar ist, wie schwierig ist manchmal ist, sich von Gewohnheiten zu trennen. Auf meinem Blog beschäftige ich mich nun schon seit Jahren mit Ernährung, auch sehr viel mit Abhängigkeiten, und Eiscreme gehört zu den Lebensmitteln, die durch viel Zucker und viel Energie immer wieder vom Körper gerne genommen werden. Wenn ich unter Abhängigkeiten dieser Art leide, mache ich es oft so, dass ich für zwei Wochen radikal auf Kohlenhydrate verzichte. Es gibt dann in dieser Zeit eben nur kohlenhydratfreie oder stark kohlenhydratarme Lebensmittel wie Kaffee, Low-Carb-Eiweißshakes mit sehr wenig Milch, viele Salate, Fleisch, Fisch, energiearmes Gemüse. Wenn man sich von solch einer Sucht komplett befreit hat, hat man eine Umgewöhnung hinter sich, die einen frei macht. Der Umgewöhnungsprozess erscheint oft qualvoll, wenn er aber überstanden ist, gibt es keine Sucht mehr. Das gilt genau so auch für die Eissucht, nur leider glaubt es keiner, bis er es erlebt hat.

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