Abnehmstress Loswerden!

Abnehmen wird zur Tortur, wenn es stressig wird. Auf Dauer funktioniert Gewichtsverlust unter Abnehmstress nicht. Doch woher kommt dieser Stress und wie kann man ihn vermeiden?


Abnehmstress - Was tun?


Abnehmstress
image courtesy of marcolm / freedigitalphotos.net

Ich habe schon viele Jahre Kampf mit dem Gewicht hinter mir. Es gibt Zeiten, da läuft es gut, und manchmal gibt es Zeiten, da läuft alles schlecht. Oft liegen Jahre dazwischen, in denen alles in Ordnung ist.

Abnehmstress hat viel mit Psychologie zu tun, aber auch mit körperlichen Ursachen der Ernährungsumstellung. Man kann diese beiden Hauptursachen abmildern, indem man die Ernährung auf einen milden aber stetigen Gewichtsverlust umstellt. Dadurch macht man sich nicht zu viel Druck, muss aber den Grundstein dafür legen, dass der Gewichtsverlust Woche für Woche konstant bleibt, da man sonst Frust erlebt.

Gehen wir diese beiden Ursachen der Reihe nach an:

Psychologischer Abnehmstress


Mental gestresst zu sein, rührt oft daher, dass man sich selbst unter Druck setzt. Man möchte einen bestimmten Gewichtsverlust in einer vorgegebenen Zeit erreichen. Hinzu kommt, dass viele Leute sehr oft auf die Waage steigen, manchmal sogar jeden Tag. Genau das sorgt für eine Hektik und ständige Alarmbereitschaft, denn jeden Morgen erwartet man möglicherweise stetige und erkennbare Gewichtsveränderungen, hat aber auch Angst vor der nächsten Hiobsbotschaft.

Dabei ist diese Art von Abnehmstress vollkommen unnötig und sinnlos. Man kann das Körpergewicht nicht auf sinnbringende Weise von Tag zu Tag vergleichen. Das würde nämlich voraussetzen, dass man jeden Tag exakt gleichartige Nahrung isst, diese Nahrung jeden Tag abwiegt, und irgendwie dafür sorgt, dass man das dann mit dem Stuhlgang abgleicht. Ich glaube nicht, dass jemand Lust darauf hat.

Sinnvoller und stressfreier ist es, einmal pro Woche auf die Waage zu steigen, immer am selben Wochentag, nach dem Aufstehen und dem ersten Toilettengang. Dadurch entstehen wirklich vergleichbare Ergebnisse und man braucht sich während der Woche keine Gedanken über den Gewichtsverlauf machen. Wer sich zusätzlich Stress sparen will, verzichtet außerdem auf eine Zettelwirtschaft und kauft sich gleich eine Waage, die Daten direkt aufs Handy liefert, wie es der Withings Body Analyzer macht.

Zu dieser Waage habe ich einen Erfahrungsbericht geschrieben, für alle, die mehr wissen möchten.

Natürlich ist die Abnehmrate ein entscheidender Faktor für Abnehmstress. Je mehr man erreichen will, desto mehr muss man dafür tun oder, im  Fall von Essen, nicht tun. Das hat dann zusätzlichen Einfluss auf die körperlichen Stressfaktoren, die wir noch besprechen werden. In jedem Fall ist es schlau, sich selbst nicht zu viel zuzumuten, denn ein Einbruch bei der Abnehmrate sorgt dafür, dass man in den Folgewochen noch mehr Druck empfindet, weil man verlorene Zeit aufholen will. All diese Dinge spielen sich aber nur im Kopf ab und wären mit ein bisschen mehr Toleranz sich selbst gegenüber gar nicht so schlimm.

Körperlicher Abnehmstress


Stress kann auch in physiologischer Weise manifest werden. Es gibt einige einfache Beispiele. Bei einer Ernährungsumstellung kann es vorkommen, dass man bei Verzicht auf Kohlenhydrate (oder Verringerung der Nahrungszufuhr) einige Schwächeperioden erlebt, in denen einem schwarz vor Augen wird, man wenig Kraft für den Alltag hat oder sogar nervös und zittrig wird. Das sind echte körperliche Ursachen, die man ernst nehmen muss. Abhilfe kann ein Kompromiss in der Ernährung schaffen, beispielsweise Obst für Notfälle.

Daneben gibt es noch etwas subtilere Formen von körperlichem Abnehmstress. Es scheint so, als ob der Körper innerlich Buch darüber führt, was man am Tag alles so isst, und dass es manchmal zu großem Verlangen nach Essen kommt, wenn die Kalorienzahl weit nach unten gelegt wurde. In der Wissenschaft spricht man hier von der Set-Point-Theorie, die besagt, dass ein Körper in der Regel sein Ausgangsgewicht halten möchte und den Drang nach Essen entsprechend anpasst.

Beim Abnehmen kann es außerdem noch mehr als sonst im Leben vorkommen, dass wir Mangelerscheinungen entwickeln, weil die Diät nicht gesund genug ist oder die Nahrungsaufnahme bestimmte Mängel nicht abdeckt. Viele Situationen, in denen wir körperlich dazu gedrängt werden, bestimmte Lebensmittel zu essen, sind daher ebenfalls als körperlicher Abnehmstress einzuordnen. Die Sucht nach Schokolade kann zum Beispiel auf einen Serotoninmangel zurückzuführen sein. Es ist erstaunlich, wie man diesen Stress beseitigen und überwinden kann, wenn man ihn einmal aus Sicht der Nahrungsergänzung betrachtet.


Abnehmstress wirksam bekämpfen



Um sowohl den physischen als auch psychischen Stress bei Gewichtsverlust loswerden zu können, eignet sich eine gesunde Ernährung und innere Ausgeglichenheit. Das ist aber nicht alles. Man darf auch nicht zu sehr gegen den Strom schwimmen, indem man gegen den Körper kämpft. Das war für mich persönlich in meinen vieljährigen Erfahrungen oft ein Problem. Wann auch immer ich mir Dinge gesagt habe wie "ich besiege meinen Körper", ging die Sache nie gut aus.

Willenskraft allein ist beim Abnehmen sowieso nicht ausreichend. Auch die Diätmethode ist wichtig, denn viele Leute setzen sich unnötig unter Stress, indem sie falsch abnehmen, zum Beispiel durch reines Kalorienzählen ohne jegliches Hintergrundwissen zu den Nährstoffen, die Kalorien ausmachen. Ich habe auf diesem Blog schon viel geschrieben über dieses Problem, wer es einfacher und in einem Buch haben möchte, dem empfehle ich Die Neue Diät von Dr. Strunz. Ein Buch, welches auch mich auf den richtigen Weg gebracht hat.

Wissen erspart Stress. Man kann hier leicht eine Analogie zum Bodybuilding herstellen. Die meisten Menschen können sich vorstellen, dass Muskelaufbau unglaublich anstrengend und psychologisch vernichtend wirkt, wenn man ohne Vorwissen an die Sache herangeht. Bei jeder Trainingseinheit fragt man sich: "Mache ich es überhaupt richtig? Lohnt sich der Aufwand? Wie viel Prozent meiner Anstrengung wird verschwendet, weil ich nicht genau weiß, wie man es am besten macht?". Genau so ist es beim Abnehmen auch!

Meine schlimmste Zeit beim Abnehmen hatte ich, als ich Kalorien gezählt habe und mich wunderte, warum zusätzlicher Sport bei mir keine Wirkung hatte. Jetzt weiß ich vieles mehr und teile meine Erkenntnisse auf diesem Blog. Es ist deutlich einfacher, mit Wissen abzunehmen, als ohne Wissen blind ins Verderben zu rennen. Nicht immer ist "mehr Leiden" mit "mehr Erfolg" verbunden. Oft rackert man sich umsonst ab.

Die Lösung für mich ist: Wenn ich richtig gut drauf bin, mache ich auch mal eine anstrengende Abnehmwoche, in der ich mir strenge Regeln auferlege. Das tue ich aber nur kurzfristig, um mich zu motivieren und anzusporenen und einen schnellen Erfolg auf dem Weg zum Wunschgewicht zu erreichen. Ansonsten begnüge ich mich mit einem Zielwert von einem Kilo pro Woche, wobei weniger auch in Ordnung ist, solange die Tendenz in die richtige Richtung geht.

Sobald das Zielgewicht erreicht ist, muss man es nur noch halten, was weitaus angenehmer ist. Auf Dauer kommt es sehr oft vor, dass man dann irgendwann im Laufe der Monate langsam wieder Gewicht zulegt, deshalb ist Abnehmen irgendwie phasenweise immer ein Thema, eben ein Auf und Ab, aber nichts, weswegen man sich ärgern sollte.


Fazit



Insgesamt sehe ich Abnehmstress als etwas an, was man in den Griff kriegen sollte, vor allem dadurch, dass man die eigenen Erwartungen realistisch hält. Es stimmt zwar, dass man innerhalb von einer Woche 7 Kilo abnehmen kann (habe ich selbst erlebt), das sind aber nur Ausnahmeerscheinungen, die nichts mit langfristigem Gewichtsverlust und Gewicht halten zu tun haben!

Auch wenn ich manchmal auf meinem Blog über schnelle, knackige Diäten spreche, mit denen man in einer Woche viel erreichen kann, so macht es doch im Kampf gegen Abnehmstress mehr Sinn, das große Ganze im Auge zu behalten und vielleicht mal in Quartalen abzunehmen als immer nur in Wochen. An sich ist alles nur halb so wild, wenn man mit sich selbst sorgsam und tolerant umgeht und vor allem das Hintergrundwissen hat, mit dem alles viel einfacher wird.

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