Emotionales Essverhalten Stoppen Und Heilen

Wie kann man Emotionales Essverhalten kontrollieren, falls das überhaupt möglich ist? Wie erklärt sich emotionales Essen und kann man es heilen? Eine schwierige Frage, aber sicher haben schon viele Menschen damit Erfahrungen gemacht und können diese am Ende dieses Artikels anderen mitteilen. Ich möchte meine eigene Sichtweise hierzu in den folgenden Abschnitten präsentieren.


Was ist emotionales Essverhalten?


Emotionales Essverhalten
Ungesteuertes Essen kann zum Problem werden

Jeder kennt die Situation wahrscheinlich, dass er nach Hause kommt und mit einer ungeheuren Ladung aus Frust, Eifer und Ungeduld (oder anderen Emotionen) in hastig zubereitetes Essen beißt. Oft kauft man sich sogar auf dem Weg ein belegtes Brötchen oder andere schnelle Mahlzeiten.

Seltsamerweise ist es so, dass man sich dann zu anderen Tageszeiten Vorwürfe macht. Morgens zum Beispiel ist es bei mir so, dass ich sehr rational denke und überlege, wie ich eigentlich relativ einfach abnehmen könnte, wenn ich nur dieses und jenes beachte. Je später es dann aber wird, desto mehr steigt das Verlangen nach leckerem, schnellem Essen. Die Gefühle übernehmen die Kontrolle über das Verhalten.

Zum Abend hin kommt dann meistens noch eine Welle auf einen zu. Selbst, wenn man es bis in den späten Nachmittag geschafft hat, eine Diät einzuhalten, kann in den Abendstunden noch ein überfallartiger Appetitanstieg aufkommen. Die Lust nach Süßem kann dann ebenfalls besonders groß sein.

Emotionales Essen ist also ein instinktives Verhalten, bei dem der Verstand nur die zweite Geige spielt. Gefühlsgesteuertes Verhalten steht im Vordergrund und bestimmt, was und wie viel wir essen.

Eine ziemlich kristallklare Definition für emotionales Essverhalten liefert übrigens Kristina Herber in ihrer Dissertation an der Uni Würzburg, in welcher sie schildert, dass emotionale Esser eher Nahrung verzehren, als sich mit den emotionalen Ursachen und Zuständen zu beschäftigen. Nahrung wird also zum Ersatz dafür, dass man sich mit seinen Gefühlen auseinandersetzt.


Arten von Esstypen



Es gibt natürlich nicht nur eine Art von Menschen, die gefühlsgesteuert Nahrung zu sich nimmt. Die Ursachen können schließlich sehr unterschiedlich sein und die Anlässe dazu ebenfalls.

Im Internet finden sich dazu Seiten, die verschiedene Esstypen wie den "einsamen Esser" oder den "Sorgenesser" unter die Lupe nehmen. Wer sich in diesen Esstypen wiederfindet, dem wird vielleicht relativ schnell klar, dass sein individuelles Problem möglicherweise einer einzelnen Situation geschuldet ist. Dem Alleinesein, den finanziellen Sorgen, dem Berufsstress oder ähnlichem. Wenn das der Fall ist, ist zumindest die Ursache für emotionales Essverhalten erkennbar und man kann sich Gedanken über mögliche Abhilfe machen.

Davon abgesehen sollte klar sein, dass emotionales Essen immer irgendetwas mit Emotionen zu tun hat, also ist die Beschäftigung mit Gefühlen immer wichtig, damit man überhaupt ein solches Fehlverhalten stoppen und heilen kann.


Physiologische Ursachen abklären



Es gibt manchmal aber auch versteckte Ursachen für gefühlsabhängiges Essen. Viele Ratgeber neigen dazu, alles immer psychologisch statt physiologisch zu betrachten. Es gibt ein Buch, welches mir sehr weitergeholfen hat zu diesem Thema, nämlich Was die Seele essen will: Die Mood Cure.

Zu diesem Buch habe ich bereits einen kleinen Erfahrungsbericht geschrieben für alle, die einmal nachschauen möchten, worum es im Detail geht. Zwar ist dieses Buch nicht einzig und allein auf emotionales Essverhalten spezialisiert, erklärt jedoch viel über Zusammenhänge zwischen Emotionen und Mängeln in der Ernährung. Denn in vielen Fällen reagiert das Gehirn eben gerade deshalb so emotional, weil es gravierende Mangelzustände gibt.

Ein Beispiel hierfür kann ein Serotoninmangel sein. Wenn man oft schlecht gelaunt ist, abends einen Drang nach Süßigkeiten hat und generell mit dem Lebensgefühl durch die Welt schreitet, als ob dunkle Wolken über einem herziehen würden, dann ist es absolut sinnvoll, den entsprechenden Test, den das Buch anbietet, durchzuführen, indem man Fragen beantwortet, die einen möglichen Serotoninmangel abklären.

Wer des Englischen mächtig ist, kann den Test für verschiedene Mangelzustände online durchführen.

Viele Leute unterschätzen diese Möglichkeit. Wir leben leider immer noch in einem Zeitalter, in dem kaum jemand erkennt, dass psychologische und physiologische Zustände eng miteinander verbunden sind. Körper und Seele gehören zusammen und beeinflussen sich gegenseitig!

Zu den physiologischen Ursachen kann übrigens auch eine Überdosierung negativer Stoffe zuständig sein. Der Körper kann sich in einem Alarmzustand befinden, wenn er zu viel vom Falschen bekommt. Zu viele Umweltgifte, zu viele Kohlenhydrate (und damit ständige Schwankungen im Blutzucker) und zu viele falsche Fette. In der Folge verlangt der Körper nach mehr und mehr Essen, naturwissenschaftlich betrachtet will ein Körper aber in erster Linie Mängel abdecken. Er kann einen Magnesiummangel oder ähnliches nur selten explizit äußern, deswegen wird oft das emotionale Stressignal "mehr Essen!" verwendet.


Fazit



Emotionales Essverhalten könnte man auf verschiedenen Wegen heilen und damit verhindern:


  • Mängelzustände überprüfen
  • Abhängigkeit von Kohlenhydraten reduzieren durch Abgewöhnung und Verzicht
  • Mehr gesunde Lebensmittel essen (Eiweiß, gesunde Fette, vitaminreiches Obst und Gemüse)
  • Geregelte Essenszeiten einführen


Vorbeugung ist immer besser als ein aussichtsloser Kampf, wenn man schon in einer gefühlten Notsituation ist. Vielleicht können einige Leser ihre persönlichen Erfahrungen teilen. Bei mir hat der Serotoninmangel, den ich schon erwähnt habe, eine große Rolle gespielt, aber auch der Verzicht auf Kohlenhydrate (zumindest für einige Zeit) hat mir geholfen, emotionales Essen in den Griff zu bekommen.

1 Kommentar:

  1. Im Bezug auf emotionales Essen gibt es auch viele hilfreiche Folgen beim Podcast "Wohlfühlgewicht" von Mareike Awe. Hier wird viel mit einem ganzheitlichen Ansatz gearbeitet. Emotionales Essen soll mit Mentalem Training und einem Auseinandersetzen mit den Emotionen vermieden werden. Ich würde mich freuen, von Dir eine Rezension zu dem Podcast zu bekommen!

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