Die Chipssucht Loswerden

Der Griff zur Chipstüte wird manchmal zur Sucht. Was tun, wenn es tagein, tagaus nur mit Kartoffelchips und anderen Snacks geht? Hier einige Überlegungen dazu, was man tun kann, wenn man chipssüchtig geworden ist.


Ursachen und Lösungen der Chipssucht


Chipssucht
image courtesy of punsayaporn / freedigitalphotos.net

Erdnusschips und andere Snacks zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr kalorienreich sind. Das klingt zwar zunächst nur nach einer Beschreibung, erklärt aber auch, warum der Körper sich oft danach sehnt. Die ungesunde Mischung aus viel Fett und vielen Kohlenhydraten lässt den Körper viel Energie in den Fettdepots speichern. Für einen menschlichen Organismus, der sich durch Stress oder Frust in einer Notsituation wähnt, ist das eine an sich richtige, weil überlebensfördernde, Maßnahme.

Es fällt unserem inneren Mechanismus eben nicht leicht, zu erkennen, dass es nicht ums Überleben geht, sondern meist nur um ein Couchpotato-Dasein. Und dass die zugeführte Energie in so großen Mengen am Ende eher lebensverkürzend wirkt. Aber die Symptome und Ursachen der Chipssucht haben meistens viel mit diesem Horten von Kalorien zu tun. Auslöser können Stress, Langeweile oder Frust sein.

Ebenfalls eine mögliche Ursache für die Chipssucht kann ein Serotoninmangel sein. Ich erwähne diesen Faktor bei allen meinen Erklärungen auch bei anderen Lebensmittelsüchten, denn es läuft immer auf dasselbe Prinzip hinaus: Dass der Körper einen Mangel hat, diesen nicht decken kann, und daher durch Tricksereien den Serotoninwert kurzfristig anzuheben versucht. Es lohnt sich, genauer zu prüfen, ob ein Mangel an dem Ausgangsstoff Tryptophan schuld sein könnte.

Daneben muss man bei Chips natürlich beachten, dass Geschmacksverstärker eine Rolle spielen können. Wenn normales Essen nur noch langweilig und unappetitlich wirkt, hat man vielleicht zu viele Chips gegessen und kommt aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus. Es macht dann am meistens Sinn, wenn man den Tag innerlich abhakt, denn Lust auf Salat wird man für den Rest des Tages nicht mehr bekommen. Dann sollte aber der darauf folgende Tag nicht mit dem Griff zur Chipstüte beginnen!

Was ebenfalls viele vergessen, was aber auch zu den Ursachen für Chipssucht gehören kann, ist ein ganz banaler Salzmangel. Die meisten Menschen bekommen genügend Salz, weil sie entweder genug salzen oder in Fertiggerichten mit Unmengen an Salz zugeschüttet werden. Wenn man aber im Alltag oft auf Salz verzichtet, auch weil man schlechte Dinge darüber hört, kann es vorkommen, dass ausgerechnet Kartoffelchips oder Erdnussflips die einzige echte Salzquelle werden. Und dann gibt es kein Halten mehr. Doch es gibt Lösungen, und die Hilfe gegen die Abhängigkeit muss nicht immer nur der komplette Verzicht auf leckeres Essen sein.


Chipssucht verhindern und bekämpfen



Man kann die Chipssucht loswerden und beenden, wenn man sich entwöhnt. Das klingt wie immer einfacher, als es ist. Die gute Nachricht ist aber, wie bei allen Lebensmittelabhängigkeiten, dass eine radikale und vollständige Entwöhnung über einen Zeitraum von etwa 2 Wochen immer zum Ziel führt.

Was beim Verzicht auf Chips natürlich für einige Zeit verloren geht, ist der knackig-crunchige Geschmack, die würzigen Inhaltsstoffe und das Gefühl, sich an einem energiereichen Snack satt gegessen zu haben.

Dieses fehlende Empfinden muss man nun auf anderen Wegen nachholen. Jeder Mensch kann sich denken, dass es natürlich am vernünftigsten und besten wäre, von nun an auf Salat umzusteigen, doch das ist ziemlich unbefriedigend. Es gibt aber Hybrid-Lösungen, bei denen man nicht auf alles verzichten muss und trotzdem die Chipstüte bis auf weiteres aus dem Alltag verbannen kann.

Die entscheidende Frage ist: Was ist gesünder als Chips, aber immer noch lecker genug, dass man nicht in eine Chipsabhängigkeit zurück fällt?

Als Lösung fällt mir zum Beispiel Döner ein. Natürlich kann man auch davon dick werden, aber ein knuspriges Brot, in welches man viel Gemüse und Fleisch einhüllt, erscheint mir besser als eine Tüte voller toter, künstlich gewürzter Kartoffeln oder kaputtfritierter Erdnüsse.

Das Original ist natürlich auch besser. Worauf auch immer die Chips basierten, seien es Kartoffeln, Erdnüsse oder Paprika - einfach mal das Original probieren. Und selbst dann hat man immer noch die Wahl, ob man diese natürlichen Nahrungsmittel als Teil eines nicht ganz so gesunden, aber leckeren Essens zu sich nimmt. Tricksen kann man immer noch. Bei Kartoffeln kann man mit Sour Cream viel Sättigung hinzufügen. Erdnüsse sind gesalzen ziemlich lecker. Und Paprikastangen kann man immer noch in eine Sauce dippen. Es gibt immer Alternativen.

Wenn jemand eine Lebensmittelsucht hat, überlege ich immer: Könnte man diese Sucht durch eine bessere Sucht ablösen? Ich wäre lieber süchtig nach Dönern als nach Chips, denn da sind wenigstens noch frische Zutaten drin.

Ich denke, dass es genügend Möglichkeiten gibt, eine Chipssucht loswerden zu können. Man muss nur den Kauf der Tüte stoppen und zum Dönerladen daneben gehen. Oder man sucht sich ein anderes Fastfood oder Soulfood als Abhilfe aus. Es gibt zu viele leckere Sachen da draußen, da wäre ein ständiges Chips-Essen doch eher eine Verschwendung.

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