Abspeckkur Bei Krankenkasse Beantragen

Manchmal ist es notwendig, sich auf eine Kur zu begeben, wenn man dauerhaft Probleme mit Übergewicht hat. Man spricht in solchen Fällen oft von einer Adipositas-Kur oder umgangssprachlich auch von einer Abspeckkur - wobei die Beantragung bei Krankenkasse oder Rentenversicherung durchaus ernsthafter und gewissenhafter durchgeführt wird, als so eine Bezeichnung erahnen lässt.

Ich kenne selbst jemanden, der schon einmal eine solche Kur gemacht hat, und möchte kurz erläutern, wie man an eine solche Kur, die man auch als Abnehmkur bezeichnen könnte, kommen kann und welche Schritte meinen Erfahrungen nach nötig sind.


Abspeckkur beantragen - aber wie?


Abspeckkur
Image courtesy of digidreamgrafix / freedigitalphotos.net

Nach der Erfahrung, die mein Bekannter gemacht hat, aber auch aus dem, was sich im Internet zu diesem Thema findet, geht der erste Schritt über einen Arzt. Das kann in vielen Fällen der Hausarzt sein Wenn das Übergewicht mit psychischen Problemen einhergeht, kann aber sogar ein Psychiater den Gang zur Kur einleiten.

Je nach formellen Erfordernissen kann es sein, dass die Adipositaskur oder Abspeckkur über die Krankenversicherung oder gar die Rentenversicherung beantragt wird. Die genauen Bedingungen dafür sind nicht unbedingt wichtig, da sowieso alles über den Arzt läuft. Man kann sich aber vorstellen, dass manchmal die reine Gesundheit im Vordergrund steht (Krankenkasse) und manchmal die Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsfähigkeit (Rentenversicherung). Der Arzt erledigt diese Formalitäten jedoch und die Versicherungsträger entscheiden untereinander, wer zuständig ist.

Wichtig zu beachten ist, dass so eine Aspeckkur nicht einfach nur eine Luxusleistung des Staates sein kann. Es müssen zwingende Gründe vorliegen, warum es nicht einfach ausreicht, zu Hause abzunehmen oder eine Ernährungsberatung zu erhalten. Je nach Situation kann es also vorkommen, dass die zuständige Kasse nachbohrt, warum ein Ernährungsberater oder sogar zu Hause abspecken nicht reicht. Das ist verständlich, denn sowohl die Rentenversicherung, als auch die Krankenkasse wird durch die Gemeinschaft der Beitragszahler finanziert, also müssen die Leistungen nach den Kriterien der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit genehmigt werden. Hier lohnt sich eine hieb- und stichfeste Begründung seitens des Arztes. Zum Beispiel könnte der Arzt im Antrag zur Abnehmkur schildern, dass der Antragsteller bereits mehrfach versucht hat, abzunehmen, dass eine Ernährungsberatung keine Erfolge brachte und dass erhebliche psychische Probleme mit dem Übergewicht bestehen, die eine Kur rechtfertigen und dringend erforderlich machen.

Wenn Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen und der Arzt der Meinung ist, die Abspeckkur erfolgreich bei der Krankenkasse beantragen zu können, lohnt sich der Versuch. Sollte es zu einer Ablehnung kommen, ist der Widerspruch möglich. Wenn man der abgelehnten Kur widersprechen möchte, sollte man sich gut vom Arzt, eventuell sogar rechtlich beraten lassen, wie man vorgeht. Sollte die Krankenkasse oder Rentenkasse weiterhin hartnäckig bleiben, kann man vielleicht nach einigen Monaten einen neuen Versuch starten, insbesondere mit der Begründung gewisser Veränderungen, die den Sachverhalt anders darstellen lassen - vielleicht hat man ja in der Zwischenzeit weitere Schritte unternommen, um darzulegen, dass man um Gewichtsreduktion bemüht ist.


Wenn die Abspeckkur bewilligt wurde



Es wird nicht nur einige Tage oder Wochen dauern, sondern oft mehr als einen Monat, aber irgendwann sollte man Post von der Krankenkasse oder Rentenversicherung bekommen, hoffentlich mit einer Genehmigung für den Kuraufenthalt.

Wenn man den Bescheid erhalten hat, dass die Adipositas-Kur bewilligt wurde, ist es wichtig, die Kur auch in nahe liegender Zeit anzutreten. Im Schriftstück des Versicherungsträgers sind die Details dazu aufgeführt und man sollte darauf achten, dass der Anspruch auf die Kur nicht erlischt, weil man nicht gehandelt hat. Dann nämlich müsste man wieder von vorne anfangen. Als jemand, der schon einmal im Bereich der Sozialversicherung gearbeitet hat, kann ich nur immer wieder betonen, wie wichtig es ist, Bescheide gründlich durchzulesen.

Nach Rücksprache mit dem Arzt wählt man eine geeignete Einrichtung für die Kur aus. Bei meinem Bekannten war es damals so, dass verschiedene Kurhäuser in Frage kamen, unter anderem soll es in Bayern ganz gute Kuranstalten geben. Letzten Endes entschied man sich jedoch für das Victoria-Stift in Bad Kreuznach.

Die Kur war auf 6 Wochen ausgelegt. Der Zeitraum von 6 Wochen ist im Übrigen ein relativ häufiger Kurzeitraum, wie ich im Internet gelesen habe. Eine Verlängerung ist möglich, was in diesem Fall auch so geschah - allerdings war es bei meinem Bekannten so, dass die Kurverlängerung nur um 2 Wochen bewilligt wurde, obwohl 4 Wochen geplant waren.

Das Kurprogramm umfasste eine Diät, viel Sport und psychologische Beratungsgespräche. Im Bereich der Ernährung gab es gewisse Anzeichen einer Low-Carb-Diät, so wurden typische Beilagen wie Reis oder Nudeln durch Gemüse ersetzt, so dass es Hühnchen mit Brokkoli statt mit Reis gab. Aus sportlicher Sicht gab es viele langläufige Wanderungen in bergigem Terrain, die anstregend aber auch für unsportliche Menschen machbar waren. Über die Beratungsgespräche weiß ich nichts zu berichten, sie sollen aber wohl leider etwas zu kurz gekommen sein.

Nach Abschluss der Abspeckkur kehrte mein Bekannter mit sichtbar reduziertem Körpergewicht zurück. Er hatte sich von einem adipösen Jugendlichen in einen nur noch moderat Übergewichtigen verwandelt. Die genaue Anzahl an verlorenen Kilos weiß ich nicht mehr, aber der Erfolg sprach schon für sich, insbesondere in Anbetracht der kurzen Zeit. Die Ernährungsumstellung wurde von ihm zwar als unangenehm empfohlen, zumindest aber ergaben sich daraus Anhaltspunkte, wie man in Zukunft auch ohne Adipositas-Kur mit entsprechendem Abspeckprogramm weiterleben könnte.


Zusammenfassung



Folgende Botschaften wollte ich mit meinem Erfahrungsbericht aus zweiter Hand vermitteln:


  • Die Abspeckkur ist eine ernste Angelegenheit, die man nach Rücksprache mit einem Arzt anstreben sollte, wenn man abnehmen will und schon sehr viele andere Möglichkeiten versucht hat, Gewicht zu verlieren
  • Man kann die Kur relativ einfach über einen Arzt bei der Krankenkasse beantragen - der Arzt berät und steht dabei zur Seite
  • Ablehnungen können vorkommen, ein Widerspruch kann aber sinnvoll sein, wenn er mit guten Argumenten begründet wird
  • Die Adipositaskur dauer häufig 6 Wochen, kann aber in individueller Länge bewilligt werden und auch Verlängerungen sind möglich
  • Die Abspeckkur ist nicht als Therapie von außen zu verstehen, die man mal mit sich machen lässt, sondern man sollte die Erfahrungen und Erkenntnisse daraus mit nach Hause nehmen, wenn man fertig ist, und sie weiter umsetzen!


Ich hoffe, dass ich mit diesem Bericht über Abspeckkuren einigen Leuten erste Ansatzpunkte geben konnte, wie man so eine Diätkur beantragen kann und was zu beachten ist. Zum Glück ist die erste Hürde relativ gering, denn man muss ja nur zum Arzt seines Vertrauens gehen und sich dort intensiv beraten und informieren lassen. Ich möchte darauf hinweisen, dass sich die Ärzte in diesem Bereich noch deutlich besser und detaillierter auskennen als ich und damit eine richtig gute Anlaufstation sind, wenn man sich die Frage stellt, ob sich eine Abspeckkur lohnt, ob man Aussicht auf Erfolg hat und worauf man achten sollte.

Wer möchte, kann unten in den Kommentaren eigene Erfahrungen wiedergeben. Damit kann man anderen Betroffenen helfen, die noch ratlos sind und in der selben Situation stecken.

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