Militärdiät - Anleitung, Erfahrungen Und Erfolge

Bei der Militärdiät (englisch: military diet) handelt es sich um einen amerikanischen Trend, mit dem man Gewicht verlieren soll. Der genaue Ursprung der Diät liegt im Dunkeln, spekuliert wird darüber, ob diese Diätform tatsächlich von der Armee eingesetzt wird oder es sich nur um eine Erfindung handelt.

Die Methode, die bei der Militärdiät zum Einsatz kommt, ist ebenfalls umstritten und wirft Fragen auf wie "Ist die Militärdiät effektiv? Sind Erfolge möglich? Kann man damit abnehmen?".

Ich möchte auf das Prinzip dieser Abnehmmethode heute sehr speziell eingehen und dabei die Vorteile und Nachteile, aber auch die dahinter liegenden Erfolgsgeheimnisse erklären, und warum man sich nicht unbedingt zu einhundert Prozent an den Wochenplan halten muss.


Der Wochenplan der Militärdiät


Militärdiät
image courtesy of Pong / freedigitalphotos.net

Der Wochenplan während dieser relativ kurzen 3-Tage-Diät besteht aus jeweils drei Mahlzeiten. Snacks zwischendurch sind nicht erlaubt, ebenso muss man sich den Rest des Tages mit Wasser begnügen. Kurz zusammengefasst sieht der Ernährungsplan folgendermaßen aus:


Tag 1


Frühstück:
Eine halbe Grapefruit, eine Scheibe Toast oder Brot, Zwei Teelöffel Erdnussbutter, dazu Kaffee oder Tee
Mittagessen: Eine Scheibe Brot, eine halbe Dose Thunfisch, dazu Kaffee oder Tee
Abendessen: 100 Gramm grüne Bohnen oder Erbsen, 100 Gramm beliebiges Fleisch, ein kleiner Apfel, eine halbe Banane, eine Kugel Vanilleeis

Tag 2



Frühstück: Eine Scheibe Brot, ein gekochtes Ei, eine halbe Banane
Mittagessen: Zwei Scheiben Knäckebrot, eine Packung körniger Frischkäse, ein gekochtes Ei
Abendessen: 100 Gramm Brokkoli, 50 Gramm Karotten, 100 Gramm beliebiges Fleisch, eine halbe Banane, eine Kugel Vanilleeis


Tag 3



Frühstück: Zwei Scheiben Knäckebrot, eine Scheibe Käse, ein kleiner Apfel
Mittagessen: Eine Portion Rührei oder ein gekochtes Ei, eine Scheibe Toast
Abendessen: Eine Dose Thunfisch, eine halbe Banane, eine Kugel Vanilleeis


Erfolge und Erfahrungen?



Verschiedene deutsche Seiten haben den Trend der Militärdiät aufgenommen und berichten von einem Abnehmpotenzial von 4 Kilo, manchmal auch von 5 Kilo innerhalb kürzester Zeit.

Im gleichen Atemzug wird dabei jedoch oft darauf hingewiesen, dass diese kurzzeitigen Erfolge genauso kurzlebig sein können. Meine eigenen Erfahrungen mit ganz unterschiedlichen Diäten bestätigen das.

Der Haupteffekt bei der Militärdiät ist aus meiner Sicht die Ernährungsumstellung. Die meisten Menschen, die nach schnellen Crashdiäten und neuen Trend-Diäten suchen, finden auf diese Weise schnell den neusten Hype mit der entsprechenden Diät. Das ist auch hier der Fall. Der Grund für mögliche Erfolge beim Abnehmen ist oft der Tatsache geschuldet, dass die Betroffenen ihre Ernährung vorher noch nicht umgestellt haben und dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen:


  • nur noch drei feste Mahlzeiten zu sich nehmen
  • zwischen den Mahlzeiten nur noch Wasser zu sich nehmen
  • deutlich weniger Kalorien konsumieren
Hinzu kommen einige Aspekte, die ebenfalls mit dem Vorher und dem Nachher betrachtet werden müssen:

  • Glykogenspeicher in den Muskeln werden durch die Diät geleert, was vor allem Wasserverlust bedeutet
  • Durch die geringe Nahrungsmenge während der Diätphase ist die Chance hoch, dass man am Ende weniger Darminhalt mit sich herumträgt als am Anfang
  • Es gibt am Ende der Diät einen sehr schnellen, kurzen "Anfangserfolg", den man aber bei anderen Diäten auch hätte und der sich im Laufe einer längeren Abnehmphase wieder "normalisieren" würde.
Mit anderen Worten: Der Erfolg basiert auf einem Einmaleffekt. Den habe ich schon bei anderen Diäten beobachtet. Relativ typisch ist er zum Beispiel auch bei der Low-Carb-Diät oder beim Fasten, wo man schon in der Anfangswoche erstaunliche Ergebnisse erzielen kann, die auf längere Sicht nicht ganz so spektakulär sind.

Wenn man die Essenz der Militärdiät nimmt, was ihren Erfolg ausmacht, und die Schwächen dieser Diät ausschaltet, was erhält man denn dann?


Militärdiät effektiver machen!



Die Militärdiät hat einige Stärken und Schwächen, Vorteile und Nachteile. Sehen wir uns diese einmal genau an.

Vorteile


  • Wenige Mahlzeiten am Tag, dadurch periodisches Fasten (Intervallfasten)
  • Keine versteckten Kalorien durch hohe Menge an Wasser
  • Deutliches Kaloriendefizit durch kleine, knappe Mahlzeiten
  • Genussfaktor durch gelegentliche Belohnungen (Vanilleeis)
Dem Gegenüber stehen jedoch einige Nachteile, die wir betrachten sollten.

Nachteile


  • viele "leere" Kohlenhydrate ohne Mehrwert in Form von Vitaminen, Mineralstoffen oder Ballaststoffen (zum Beispiel durch Brot, Toast und Eis)
  • Undifferenzierte Vermischung von Kohlenhydraten und Fetten, was während des Essens zu einem Zurückhalten des Körperfettes führt
  • Gefahr von Heißhunger aufgrund der kohlenhydratlastigen Lebensmittel und des kurzfristigen Blutzuckeranstieges durch Brotwaren und Eis
Hieraus ergeben sich einige Aspekte, mit der man die Diät optimieren könnte!


Die Militärdiät besser machen!


Ich habe einige Vorschläge, wie man die Diät eindeutig besser machen kann. Zunächst einmal würde ich mir die Einkaufsliste sparen. Viele der im Wochenplan genannten Lebensmittel sind meinen Erfahrungen nach sehr willkürlich ausgewählt. Klar, die Grapefruit hat einen Ruf als Superfood, der ist jedoch übertrieben und sorgt nicht für einen exponenziell steigenden Gewichtsverlust. Auch Kaffee, Eier und Erdnussbutter haben gewisse Berechtigungen und bestimmte Vorteile beim Abnehmen, sind aber nicht unersetzbar.

Prinzipiell kann man die Militärdiät in beliebigem Maße anpassen, und ja, in gewisser Weise wird sie dadurch austauschbar. Der Grund, warum es ständig neue Trenddiäten und Diättrends gibt ist eben nach wie vor, dass man nicht einfach nur den Namen einer Diät ändern kann und die Leute darauf hereinfallen. Man muss wenigstens ein oder zwei Zutaten ändern, damit Menschen den Eindruck gewinnen, es handele sich um ein neues Diät-Geheimnis.

Die Militärdiät kann genauso gut vegetarisch oder vegan sein, mit Tee oder ohne Tee, mit Kaffee oder ohne Kaffee, mit oder ohne Thunfisch ebenfalls. Ganz streichen kann man leckere, aber zum Abnehmen überflüssige Dinge wie Vanille-Eis. Natürlich ist es schön, wenn man während einer Diät auch mal etwas für die Seele bekommt, es ist aber nicht zentraler Bestandteil des Erfolgs, und jeder, der ehrlich zu sich ist, weiß das auch. Jeder weiß, dass es nicht zum Misserfolg führt, wenn man das Eis weglässt. Das soll nur ein Beispiel sein.

Meine eigene Erfahrung beim Abnehmen ist, dass es einige Hauptgründe gibt, warum Abnehmen erfolgreich ist:

  • Kaloriendefizit
  • Lange Pausen (Fasten) zwischen Mahlzeiten
  • Verzicht auf Lebensmittel, die einen zu einem heißhungrigen Ungeheuer werden lassen
Daraus ergeben sich für mich einfache Handlungsweisen:

  • Drei Mahlzeiten am Tag sind gut
  • Wasser zum Trinken ist toll, wenigstens zwischen den Mahlzeiten
  • Kohlenhydrate sollte man aufs Notwendigste reduzieren (Salate, grünes Gemüse, Ballaststoffe)
  • Wenn man isst, dann mehr Fokus auf Sättigung als auf Energie (volumenreiches Essen, viel Wasser, viele Ballaststoffe)
Man kann die Militärdiät als im  Kern nutzen, muss sich aber nicht an alle Lebensmittel halten.


Der etwas andere Diätplan



Ich mache mir deshalb einmal den Spaß, die Militärdiät auf den Kopf zu stellen, sie vegan und vegetarisch zu machen und zu zeigen, wie sie auch aussehen könnte:

Morgens: Schwarzer Kaffee, eine Hand voll Erdnüsse, eine kleine (beliebige) Frucht
Mittags: Fleisch, Fisch oder Tempeh, dazu beliebiges grünes Gemüse oder Salat, bei Bedarf mit Kräuterbutter, danach ein Kaugummi, dazu Kaffee oder Tee
Abends: Ein Salat mit Leinsamen und Olivenöl, dazu Tee, anschließend eine kleine beliebige Frucht

Dieser Diätplan gilt für alle Tage. Dazwischen nur Wasser in gewünschter Menge und ohne Limit.

Wie man sieht, kann man schnell und mit etwas Fantasie den Ernährungsplan umstellen, ohne den Erfolg zu gefährden, denn so oder so ähnlich habe ich schon schnell abgenommen. Am Prinzip ändert das nämlich gar nichts! Es ist wirklich nicht entscheidend, ob die Diät ohne Thunfisch stattfindet oder man unbedingt vegetarisch oder vegan abnehmen will.


Fazit



Ich beobachte mit der Militärdiät das, was ich schon seit Jahren bei anderen Diäten beobachte und worüber ich auch immer wieder berichte. Es gibt immer wieder neue Trenddiäten, und das ist auch weiter nicht schlimm. Ich finde es lediglich etwas bedauerlich, dass viele Menschen besorgt sind, dass sie möglicherweise weniger erfolgreich abnehmen, wenn sie sich nicht exakt an die Einkaufsliste für die Diät halten. Der vermeintliche Erfolg bestimmter Superfoods wird für viel zu groß gehalten, während der Blick für das große Ganze fehlt.

Meiner Meinung nach sollte man in anderen Kategorien denken, nämlich in Nährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette) und in übergeordneten Prinzipien (Fasten, Essensfenster, Zusammenstellung der Mahlzeiten, Energiedichte, Blutzucker).

Wer weitere Einblicke gewinnen möchte, dem lege ich nahe, weiter auf meinem Blog zu stöbern.

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