5 Abnehmmythen Unter Der Lupe

Wer sich mit Abnehmen abplagt, der fällt dabei oft auf Abspeckmythen herein. Es handelt sich um Märchen, Irrtümer und sogenanntes Allgemeinwissen, welches jedoch einer gründlichen Prüfung meistens nicht standhält.

Als jemand, der über 30 Kilo verloren hat, kann ich viele solche Abnehmmythen in der Rückschau entlarven. Ich hoffe, dass ich damit Menschen helfen kann, die auf dem Holzweg sind und einfach keinen Gewichtsverlust erreichen, weil sie an Abnehmirrtümer glauben.


Abnehmmythos #1: Kalorien sind alles


Abnehmmythen
image courtesy of Witthaya Phonsawat / freedigitalphotos.net

Das wichtigste Abnehmmärchen ist das der Kalorien, und es erzählt sich in etwa so: Es war einmal ein Mensch, der konnte präzise wie ein Schweizer Uhrwerk vorhersagen, wie viel er abnehmen würde. Er reduzierte seinen Kalorienkonsum um genau den Betrag, der auf eine Woche gesehen einem Kilo Körperfett entsprechen würde...

Solche Märchen haben in der Regel kein Happy End. Warum? Nun, es gibt mehrere Dinge, die ganz brutal außer Acht gelassen werden:


  • Es ist nicht egal, aus welcher Nährstoffquelle die Kalorien kommen (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Ballaststoffe)
  • Es ist nicht so, dass eine pauschale Reduzierung der Kalorien automatisch eine entsprechende Differenz bzw. Marge zwischen Kalorienaufnahme und Kalorienverbrennung verursacht
  • Hormone spielen eine große Rolle, und die sind abhängig von der Art der Nahrungsaufnahme und dem Timing der Mahlzeiten
  • Manche Lebensmittel setzen den Körper so sehr unter Stress, dass ein Fressanfall jegliche rationale Planung der Kalorienreduktion außer Kraft setzt


Wer sich diese Punkte durchliest, könnte bereits auf die Idee kommen, was man unter Umständen beachten müsste.

Ich versuche dies kurz zu verdeutlichen, wobei ein weiteres Einlesen auf meinem Blog ausdrücklich empfohlen ist (zum Beispiel hier: Low-Carb-Diät)


  • Man sollte sich hauptsächlich von Lebensmitteln ernähren, die den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr ins Wanken bringen, dabei jedoch satt machen (also Fokus eher auf Eiweiß, Fett, Ballaststoffe)
  • Ein generelles Kaloriendefizit kann hilfreich sein, manche Kalorien werden aber ohnehin vom Körper nicht oder nur aufwendig zur Energieversorgung herangezogen
  • Da Insulin bei jeder Mahlzeit und jedem Getränk (außer Wasser) in unterschiedlicher Menge ausgestoßen wird und den Fettabbau einschränkt, sollten Mahlzeiten weit auseinanderliegen und nur wenige Male am Tag vorkommen



Abnehmmythos #2: Sport ist die halbe Miete



Dieser Teil gehört zu den häufigsten und am meisten missverstandenen Abnehm-Mythen. Oft wird behauptet, dass man Abnehmen durch Sport und Ernährungsumstellung schaffen kann, wobei beides in etwa auf die gleiche Stufe gestellt wird. Dabei handelt es sich um einen weiteren Abspeckmythos. Aber Stopp: Ich will nicht sagen, dass Sport schlecht ist oder nicht hilft! Aber die Rolle von Bewegung beim Abnehmen wird meistens überschätzt.

Solange die Ernährung während einer Diät nicht stimmt, kann man so viel man will gegen sein Gewicht anrennen (oder schwimmen, Fahrrad fahren usw.). Es wird nicht viel bringen und mit einem unglaublich hohen Aufwand verbunden sein. Auf der anderen Seite ist effektives Abnehmen auch ohne Sport möglich, was wiederum nicht heißt, dass Sport nicht gesund wäre.

Der Irrtum liegt darin, dass man dem Sport denselben Effekt zuschreibt wie dem Kalorienzählen. Man sagt sich, man habe einen Grundverbrauch von beispielsweise 3000 Kalorien, also könne man mit einer Sporteinheit von 300 Kalorien ja 10 Prozent seinen Grundbedarfs "abtragen". Aber leider kommen auch hier wieder in der Summe nicht die Ergebnisse zustande, die man gerne hätte. Es ist sogar weitaus schlimmer. Mehr Anstrengung bedeutet dann oft auch mehr essen. Hinzu kommt dann eine Haltung nach dem Motto "ich habe es mir verdient", womit dann das Glas Saft nach dem Jogging gerechtfertigt wird.

So richtig effektiv wird Bewegung erst, wenn man sicherstellt, dass tatsächlich auch die Fettreserven angezapft werden. Totsicher ist das dann, wenn man weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichtet und auch ansonsten nicht ständig kiloweise Nüsse isst. Also ein gewisses Kaloriendefizit, aber gekoppelt an eine Ernährung, die Fettverbrennung in den Vordergrund stellt.

Die härteste Form dieser Effektivität wäre dann Sport während des Fastens. Sicherlich keine Dauerlösung, aber man kann ja während eines Tages auch Lebensmittel zu sich nehmen, die hauptsächlich der Sättigung oder dem Muskelaufbau dienen und wenig mit Energieversorgung zu tun haben, zum Beispiel Eiweißshakes (mit Wasser) sowie stark ballaststoffhaltige Lebensmittel wie Kleie oder Chiasamen.

Solange man sich kohlenhydratreich ernährt, wird man meistens jede sportliche Betätigung an irgendeiner Stelle des Tages durch zusätzliches Essen wieder ausgleichen, wie ich am Beispiel von Treppensteigen zu erklären versucht habe.


Abnehmmythos #3: Fettsparen zählt (Low-Fat-Diät)



Beim Abspecken ist ein Mythos weit verbreitet und wird ungeprüft vorweggenommen: Es ist das Fett beim Essen, was uns dick macht. Doch dies ist noch so ein Abnehmirrtum.

Dickwerden ist ein Vorgang, der auf mehreren Fehlern beruht. Einerseits ja: Zu viel Energieaufnahme. Andererseits aber auch Dinge wie: zu große Abhängigkeit von Kohlenhydraten, schlechte Kombination aus Kohlenhydraten und Fetten (zum Beispiel Schokolade, Eiscreme, Pommes, cremige Nudelgerichte), zu wenige Pausen zwischen Mahlzeiten und zu viel ständiges Snacken und trinken von süßen Getränken. Damit wird dick werden, brauchen wir das Hormon Insulin. Dieses wird durch Essen im Allgemeinen hervorgelockt, am wenigsten jedoch durch Fett! Das klingt erst einmal irre, wir müssen uns das mal auf der Zunge zergehen lassen (bitte nicht wörtlich nehmen).

Fett lockt am wenigsten Insulin, ist aber am meisten verteufelt. Wahnsinn!
Was meistens weniger verteufelt wird, dafür aber umso mehr Probleme bereitet, ist Zucker, aber eben auch "gemäßigte" oder "langsame" Kohlenhydrate, weil diese letzten Endes ebenfalls Heißhunger verursachen können.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es zumindest mir beim Abnehmen mehr bringt, mich fettreich zu ernähren, dabei aber nicht ständig Heißhunger zu haben, als mich fettarm zu ernähren, dann aber die Kontrolle über das Essen zu verlieren.


Abnehmmythos #4: Snacks zwischendurch helfen beim Abnehmen



Es ist schon verrückt: Man sagt uns, es sei gut, viele kleine Mahlzeiten einzunehmen, um abzunehmen. Seit wann bedeutet mehr essen mehr Gewichtsverlust? Die Abspeckirrtümer schlagen wieder zu.

Die Logik hinter den vielen brav geregelten Mahlzeiten ist, dass man angeblich besser satt ist, weniger angreifbar für Heißhunger ist und seine Kalorien gut über den Tag verteilen kann.

Ein bisschen etwas ist da sogar dran, denn wenn ich lange Zeit gar nichts esse, kann es sein, dass die Mahlzeit danach viel größer ausfällt. Andererseits muss man leider feststellen: Ständige Mahlzeiten sorgen für einen ständigen Ausstoß an Insulin, welches den Mitarbeitern in der Abteilung Fettabbau befiehlt, die Arbeit niederzulegen. Wenn man abnehmen will, sollte man aufhören, ständig den Fettabbau zu unterbrechen! Einfach mal den Körper machen lassen!


Abnehmmythos #5: Zu schnell abnehmen ist gefährlich!



Radikale Crashdiäten haben den Ruf, ungesund oder gefährlich zu sein. Da frage ich mich immer: Was ist schlimmer - 1 oder 2 Wochen radikal die Ernährung umzustellen, oder monatelang Fastfood zu essen?

Die meisten Übergewichtigen haben sich durch schlechte Ernährung in gefährliches Terrain begeben, müssen sich um Herz, Arterien, Blutdruck und Gelenke Sorgen machen. Statt aber so schnell wie möglich Druck vom Kessel zu nehmen, befürchten sie nun in einem Abnehmprogramm, welches ohnehin auf kurze und schnelle Erfolge angelegt ist, negative Konsequenzen.

Inwieweit Crashdiäten nachhaltig sind, ist eine andere Frage. Aber schneller Gewichtsverlust an sich ist unbedenklich, denn innerhalb einer oder zwei Wochen wird man seine Gesundheit nicht dadurch ruinieren, dass man ausnahmsweise nur Kohlsuppe isst oder ähnliches. Wir leben ohnehin in Zeiten der Überversorgung und unsere Vorfahren (ist noch gar nicht so lange her) haben vielleicht jeden Tag dasselbe essen müssen.


Fazit und Buchtipp



Das sind die häufigsten Abnehmmythen und Abnehmirrtümer, von denen ich mir wünsche, ich hätte sie schon als Jugendlicher gekannt.

Auf diesem Blog finden meine Leser weitere sinnvolle Tipps zum Abnehmen und zur Ernährung. Wer das Wichtigste in einem Buch haben will, dem empfehle ich das Buch, welches bei mir den Stein ins Rollen gebracht hat und alles geändert hat: Die neue Diät.

Ansonsten viel Spaß beim Stöbern auf meinem Blog!

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