Bedürfnisse Und Abhängigkeiten Beim Abnehmen

Beim Abnehmen ist man häufig verschieden Bedürfnissen und Abhängigkeiten ausgesetzt. Die Klarheit und Disziplin, mit der man Montag morgens noch beschließt, die ganze Woche durchzuhalten und Gewicht zu verlieren, kann noch am Mittag desselben Tages einer Lust auf Schokolade oder anderen Diätkillern weichen. Hier sind einige solche Stolpersteine, mit denen ich selbst schon konfrontiert wurde.


Bedürfnisse und Abhängigkeiten


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Einige der hier genannten Bedürfnisse oder Süchte sind sicher vielen bekannt, während andere möglicherweise eher unbewusst auftreten oder vielleicht sogar umstritten sind.


Kaloriensucht (Set-Point-Theorie)



Als Set Weight oder Set Point bezeichnet man ein Körpergewicht, welches vom eigenen Körper angestrebt wird und welches der Körper aufrechtzuerhalten versucht. Versucht man, abzunehmen, holt sich der Körper nach einigen Stunden oder Tagen das Gewicht durch riesigen Appetit und Fressanfälle zurück. Hat man viel gegessen, gibt der Körper nach und lässt den Hunger auch mal einige Zeit sinken.

Auffällig bei dem Bedürfnis, sein Gewicht zu halten, ist vor allem, dass Lebensmittel nicht zwingend nach Nährstoffen oder Geschmacksrichtungen sortiert (zum Beispiel nur Zucker) sind. Es kann so beispielsweise vorkommen, dass man während einer Low-Carb-Diät immer wieder auf Käse, Nüsse oder ähnliches zugreift, die zwar von ihren Nährwerten her für die Diät geeignet sind, von der puren Menge her aber den Kalorienbedarf so stark abdecken, dass der Körper keine Notwendigkeit mehr hat, eigenes Körperfett dauerhaft abzubauen.

Aus meiner Sicht kann der Ausweg aus dem Set Point eigentlich nur langfristig erfolgen, indem man ein neues Gewicht anstrebt und dieses dann über viele Monate hält. Dann kann sich der Körper auf dieses neue Gewicht einstellen. Um das zu erreichen, braucht man aber mehr als pure Willenskraft. Man muss die eigene Ernährung so umstellen, dass Sättigung im Vordergrund steht, was man besonders gut mit Eiweiß und Ballaststoffen schaffen kann. Gleichzeitig darf die Ernährung immer noch fettreich genug sein, dass der Körper zu normalen gewohnten Mahlzeiten das Gefühl bekommt, nicht komplett aushungern zu müssen.


Salz-Defizite



Salz ist im Haushalt des Körpers sehr wichtig, wird aber heutzutage so häufig verteufelt, dass uns suggeriert wird, wir hätten ohnehin immer zu viel Salz im Körper. Das mag stimmen bei Menschen, die sich regelmäßig von Fertigprodukten ernähren. Wer aber selber kocht und von Natur aus sehr sparsam mit Salz umgeht, merkt möglicherweise gar nicht, wann er zu wenig Salz aufnimmt. Beim Abnehmen kommt noch hinzu, dass die Ernährungsgewohnheiten umgestellt sind und außerdem meistens noch weniger gegessen wird als vorher.
Große Lust auf Brezeln, Laugengebäck und andere sehr salzige Lebensmittel können darauf hindeuten, dass der Körper vor allem Salz aufnehmen will. Es ist dann all zu tragisch, wenn man auf Lebensmittel zurückgreift, die eine Diät unnötig behindern.

Ein guter Ausweg ist hier eine Gemüse- oder Fleischsuppe. Mit Suppengrün und gerne auch Rinderknochen kann man eine Suppe zubereiten, die stark gesalzen den Hunger dämpft und wertvolle Salze in den Körper führt. Besonders Anhänger des Fastens sollten darauf achten, nicht nur Wasser zu trinken, sondern auch hin und wieder Salz zu konsumieren. Und wer auf No Carb geht, sollte neben Eiweißshakes sowieso den Salzhaushalt im Auge behalten.


Mangel an Vitalstoffen



Wie bereits beim Salz erwähnt, gibt es auch bei den Vitalstoffen bestimmte Bedürfnisse, die der Körper decken will. Manche Mängel kann man durch entsprechende Signale wie Muskelzucken oder Müdigkeit erahnen. Andere Mängel werden aber vom Körper häufig mit Appetit angezeigt. Man möchte dann essen und essen und essen, aber die wertvollen Vitalstoffe stecken leider im Käsebrötchen nicht drin, obwohl der Körper das instinktiv annehmen mag.

Hilfreich kann es sein, die somatische Intelligenz, also die körpereigene Intelligenz, zu fördern. Bei Kindern ist diese körperliche Intelligenz besser ausgeprägt als bei rational denkenden Erwachsenen. Kinder entscheiden häufig "aus dem Bauch heraus", was sie essen müssen. Dadurch ist zu erklären, weshalb manche Kinder schon Kreide oder Lippenstift gegessen haben, weil in diesen Produkten manchmal eben genau diese Stoffe vorhanden sind, die in der Ernährung fehlen. Es kann sich also lohnen, im Supermarkt mal alle Obst-, Gemüse- und Proteinlieferanten durchzugehen und zu schauen, wann die Aufmerksamkeit auf bestimmte gesunde Lebensmittel geht.

Alternativ dazu oder als Ergänzung lohnt sich ein Breitband-Multivitaminpräparat.


Süßes und Kohlenhydrate



Bei Kohlenhydraten wie Zucker gibt es mehrere einfache Erklärungen, warum sie zu Abhängigkeiten führen. Positiv lässt sich feststellen, dass Kohlenhydrate trotz aller Widerstände und Proteste eben nicht essentiell sind. Sie sind nicht lebensnotwendig. Allerdings heißt das nicht, dass ein Leben ganz ohne Kohlenhydrate toll wäre.

Bei Kohlenhydraten kommen mindestens vier Faktoren zusammen, weshalb sie so abhängig machen oder problematisch sind:


  • Der Körper kann auch Zuckerverbrennung voreingestellt sein und kriecht dann vor sich hin, wenn er nur noch Fett verbrennen soll (das kann sich einige Tage hinziehen)
  • Kohlenhydrate sind einfacher und schneller zu verarbeiten und daher vom Körper bevorzugt
  • Kohlenhydrate können in einer komplexen biologischen Wechselwirkung den Serotoninspiegel beeinflussen
  • Nach Hauptmahlzeiten ist die Lust, Süßes zum Nachtisch zu bekommen, oft besonders groß


Was bei der Sucht nach Kohlenhydraten schwer im Magen liegt, ist die Tatsache, dass man als Abhängiger nie glauben kann, dass die Sucht bekämpfbar und besiegbar ist. Ich hatte diese Erfahrung schon mehrere Male, und jedes Mal, wenn ich dann doch längere Zeit mit vielen Kohlenhydraten gelebt habe, muss ich diese Anstrengung erst einmal durchhalten und erlebe dann, dass es ohne Kohlenhydrate eben doch geht... sogar bis zu dem Punkt, wo man im Supermarkt an den Süßigkeiten vorbeigehen kann, ohne dass man das Bedürfnis verspürt, zuzugreifen... und das zu jeder Tageszeit.


Süßungsmittel



Manche Süßungsmittel sorgen für Abhängigkeiten, obwohl sie zumindest kalorienarm sind. Aspartam und andere Stoffe finden sich oft in zuckerfreien Lebensmitteln, besonders in kalorienfreien Erfrischungsgetränken sind sie zu finden.

Es gibt viele Meinungen zu diesem Thema, von "harmlos" bis "krebserregend". Da muss jeder seine eigene Meinung bilden. Was leider negativ auffällt, ist, dass auch zuckerfreie Getränke den Insulinspiegel beeinflussen können. Zwar wird dann der Blutzucker nicht beeinflusst, der Körper tut aber dennoch so, als müsste er mit Insulin gegensteuern. Das muss nicht zwingend körperlich spürbare Folgen haben, es verringert jedoch die Fettabbaurate.

Ich versuche inzwischen, meinen Konsum solcher Getränke zu begrenzen. Wenn ich esse und trinke, gönne ich mir schon mal ein Zero- oder Light-Getränk, aber es muss ja nicht meine einzige Form der Flüssigkeitszufuhr sein, denn zwischen den Mahlzeiten ist auch mal ein Glas Wasser in Ordnung. Und das ist ebenfalls kalorienfrei.

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