Ein Plädoyer Für Den Apfel

Was soll man eigentlich essen während einer Diät? Ich möchte an dieser Stelle mal ein Plädoyer für den guten, alten (naja, eher einen frischen) Apfel halten. Ein einfaches, oft übersehenes Lebensmittel.

Der Apfel: der gesunde Kompromiss


Der Apfel

Der Apfel ist ein Standard-Obst unserer Kultur. Er ist nicht süß genug, um als "Süßigkeit der Natur" wahrgenommen zu werden, wie das bei Himbeeren oft der Fall ist, und er ist zu gewöhnlich, um als Superfood in die Top-10-Listen der gesündesten Lebensmittel aufgenommen zu werden.

Trotzdem ist er in jedem Supermarkt zu finden und hängt auch an so manchem Baum, wenn man genau hinsieht.


Der Apfel aus Sicht der Kalorien



Äpfel haben pro 100 Gramm etwa 52 Kalorien. Manche mehr, manche weniger. Das hängt etwas von der Sorte ab. Ein mittelgroßer Apfel wiegt 125 Gramm und hat 65 Kalorien. Wie wenig das eigentlich ist, kann man daran erkennen, dass eine Frau mit einem eher niedrigen Kalorienumsatz von 2000 Kalorien über 30 Äpfel essen müsste, nur um ihren Bedarf zu decken. Menschen mit einem höheren Grundbedarf, darunter dicke oder kräftige Menschen, müssten noch viel mehr essen.


Der Apfel aus Sicht der fettarmen Ernährung



Ich bin jetzt selbst kein Anhänger dieser Lehre, aber bei einem Anteil von 0,4 Prozent kann man definitiv von fettarmer, eigentlich schon von fettfreier Ernährung sprechen. Ein einziges Gramm Fett bekommt man erst nach zwei mittelgroßen Äpfeln. Das klingt doch fair!


Der Apfel aus Sicht von Low Carb



Hier wird es schon interessanter. Viele militante Low-Carb-Fanatiker sagen ja pauschal: "Lebensmittel X ist nicht low carb". Ohne auf Mengen einzugehen.
Der Apfel hat mal 10 Gramm, mal 14 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm. Das ist jetzt nicht die allerhöchste Kunst der Low-Carb-Küche, das stimmt. Aber der Apfel kann trotzdem seinen Platz im Low-Carb-Lebensstil finden. Und zwar als "Süßigkeit" am Ende einer Mahlzeit, als kleines Frühstück, oder sogar als Übergang für Menschen, die von einer normalen, undifferenzierten Ernährung auf low carb wechseln wollen. Als ich zum ersten Mal eine Low-Carb-Diät gemacht habe, habe ich es genau auf diese Weise getan. Das erste Wochenende war ein Wochenende, an dem ich mich fast nur von Äpfeln ernährt habe. Weil sie satt machen, mich gemäßigt mit Kohlenhydraten versorgen, mich aber auch zwingen, auf Fettverbrennung umzuschalten. Denn wie schon gesagt, man müsste über 30 Äpfel essen, um nur aus den Apfel-Kalorien leben zu können. Ging bei mir natürlich nicht. Daher kam es zum Wechsel im Stoffwechsel. Und low carb begann.


Der Apfel aus Sicht der Sättigung



Zu beachten ist bei Lebensmitteln, dass sie nicht nur aus Kalorien bestehen. Sie sind nicht nur verwertbares Fress-Material. Ein mittelgroßer Apfel, der 125 Gramm wiegt, besteht nur aus 15,2 Gramm Nährstoffen. In diesem Fall aus 14,3 Gramm Kohlenhydraten, 0,4 Gramm Eiweiß und 0,5 Gramm Fett. Hinzu kommen 3,0 Gramm Ballaststoffe, die vom Körper nicht verwertet werden können, Vitamine, Mineralstoffe und ganz viel Wasser. Was auch immer der Körper nicht gebrauchen kann, scheidet er wieder aus.
Den Apfel nur auf die Nährwerte zu beschränken, wäre in etwa so, als würde man sagen, man könne auch Apfelsaft trinken und dazu ein bisschen Styropor essen. Ob das so satt machen würde, weiß ich nicht. In jedem Fall gilt: Der Apfel macht für ein paar Kalorien sehr satt und befriedigt auch ein wenig die Lust auf Süßes.


Der Apfel aus gesundheitlicher Sicht



Ich sehe den Apfel als Absicherung bei einer Diät. Er liefert nicht exorbitante Mengen an Vitaminen, hält einen aber auch fit, wenn man sich eine Zeit lang eher künstlich ernährt, zum Beispiel durch Eiweißshakes. Ein kleines Bisschen Pflanzenstoffe ist dann doch gar nicht so schlecht. Auch für die Verdauung ist er gut, wenn er immerhin 3 Gramm Ballaststoffe pro Stück beisteuert. Ein kleiner Helfer, der auch Gemüse- und Obstmuffel überzeugen kann.


Fazit



Für den Apfel spricht, dass er viel Volumen und dabei wenige Kalorien hat, Ballaststoffe liefert, satt macht, auch in größereren Mengen nicht dick macht, ein paar nützliche Vitamine und Mineralien liefert und eine gute Überbrückungsmöglichkeit für Menschen darstellt, die den Umstieg von Süßigkeiten auf komplett disziplinierte Low-Carb-Ernährung nicht so einfach durchstehen.

Sogar dann, wenn man stark sein will und eine Woche lang komplett auf Kohlenhydrate verzichten will, sollte man ein paar Äpfel in der Küche lagern. Denn wenn man es gar nicht mehr aushält, ist der Apfel die bessere Notlösung!

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