Low Carb Oder Fasten? Was Ist Besser?

Wer meinen Blog in den letzten Monaten verfolgt hat, weiß, dass Fasten bei mir ein großes Thema geworden ist. Trotzdem stellt sich für viele die Frage: Was ist besser: Fasten oder Low Carb? Was passt besser zu mir? Wann sollte man fasten, und wann einfach nur die "richtigen" Gerichte essen?

Nachdem ich inzwischen auch gewisse Schattenseiten des Fastens für mich entdeckt habe, hier ein kleiner Überblick, wann aus meiner Sicht Fasten sinnvoll ist und wann Low Carb.


Wann Low Carb sinnvoll ist


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Wenn ich über eine Low-Carb-Ernährung spreche, meine ich, dass man in seiner täglichen Nahrung Kohlenhydrate reduziert. Eine ganz feste Grenze gibt es nicht, das ist von Mensch zu Mensch und von den persönlichen Zielen abhängig.

Eine kohlenhydratreduzierte Ernährung kann beim Abnehmen sehr effektiv sein. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Fasten ist, dass man auf Mahlzeiten nicht verzichten muss. Zumindest nicht auf, sagen wir, drei vernünftige Mahlzeiten am Tag. Wenn man zu viele Mahlzeiten einbaut oder ständig nur am Naschen ist (auch, wenn es Low-Carb-Snacks sind), scheitert die Diät an der zu hohen Energieaufnahme und an den fehlenden insulinfreien Zeiten.

Mit drei Mahlzeiten am Tag funktioniert die Diät dagegen ziemlich gut. Es gibt täglich mehrere lange Zeitfenster mit guter Fettverbrennung, und sowohl schnelle Eiweißshakes als auch aufwändig und liebevoll gemachte Gerichte sind möglich.

Die Low-Carb-Ernährung eignet sich für langfristigen Gewichtsverlust, vor allem dann, wenn man es nicht eilig hat, aber ein bestimmtes Zielgewicht erreichen will. Dadurch, dass die Low-Carb-Diät zahlreiche Lebensmittel erlaubt und viele leckere Gerichte beinhaltet, ist sie auch psychologisch gut durchzustehen.


Wann ist Fasten besser?



Fasten ist extrem effektiv, aber auch knallhart. Während einer Fastenzeit nimmt Insulin heftig ab, im Gegenzug steigen die Hormone, die bei der Fettverbrennung hilfreich sind, wie beispielsweise das Wachstumshormon HGH, deutlich an.

Fasten hat den Vorteil, dass es schon in kurzer Zeit schnelle Ergebnisse liefern kann. Es stimmt zwar, dass Menschen, die von einer "normalen" Ernährung zum Fasten wechseln, auch Wasser verlieren, doch auch das ist Gewicht und kann sich beim Anziehen der hautengen Jeans bemerkbar machen - indem man nämlich um die Beine herum schlanker ist.

Ich habe in einem Extrem-Experiment 7 Tage gefastet - also nur Flüssigkeit zu mir genommen. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Auf kurze Sicht kann man ganz schnell ganz viel Gewicht verlieren, und darunter ist auch eine Menge Fett.

Es gibt bei dieser Methode aber auch einige Schattenseiten. Im Nachhinein betrachtet ist mir aufgefallen, dass ich mich mehrere Wochen nach dieser Fastenzeit unausgeglichen fühle. Man darf eben nicht vergessen, dass mein Körper eine Woche lang nicht nur kalorienfrei operiert hat, sondern auch keine Vitalstoffe aufnehmen konnte, darunter wichtige Aminosäuren, die für Glückshormone, Stressreduktion und so weiter zuständig sind.

Hinzu kommt eine ganz spezielle Denkweise, die in Bezug auf Fasten schädlich ist. Ich nenne sie hier einmal die "verhandelnde Denkweise". Damit meine ich, dass man als Fastender dazu neigt, die Fastentage mit späteren Schlemmertagen "auszuhandeln". Nachdem ich also eine Woche lang gefastet hatte, hatte ich entsprechend große Lust darauf, wieder leckere Sachen zu essen, auch sündhafte Sachen wie Schokolade. In der Vorstellung, ich hätte ja nach der langen Fasten-Phase genug für mich getan, zogen sich die Schlemmertage dann immer weiter hin.

Die Gefahr beim Fasten besteht also darin, dass man sich im Nachhinein zu sehr selbst betrügt, in der Vorstellung, man habe ja schon "vorgearbeitet" und könne sich nun immer mehr und mehr gönnen, bis über den Punkt hinaus, wo man seine eigenen Erfolge des Fastens wieder zunichte macht.

Meine Schlussfolgerung daraus: Fasten birgt gewisse Risiken und Tücken im psychologischen Bereich, aber auch auf körperliche Weise, denn der Körper selbst scheint ebenfalls wieder "auffüllen" zu wollen, was ihm abhanden gekommen ist.

Deshalb ist Fasten eher kurzfristig sinnvoll. Wenn man innerhalb von ein paar Tagen schnell abnehmen muss. Wenn man es übertreibt, landet man möglicherweise später in einer Phase, in der man sich nicht mehr kontrollieren kann.

Die Kontrolle zu behalten, ist manchmal wichtiger als schnelle Erfolge. Ich halte Fasten weiterhin für eine effektive Maßnahme. Aber jeder muss für sich entscheiden, ob er nach dem Fasten noch die Kontrolle über den weiteren Gewichtsverlauf hat, oder ob es nach dem Fasten zu einer "verhandelnden Denkweise" kommt, bei der man die verlorenen Kilos wieder mit Fresslust ausgleicht und dies innerlich rechtfertigt!

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