Wasserschleifstein Zum Messerschärfen Nutzen!

Küchenmesser werden mit der Zeit stumpf. Das betrifft sowohl billige Messer aus dem Supermarkt als auch hochwertige Zwilling-Messer aus Kaufhäusern. Durch die Abnutzung und Reinigung der Messer ist es ganz normal, das dass Material abstumpft und wieder geschärft werden muss.

Mit einem Wetzstahl kann man zwar Küchenmesser so schärfen, dass sie Obst und Gemüse wieder gut schneiden, die Ergebnisse sind aber meist etwas grob und erinnern an eine feinzackige Säge. Wer es noch schärfer haben will, kann mit einem Wasserschleifstein bessere Ergebnisse erzielen.


Der Wasserschleifstein zum Messerschärfen


Wasserschleifstein zum Messerschärfen
Wasserschleifstein

Ein Wasserschleifstein bzw. Wasserwetzstein ist ein aus unterschiedlichen Varienten von Sedimentgestein zusammengesetztes Werkzeug, mit dem man Küchenmesser schärfen kann. Meistens ist solch ein Wasserstein zweiseitig, mit einer grobkörnigen und einer feinen Seite. Wie stark der Unterschied in der Körnigkeit ist, hängt vom Hersteller ab und kann sehr verschieden sein.

Je grober das Gestein, desto niedriger die genannte Zahl auf dem Stein, je feiner, desto höher die Nummer. Es gibt bei der Körnung wirklich zahlreiche Varianten, es bleibt jedoch Liebhabern der Schleifkunst überlassen, sich hier mit teilweise teuren japanischen Wasserschleifsteinen auszutoben. Für Anfänger genügt ein einfacher Wasserschleifstein vollkommen aus, schließlich soll man erste Erfahrungen damit sammeln und im besten Fall erfüllt der Stein seinen Zweck über mehrere Jahre.


Meine Erfahrungen mit dem Wasserschleifstein



Da ich im Messerschärfen ein blutiger Anfänger bin und keine Ambitionen habe, ein Guru der Schleifsteine zu werden, habe ich mich einfach entschieden, den Bestseller von Amazon zu kaufen.

Dieser Wasserschleifstein eignet sich hervorragend dazu, Küchenmesser zu schärfen, und kostet dabei unter 20 Euro. Es wäre sicherlich falsch, zu besonders teuren Steinen (der teuerste auf Amazon war ein Japan-Import im Wert von 646 Euro) zu greifen, wenn man noch gar keine Erfahrungen mit solchen Steinen hat.

Die Funktionsweise von Schleifsteinen ist ebenfalls interessant. Man schleift nicht mit dem trockenen Stein, sondern macht ihn zunächst gleitfähig. Es gibt Schleifsteine, die tatsächlich geölt werden, doch ein normaler Wasserschleifstein wie der meine kann für einige Minuten in Wasser getaucht werden und ist dann einsatzbereit.

Der Schleifstein wird direkt mit einem Aufsatz geliefert, so dass man ihn sowohl in einer Wasserschale von allen Seiten nass machen als auch später gut auf einem Tisch platzieren kann. Sobald keine Luftbläschen mehr aufsteigen, kann man den Schleifstein aus dem Wasserbad entfernen und auf einen Tisch stellen. Um den Tisch vor Feuchtigkeit zu schützen und ihn zu stabilisieren, habe ich ein paar Stofftücher darunter gelegt. Der Stein war dann rutschfest und ich konnte loslegen.

Die Technik beim Messerschärfen ist natürlich auch wichtig. Ich habe mir mehrere Videos bei Youtube angesehen, um zu erkunden, ob es eine Technik gibt, die vorrangig benutzt wird. Während einige Messerschärfer ihre Küchenmesser auf dem Schleifstein nur auf und ab bewegen, gibt es eine ganzheitliche Bewegung, die die gesamte Klinge schärft.



Hierzu bewegt man die Klinge von der oberen äußeren Steinkante bis zur unteren Steinkante der diagonal gegenüberliegenden Seite und zieht dabei die gesamte Klinge während der Bewegung nach unten, so dass man anfangs die Griffkante und zum Ende hin die Spitze des Messers geschliffen hat. Man dreht dann das Messer um und führt dieselbe Bewegung spiegelverkehrt aus. Das alles ohne viel Druck oder Geschwindigkeit, stattdessen mit viel Ruhe und Präzision.

Was den Winkel angeht: Perfekt messen kann man diesen Winkel nicht, man muss ihn sich vorstellen und frei wählen. Nach meinen Erfahrungen und den Tipps und Tricks, die ich im Internet recherchiert habe, werden 10 bis 20 Grad Neigung oft empfohlen. Um einen solchen Winkel hinzubekommen, kann man am besten das Messer auf den Stein legen, als ob man schneiden wollte. Wenn es so auf dem Stein liegt, hat man einen Winkel von 90 Grad. Neigt man das Messer nun zur Hälfte, landet man bei 45 Grad, halbiert man die Neigung nochmals, ist man bei etwa 22-23 Grad. So kann man sich gut vorstellen, welchen Winkel man hat. Man sollte hier aber nicht zu wissenschaftlich agieren und einfach nach Gefühl schleifen.

Letzten Endes kann ein Messer scharf werden, egal wie spitz der Winkel zuläuft, solange man sich in etwa vorstellt, man würde die oberste Schicht eines Butterwürfels abschneiden.


Während des Messerschärfens



Während man also die Bewegung beim Messerschärfen wiederholt, immer jeweils von einer Seite zur nächsten wechselnd und immer beide Seiten des Messers gleichermaßen, ist es interessant, hin und wieder mit einem Stück Küchenpapier sowohl den Metallstaub abzuwischen als auch den Schnitt-Test zu machen. Denn mit der Zeit wird das Küchenmesser dann tatsächlich schärfer.

Anfangs arbeitet man zunächst mit der groben Hälfte des Wetzsteins, danach nutzt man die feinere Hälfte, um das Messer wirklich scharf zu machen. Man kann ganz vorsichtig mit dem Finger abtasten, wie sich das Messer entwickelt, sollte es aber nicht übertreiben, denn Küchenpapier oder sogar normales Papier ist besser geeignet, um den Schnitt-Test durchzuführen.

Je abgenutzter ein Messer ist, desto länger dauert es, es wieder einigermaßen scharf zu bekommen. Doch der Aufwand lohnt sich, so dass man nicht alle zwei Jahre neue Küchenmesser kaufen muss.

Hin und wieder, wenn man feinen Staub abwischt und das Messer testet, kann man den Schleifstein nochmals mit Wasser befeuchten und Materialreste abwischen.

Insgesamt gesehen lohnt es sich im Vergleich zum regelmäßigen Messerkauf, einen Wasserschleifstein zum Messerschärfen zu kaufen, und das Ritual des Schärfens, welches man auch locker nebenbei beim Fernsehen ausführen kann, hilft dabei, die Wertschätzung für das Küchenmaterial hoch zu halten. Gute Pflege ist eben alles.

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