Verstopfungen Bei Kleinkindern Lösen

Eines der häufigsten und frühesten Probleme der Kindheit sind Verstopfungen bei Kleinkindern. Die Gründe hierfür sind meistens eine Mischung aus Ernährungsfehlern einerseits und typischen Verhaltensmustern in der Entwicklungsphase des Kindes. Mit ein paar Maßnahmen lassen sich die unangenehmen Folgen aber durchaus in den Griff bekommen.


Verstopfungen bei Kleinkindern - Ursachen


Verstopfungen bei Kleinkindern
image courtesy of Serge Bertasius / freedigitalphotos.net

Kinder, ganz besonders Kleinkinder, die gerade erste Erfahrungen mit fester Nahrung machen, haben weder das Verständnis für gesunde Ernährung, noch können sie die Folgen falscher Ernährung auf den Stuhlgang nachvollziehen.

Wenn sich Kinder sehr ballaststoff- und mineralstoffarm ernähren, können Verstopfungen gehäuft auftreten. Zusätzlich kann Bewegungsmangel eine Ursache sein, die bei der Stuhlbildung zum Problem wird.

Neben diesen rein physiologischen Ursachen spielt die Kindesentwicklung eine Rolle. Kleinkinder erlangen im Alter von zwei bis drei Jahren allmählich die Kontrolle über ihre Ausscheidungen. Mit dieser "analen Phase" einhergehend ist auch eine Zeit der Experimente, in der die Kinder unter anderem versuchen, den Stuhlgang zurückzuhalten. Im Extremfall kann eine Verstopfung dadurch begünstigt werden. Wenn das Kind anschließend eine negative, schmerzvolle Erfahrung beim nächsten Windelwechsel oder Toilettengang macht, kann dies zu einem Teufelskreis der Verstopfung führen, bei dem ein Kleinkind immer seltener Ausscheidungen zulässt und den Körper sogar verkrampft, um möglichst lange eine Wiederholung der negativen Erfahrung zu vermeiden, unwissend, dass das Problem damit immer schlimmer wird.


Verstopfungen bei Kleinkindern Behandeln



Wenn es erst einmal zu Verstopfungen bei Kleinkindern gekommen ist, führt der erste Weg in der Regel zum Kinderarzt. Eine Verstopfung tritt meistens so unerwartet auf, dass der Arzt handeln muss und Abführmittel wie beispielsweise Zäpfchen anwenden muss, um dem Kind schnell und effektiv zu helfen. Dadurch lassen sich die Verstopfungen lösen.

Es ist sinnvoll, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn wenn sich die Verstopfung erst einmal bemerkbar gemacht hat, ist es zu spät, präventiv zu handeln, eine sofortige Lösung muss her, um dem Kind unnötige Schmerzen und Verletzungen zu ersparen.

Wenn die erste Erfahrung mit Verstopfungen bereits gemacht ist und das Problem erkannt ist, bieten sich jedoch Maßnahmen an, um in Zukunft das Risiko für Verstopfungen bei Kleinkindern zu vermeiden oder zumindest zu verringern.


Verstopfungen bei Kleinkindern vorsorglich verhindern



In der Regel ist es nicht nötig oder sinnvoll, dass ein Kleinkind für längere Zeit Abführmittel einnimmt, sofern der Arzt dies nicht verordnet.

Vielmehr muss die Verdauung des Kindes für längere Zeit natürlich verbessert werden. Dazu gehört, dass die Ernährung ballaststoffreicher wird. Ballaststoffe sind unverdauliche Anteile der Nahrung, die bei der Stuhlbildung und Verdauung hilfreich sind. Wundermittel mit sehr hohem Ballaststoffgehalt wie Leinsamen, Kleie oder Chiasamen sind dafür gar nicht einmal nötig. Es reichen gewöhnliche Lebensmittel, die man den Kindern aber auch schmackhaft machen muss: Unverarbeitetes Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkorn, sogar Müsli kann hilfreich sein. Dazu immer wichtig: Viel trinken! Der tägliche Flüssigkeitsbedarf bei Kleinkindern beträgt ca. 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht.

Auch der Mineralienhaushalt muss stimmen, um Verstopfungen bei Kindern zu verhindern. Ein Schlüsselspieler für eine gute Verdauung ist beispielsweise Magnesium. Magnesium ist nicht nur dafür verantwortlich, dass sich der Verdauungstrakt entspannt, es ist auch für die Nerven von Kindern wichtig und sorgt für mehr Ausgeglichenheit.

Der tägliche Magnesiumbedarf von Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren liegt bei 80 Milligramm. Eltern, denen es schwer fällt, ihr Kind mit gesundem Obst, Gemüse oder Nüssen zu versorgen, können beispielsweise mit Magnesiumcitrat nachhelfen. Es wird jedoch bei Kleinkindern empfohlen, nur 65 Milligramm in Form von Nahrungsergänzung einzunehmen. Außerdem ist bei der Dosierung immer eine gewisse Vorsicht geboten, und darüber hinaus kann es besser sein, vorher mit dem Kinderarzt über diese Überlegung zu sprechen. Davon abgesehen ist Magnesium das vermutlich natürlichste Abführmittel in entsprechender Dosis! Wenn es Eltern gibt, die es in der Erwachsenendosis bei sich selbst ausprobieren wollen - mehrmals täglich 3 Gramm Magnesiumcitrat führen in der Regel zum Ziel.

Neben der Ernährung und ausreichender Bewegung ist es wichtig, dass das Kleinkind außerdem die anale Phase in gesunder Form durchlebt. Das Verhältnis zu den eigenen Ausscheidungen muss gut ausgelotet werden. Kleinkinder sollen sich weder vor ihrem eigenen Kot ekeln müssen, noch sollten sie unter Druck gesetzt werden, schnell "auf den Topf gehen" zu lernen.

Ein paar Maßnahmen eignen sich hier, die auf lange Sicht auch gegen Verstopfungen helfen, weil sie dem Kind helfen, besser mit Stuhlgang umzugehen:


  • Die Windel muss immer erlaubt sein, wenn dies vom Kind gewünscht ist
  • Getränke sollten häufig angeboten werden, nicht erst dann, wenn das Kind Durst signalisiert
  • Das Kind darf ermutigt werden, zur Toilette zu gehen, soll aber keinem Erwartungsdruck der Eltern ausgesetzt sein (Toilettengang als Ritual mit freiem Ausgang)
  • Um nicht zu sehr auf die eigenen Ausscheidungen und das Zurückhalten des Stuhlgangs fixiert zu sein, empfiehlt es sich, wenn Kinder Ersatzbeschäftigungen bekommen, die von der sensorischen Wahrnehmung her ähnlich sind, zum Beispiel Spielen mit Knete, Gummi, Erde, Sand und ähnlichen Materialien - eine Rücksprache mit dem Erzieherteam in der Kindertagesstätte kann ebenfalls sinnvoll sein, um das Kind in seiner Entwicklung zu fördern


Wenn Eltern die Ernährung, Flüssigkeitsversorgung, ausreichende Bewegung und die Kindesentwicklung im Auge behalten, lassen sich Verstopfungen bei Kleinkindern bekämpfen, beseitigen und letztendlich besiegen.

1 Kommentar:

  1. Interessanter Beitrag. Wenn ich mal Kinder haben werde, werd ich darauf zurück greifen :) weiter so bitte

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