Öfters Mal Fastentage Einlegen!

Viele Erkenntnisse ergeben sich erst allmählich im Laufe der Jahre, wenn man sich mit Ernährung beschäftigt. Das sind Dinge wie "1000 Kalorien sind nicht immer 1000 Kalorien, es kommt auf die Zusammensetzung an". Beim Fasten ist es so ähnlich. Es ist eben nicht dasselbe, ob ich an Tag 1 genau 0 Kalorien zu mir nehme und an Tag 2 6000 Kalorien, und das vergleiche mit zwei Tagen zu je 3000 Kalorien.

Es gibt Körperfunktionen, die sich nicht mathematisch berechnen lassen. Im Körper laufen viele Dinge ab, hormonelle Vorgänge unter anderem, und die steigern zum Beispiel auch den Fettabbau jenseits jeder Mathematik.

Bei mir rückt inzwischen das Fasten wieder in den Fokus. Fasten ist mehr als nur Nahrungsverzicht, um ein paar Kalorien zu sparen. Es geht um mehr als eine Zahl an Kalorien, die man sich weg hungert. Dahinter steckt deutlich mehr.

Aber selbst, wenn man die Idee von den Kalorien nicht ganz zurück lassen möchte, lohnen sich Fastentage. Hier deshalb ein paar Gedanken dazu.


Warum man öfters mal fasten sollte


image courtesy of patrisyu / freedigitalphotos.net

Es gibt verschiedene Formen des Fastens, und auch stundenweises Fasten kann sinnvoll sein. Ich will aber heute mal über tageweises Fasten sprechen, auch wenn das für viele Menschen ein knallharter Schritt ist.

Aus kalorischer Sicht allein macht Fasten auf jeden Fall Sinn. Selbst, wenn man die besonderen Wirkungen der Fastentage für das Gewicht außer Acht lässt, würde es mathematisch sehr sinnvoll sein, einen Fastentag einzulegen. Denn selbst dann, wenn man am Tag nach einem Fastentag beim Essen richtig zugreift, ist es eher unwahrscheinlich, dass man sämtliche Kalorien, die man am Vortag eingespart hat, wieder "aufholt". Das ist vor allem dann wahr, wenn man auch den Tag nach dem Fasten noch als Teil der Diät versteht. Es geht dann mehr um bewusstes Essen, nicht um eine Entschädigung, die man sich für sein Leiden verdient hat.

Auch das Wachstumshormon HGH spielt eine Rolle beim Fasten. HGH sorgt dafür, dass wir schlank im Schlaf werden. Die Menge an HGH lässt sich durch einige Faktoren wie Sport oder Fasten beeinflussen. Der Spiegel an HGH ist während Fastenzeiten durchaus höher als sonst, und selbst ein Dinner Cancelling hat hier einen positiven Effekt, und zwar über die reine Kalorienersparnis hinaus!

Noch besser wird es, wenn man mal knallhart durchfastet. Durch die lange Fastenphase kann das HGH sich besser bilden und das Fett kann ungestört schmelzen. Da nicht nur Zucker, sondern beispielsweise auch Eiweiß dazu führt, dass Insulin gebildet wird, und Insulin ein Gegenspieler von HGH ist, kann es eine sinnvolle Idee sein, das HGH mal konkurrenzlos wirken zu lassen. Am effektivsten sind dabei Phasen des Fastens von circa 36 Stunden (z.B. bei der 10in2-Diät), weil man dabei nicht nur einen kompletten Tag, sondern die Nacht davor und danach mit einbauen kann, was bei der Nutzung des nächtlichen HGHs sehr wirkungsvoll ist.

Auch aus psychologischer Sicht lohnt sich eintägiges Fasten. Während man sich bei täglich "reduzierter" Ernährung nicht immer an seine Regeln hält, manchmal nachgibt oder zu viele Ermessensspielräume freigibt, ist ein abwechselndes Fasten (1 Tag Fasten, 1 Tag essen, was ich will) einfacher umzusetzen. Man weiß dann, dass es am Fastentag nichts zu essen gibt, wodurch man sich selbst nicht mehr auszutricksen versucht. Gleichzeitig hat man für den Folgetag die Möglichkeit, sich alles zu erlauben, und das wirkt motivierend (das heißt nicht, dass man alles ohne Grenzen fressen muss).

Fasten ist außerdem eine Lebensweise, die mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nahe an der Natur gebaut ist. Es entspricht der Lebensart vieler anderer Lebewesen, wahrscheinlich auch der unserer Vorfahren, nicht in vollkommen regelmäßigen Abständen zu essen, sondern auch mal ohne Nahrung auskommen zu müssen. Ein Wechsel von Ruhephasen, Hungerphasen, hochaktiven Jagdphasen und Sättigungsphasen ist absolut natürlich und nützt und hormonell mehr als die ständig abportionierte Ernährungsweise mit festen Mahlzeiten.

Auch für das Wiegen (in Bezug auf den Darminhalt) kann ein Fastentag interessant sein. Wenn man sich einmal pro Woche wiegt (und das empfehle ich ja), dann kann das Gewicht sehr stark schwanken. Am Tag vor dem Wiegen isst man vielleicht in der einen Woche nur ein paar Eiweißshakes, in der Folgewoche aber vielleicht eine riesige Low-Carb-Pizza auf Basis von Mandelmehl.
Wenn man aber am Tag vor dem Wiegen einen Fastentag einbaut, kann es dazu kommen, dass man vielleicht eher einen leeren Magen-Darm-Trakt hat, als wenn man am Vortag etwas isst. Dadurch normalisieren sich die Ergebnisse auf der Waage und werden besser zueinander vergleichbar. Auch das hilft bei der Kurzzeitmotivation.

Fastentage können das Abnehmen kräftig beschleunigen. Übertreiben sollte man es aber nicht. Wer ständig nur Nulldiät macht, lässt dadurch seine Muskeln verkümmern, weshalb Stillstand droht. Daher sollten einzelne Fastentage von beiden Seiten mit leckeren und gesunden Refeed-Tagen ummauert sein.

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