Die Ersten 2 Wochen Sind Die Härtesten (Anfangsphase Von Low Carb)

Wie ich auch jetzt wieder merke, sind die ersten Tage und Wochen die entscheidenden und härtesten, wenn man sich auf eine Low-Carb-Diät einlässt. Mentale Faktoren spielen dabei eine Rolle, nämlich einerseits die Einstellung, dass man sich nun fest und kompromisslos in der Ernährung einschränkt, und dass man andererseits Gefahren vermeidet - zum Beispiel in Form von gekauften Süßigkeiten oder anderweitig nach Hause gebrachten Leckereien mit Kohlenhydraten.

Es ist enorm wichtig, dass man nicht in alte Muster verfällt, denn der Blutzuckerspiegel ist nicht nur ein physiologischer Wegweiser, sondern auch ein psychologischer Signalgeber. Niedriger Blutzucker bedeutet nämlich Nervosität, Zittrigkeit, Heißhunger, Lust auf Süßes. Der Verstand ist dann hilflos!

Ich habe die ersten Tage und Wochen nun überbrückt. Und dass, nachdem ich einige Monate immer mal wieder halbherzige Versuche gestartet habe, nach meinem Umzugsstress (und damit einhergehenden Gewichtszuwachs) wieder abzunehmen.

Etwa 4-5 Kilo Gewichtsverlust in einem Monat sind ein guter Start. Doch wie konnte ich die schwere Startphase überwinden? Hier die Dinge, die ich getan habe...


Radikaler Kohlenhydratverzicht


Huftsteak mit Frischkäse und Feldsalat

Es bestätigt sich immer mehr, dass ein radikaler Verzicht auf Kohlenhydrate in der Anfangsphase anscheinend wirklich nötig ist. Ich schwankte lange Zeit zwischen einem vorsichtigen Start und einem gemächlichen Abnehmen und einer radikalen Anfangsphase.

Das Problem liegt darin begründet, dass der Verstand nicht so will wie der Magen. Man kann sich logisch vorstellen, dass ein bisschen Kuchen hier und ein kleines Stück Schokolade da nicht schaden kann, wenn die Kalorien stimmen und man sich an seine eiweißreichen Gerichte hält. Doch diese Denkweise geht oft nicht auf, weil man immer mehr und mehr Kohlenhydrate möchte und die "Ausnahmen" immer mehr Ausmaß annehmen.

Ich will es so krass sagen, wie ich es selbst erlebt habe: Ein einzelnes Stück Torte kann eine Low-Carb-Diät vernichten. Ich meine damit nicht, dass man zunimmt. Das Gewicht bleibt zunächst unberührt, wenn man nicht mehr gegessen hat als an den Tagen davor. Doch die physiologischen und psychischen Folgen können fatal sein.

Einerseits nämlich kommt viel Zucker in den Körper und man wird nach einigen Stunden wieder zittrig und nervös. Auf der anderen Seite hat man mit der Torte (Kuchen, Schokolade, Keks, was auch immer) einen schwerwiegenden Präzedenzfall geschaffen. Von nun an gilt nämlich:"Ich habe schon bei der Torte (Kuchen etc.) eine Ausnahme gemacht, dann kann ich mir ja jetzt eigentlich auch noch was Süßes gönnen". Das geht dann von Tag zu Tag immer so weiter.

Deshalb muss die Anfangsphase radikal sein. Kohlenhydrate müssen so gut wie möglich vermieden werden. Erlaubt sind Kohlenhydrate nur in Lebensmitteln, die wir als Teil der Diät ansehen. Beispiel: Salat, Gemüse, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Kleie und so weiter. Das sind Lebensmittel, bei denen wir nicht an Naschen denken, außerdem ist der Kohlenhydratgehalt niedrig und überschaubar. Es wird auch kein Blutzuckerchaos verursacht.


Sicherheit im Leben ohne Kohlenhydrate finden



Der nächste Schritt in der Anfangsphase von low carb ist nun, eine gewisse Sicherheit zu finden. Hierzu gehört, dass man merkt, wann man den Punkt erreicht hat, an dem einem ein Gang durch die Süßigkeitenabteilung des Supermarkts nichts mehr bedeutet. Keine Sehnsucht, kein Wehklagen, einfach nur Gleichgültigkeit. Dieser Punkt kommt irgendwann, auch wenn Schwächephasen möglich sind. Aber generell muss man diesen Punkt erreichen, bevor man darüber nachdenken kann, Kohlenhydrate "in Maßen" wieder einzuführen. Die Abhängigkeit muss zunächst vollkommen verschwunden sein.

Ein wichtiger Weg, um dort hin zu kommen, ist die Einführung von "Hammer-Gerichten". Das sind Gerichte, die man liebt, die einem unglaublich toll schmecken, und die trotzdem low carb sind. Es ist nicht zwingend so, dass das Gericht, welches man vor der Diät als sein Lieblingsrezept empfand, nun mit Ersatzlebensmitteln zum neuen Lieblingsgericht werden muss. Oft sind Ersatz-Nudeln, Ersatz-Brot und so weiter nicht so lecker wie das Original. Aber es gibt andere Lebensmittel, die in den Mittelpunkt rücken können.

Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich angefangen habe zu grillen, und zwar gutes, edles Fleisch, saftig und zart, dazu cremiger Käse und ein leckerer Feldsalat. Es gibt viele richtig gute Lebensmittel, die auch dann noch super schmecken, wenn sie keine Nudeln etc. mit sich bringen.


Kohlenhydrate nur, solange man Kontrolle hat



Es ist in Ordnung, wenn man nach einer Weile wieder kleine Portionen Kohlenhydrate in den Alltag einbaut. Dr. Strunz erlaubt dies in seiner Diät ebenfalls, indem er von drei Phasen spricht. Einer ohne Kohlenhydrate, einer mit sehr wenigen und eine mit gemäßigten Mengen an Kohlenhydraten.

Doch das wichtigste Element bleibt die Anfangsphase der Low-Carb-Diät, die man im Zweifel lieber etwas länger durchhalten sollte. Erst, wenn einem Kohlenhydrate nicht mehr so wichtig sind, kann man die Anfangsphase als abgeschlossen betrachten. Und was auch immer man tut, man sollte darauf achten, dass man selbst die Kontrolle über die Ernährung hat, und nicht der Zucker.

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