Eingewöhnungsphase Bei Low Carb - Was Beachten?

Die Eingewöhnung bei einer Low-Carb-Diät ist vermutlich der größte Stolperstein und gleichzeitig wichtigste Schritt, um die Diät erfolgreich durchzuführen. Sowohl körperliche als auch psychische Faktoren spielen bei der Eingewöhnungsphase eine Rolle.


Eingewöhnung - Die ersten schweren Tage


Low Carb Eingewöhnungsphase
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Es ist gar nicht so leicht zu sagen, ob der körperliche oder der psychische Anteil am Stress in den ersten Tagen der Low-Carb-Diät am schwersten zu ertragen ist; teilweise sind beide Phänomene miteinander verwoben.

Auf körperlicher Ebene spielt neben dem Blutzuckerspiegel auch die Energieversorgung des Körpers eine Rolle. Der Körper läuft noch auf Zucker, während die ersten Tage der Diät laufen. Dr. Strunz beschreibt hierzu in seinen Büchern, dass die für die Fettverbrennung notwendigen Enzyme noch nicht ausreichend gebildet sind und erst im Laufe der Wochen auf dem Niveau sind, welches gebraucht wird, um nicht ständig unter Low-Carb-Müdigkeit zu leiden.

Psychische Elemente sind ebenfalls nicht zu unterschätzen in der Eingewöhnungsphase. Selbst ich als erfahrener Low Carber merke immer noch, dass eine Stimme in mir sagt, dass low carb anstrengend ist, wenn ich eine Weile nicht besonders auf meine Ernährung geachtet habe und dann wieder in die Umstellungsphase komme.

Die Umstellung auf low carb bringt dann noch mit sich, dass man auf manche Dinge verzichten muss, die man im Supermarkt ständig präsentiert bekommt. Viele Gedanken schleichen sich dann ein. Konkretes Beispiel jetzt gerade: Schokolade in ganz besonderen Sorten, die es nur zu Weihnachten gibt. Lebkuchen natürlich auch. Und dann noch die Tatsache, dass um diese Jahreszeit jeder ein Auge zudrückt beim Essen. All das spielt natürlich gegen den Gedanken einer Low-Carb-Diät und macht die Eingewöhnungsphase zusätzlich schwierig, auch wenn der Verzicht auf Süßigkeiten auch sonst sehr anstrengend ist.


Es geht bergauf, wenn man durchhält



Die Besonderheit bei der Eingewöhnung liegt aber darin, dass alles einfacher wird, je länger man durchgehalten hat. Das ist aber etwas, was man selbst erleben muss, um es zu glauben. Es reicht nicht, wenn ich es nur predige. Ich glaube es ja selbst nicht, dass ich auf Schokolade verzichten kann, bis ich dann die Umstellung auf low carb voll durchgezogen habe und merke, dass die Schwankungen im Blutzuckerhaushalt ausbleiben - und damit auch die psychischen Abhängigkeitserscheinungen.

Es hat sich dabei aus meiner Erfahrung gezeigt, dass der Verzicht auf Kohlenhydrate möglichst konsequent sein sollte. Die ersten zwei Tage kann man als Übergangsphase betrachten, manchmal fühlt man sich dann so schwach, dass einem schwarz vor Augen wird, wenn man vom Sofa aufsteht. In solchen Situationen sehe ich Äpfel und andere Obstsorten als gute Notlösung, um zumindest die gröbste Kohlenhydrat-Abhängigkeit abzufedern.

Dann jedoch, nach den ersten 48 Stunden, sollte man mit Kohlenhydraten noch strenger sein. Dieses Prinzip ist ebenfalls in Einklang mit Dr. Strunz, der zunächst empfiehlt: "Drehen Sie den Hahn zu!" - und damit meint er die Kohlenhydrate.

Erst, wenn man sich völlig frei gemacht hat von der Abhängigkeit von Kohlenhydraten, kann man wieder anfangen, Kohlenhydrate in kleinen Mengen zu genießen. Dann muss man nicht mehr zwingend auf die 0 (null Gramm Kohlenhydrate) zusteuern, die ohnehin unerreichbar sind.

Das Entscheidende jedoch, um es nochmals zu betonen, ist, dass man es erleben muss. Man muss es selbst erleben, wie es sich anfühlt, wenn die Last plötzlich von einem genommen wird. Wenn man merkt, dass Schokolade nicht mehr so eine "Sehnsucht" auslöst.

Deshalb ist die Eingewöhnungsphase bei low carb so schwierig. Weil man es Betroffenen nur schwer vermitteln kann, dass die Tortur der ersten Tage und Wochen irgendwann aufhört.

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