KSafe Im Test: Meine Erfahrungen

Letzte Woche habe ich ja bekanntlich meinen KSafe bekommen. Was das ist und wofür man es benutzt, könnt ihr in meinem letzten Artikel nachlesen.

Meine Erwartungen waren hoch, dennoch war ich auch skeptisch, denn es war noch zu klären, ob man Süßigkeiten und andere Belohnungen bzw. Laster wirklich in einem Safe weg sperren kann, ohne sich unerlaubten Zugriff zu verschaffen.


Die wichtigsten Fragen zum KSafe


KSafe
Der KSafe mit sündhaften Smarties als Inhalt

Vielen Menschen, die meinen letzten Artikel bereits gelesen haben, haben bereits eine gewisse Vorstellung davon, worum es sich hierbei handelt. Es gibt aber einige Fragen, die auftauchen können, gerade deshalb, weil man diesen Kitchen Safe (so die vollständige Bezeichnung) eigentlich nur dann richtig versteht, wenn man in Aktion gesehen hat.

Ich habe meine Erfahrungen mit dem KSafe in einem kleinen Frage-Antwort-Katalog zusammen gestellt. So ist es meiner Ansicht nach am einfachsten, die Funktionsweise zu verstehen und auch nachzuvollziehen, warum der KSafe tatsächlich sicher ist und den Inhalt schützt (oder besser gesagt, den Menschen vor dem Inhalt).

Fangen wir an:


Wie funktioniert der KSafe?



Der KSafe besteht aus zwei Teilen. Zum einem aus einem Kunststoffcontainer aus Plexiglas, zum anderen aus dem Verschlusselement, welches die Zeitschaltuhr und den Verschließmechanismus beinhaltet.

Wenn man beide Elemente aufeinander gesetzt hat, stellt man mit einem kleinen Drehrad die gewünschte Dauer ein. Sobald man bestätigt und diese Bestätigung nicht innerhalb von 5 Sekunden widerruft, schieben sich an den Seiten kleine Kunststoffteile durch Öffnungen im Plexiglas und versiegeln damit den Inhalt. Für den gewählten Zeitraum ist der Inhalt nicht aus der Box zu bekommen, außer man wendet äußerste Gewalt an und zerstört damit den gesamten Behälter (was sehr teuer wäre).


Welche Dauer lässt sich einstellen?



Ich bin zunächst davon ausgegangen, dass man für Wochen oder Monate etwas in dem KSafe einschließen könnte. Dem ist jedoch nicht so. Man kann aber zwischen einer Minute und 10 Tagen jede beliebige Zeitspanne auswählen, und meinen Erfahrungen nach zu urteilen sind besonders Zeitspannen über eine Woche sehr praktisch, damit liegt der KSafe also innerhalb dessen, was sinnvoll ist.


Kann man aus Versehen eine viel zu lange Verschlussdauer einstellen?



Genau das war eine meiner Sorgen. Manche Menschen lassen ja ihr Handy im KSafe, damit sie sich von süchtig machenden Spielen oder beispielsweise von Facebook lösen können. Auf der anderen Seite kann das Handy manchmal extrem wichtig sein, somit wäre es fatal, es aus Versehen zu lange einzusperren.

Abgesehen davon, dass die maximale Verschließdauer 10 Tage beträgt, gibt es noch zwei Mechanismen, die meiner Meinung nach versehentliche Verschlüsse sehr unwahrscheinlich machen.

Der eine Mechanismus ist das Drehrad. Die Zeitspanne für den Verschluss wird also nicht durch Tasten und Knöpfe eingegeben, sondern mit dem Rad dreht man so lange, bis man die gewünschte Dauer erreicht hat, angefangen von einer Minute bis hin zu 10 Tagen. Wenn man schnell genug dreht, kann man in etwa zwölf Sekunden zu der Einstellung mit den 10 Tagen kommen. Aber auch Feineinstellungen, also ganz bestimmte Tage, Stunden und Minuten, sind möglich.

Der zweite Schutzmechanismus ist die Tatsache, dass man nach dem Bestätigen der Dauer noch fünf Sekunden hat, um den Vorgang abzubrechen. Der Countdown wird im Display angezeigt und einmal aufs Rad drücken beendet den Timer.

Was ebenfalls hinzukommt, ist, dass es äußerst schwer, nahezu unmöglich ist, gleichzeitig das Rad zu drehen und es zu drücken. Es kommt also nicht vor, dass man beim Einstellen der Dauer aus Versehen bereits bestätigt.

Ich sehe keine Gefahr, dass man aus Versehen den falschen Zeitraum einstellt, solange man das Display genau liest.


Lassen sich die Batterien herausnehmen, wenn der Safe aktiv ist?


Kitchen Safe
Der KSafe in verschlossenem Zustand

Mein größter Zweifel an der Funktionsfähigkeit des KSafe war die Möglichkeit, die Batterien des Safe zu entfernen und die Box auf diese Weise ganz leicht zu öffnen. Das hätte das ganze Prinzip witzlos gemacht, denn speziell bei Süßigkeiten und Heißhunger wäre es ein Leichtes, an den Inhalt zu kommen, wenn man unbedingt will.

Wenn man die Funktionsweise des KSafe jedoch versteht, spielen diese Überlegungen keine Rolle. Um Klarheit zu schaffen: Ja, man kann das Batteriefach öffnen, auch wenn der Safe aktiv ist. Jedoch nützt das nichts, da der KSafe sich selbst freigeben muss, und das kann er nur mit elektrischer Energie. Von daher ist es auch absolut richtig, dass man das Batteriefach öffnen kann, für den Fall, dass die Batterien leer sind.

Ich habe bereits mehrfach ausprobiert, was passiert, wenn man die Batterien entnimmt und erst nach mehreren Minuten wieder einsteckt:


  • Bei einer Restdauer von knapp 7 Minuten und der Entnahme der Batterien für circa 2 Minuten startete der Timer bei 10 Minuten, als die Batterien wieder eingesetzt waren, das heißt, er setzte sich sogar für einige Minuten zurück.
  • Bei einer Starteinstellung von exakt 2 Tagen, nach Ablauf von 3 Minuten und dann Entnahme für 5 Minuten, stellte sich der Timer bei 2 Tagen und 5 Minuten ein. Das lag also sogar über der anfänglichen Einstellung.


Ich weiß nicht, nach welcher Logik der KSafe vorgeht. In jedem Fall lässt sich feststellen, dass eine Entnahme der Batterien eher dazu führt, dass der KSafe seinen Inhalt länger bewacht. Möglicherweise merkt sich der KSafe sogar, wie lange er ohne Energie war, und rechnet die Zeit als "Strafe" drauf, das ist aber wegen der geringen Beweislage als Spekulation zu betrachten.

Zwischenfazit: Batterien sind notwendig, damit sich der Safe wieder öffnen kann. Der Safe speichert die abgelaufene Zeit und setzt sich mindestens wieder an den Punkt zurück, an dem er noch Energie hatte, und der Batteriewechsel ist zu jeder Zeit möglich.


Kann man die innere Uhr des KSafe manipulieren?



Eine weitere Überlegung meinerseits war, ob man die Uhr des Kitchen Safe verstellen kann, so dass der KSafe "denkt", die Zeit sei schon vorbei. Doch hier macht einem die schlichte Machart des KSafe einen Strich durch die Rechnung.

Der KSafe kennt keine Uhrzeit, keine Sommer- oder Winterzeit, und er orientiert sich auch in keiner Weise an solchen Parametern. Der einzige einstellbare Wert ist der Timer, also die anfängliche Einstellung, wie lange der Countdown bis zur Freigabe des Inhalts laufen soll. Wenn diese Einstellung einmal gemacht und bestätigt ist, gibt es kein Zurück mehr. Uhrzeiten sind nicht relevant.


Ist der KSafe für Kühlschrank / Tiefkühltruhe / Spülmaschine geeignet?



Der Hersteller weist darauf hin, dass der KSafe ein elektronisches Gerät und damit temperaturempfindlich ist. Man kann auf eigene Gefahr hin den KSafe in den Kühlschrank stellen, allerdings wird keine Garantie übernommen, falls die Elektronik dann ausfällt.

Für die Tiefkühltruhe ist der KSafe nicht geeignet, stattdessen empfiehlt der Hersteller, dass man trickreich vorgehen möge und vielleicht stattdessen einen Schlüssel für die Tiefkühltruhe in den KSafe steckt, sofern man die Truhe abschließen kann.

Der Geschirrspüler soll ebenfalls nicht benutzt werden, stattdessen soll man per Hand waschen.

Die Mirkowelle ist logischerweise tabu.


Wo kann man den KSafe bekommen?



Man kann den KSafe in verschiedenen Größen und damit auch Preisklassen bei Amazon bestellen:



Die größeren Versionen können sehr teuer sein, während die kleineren ihren Dienst für wenig Geld bereits tun. Dass der KSafe etwas teurer ist, hat insofern seine Berechtigung, dass man es sich zwei Mal überlegt, ob man den Container zerstört, wenn man wirklich an den Inhalt möchte.


Fazit



Der KSafe ist ein exotisches Küchengerät mit einer sehr speziellen Aufgabe. Ob dies in jedem Haushalt Verwendung findet, bezweifle ich. Der KSafe ist kein Must-Have-Gegenstand, aber in manchen Situationen kann er sinnvoll sein, denn jeder Mensch geht unterschiedlich mit Süchten, Lastern und Belohnungen um.
Der KSafe hat den Zweck, Gegenstände außer Reichweite des Menschen zu halten, für welchen Zweck auch immer man dieses Szenario auch vorsieht.
Vielleicht ist es psychologisch so, dass man weniger dazu neigt, sich Süßigkeiten zu kaufen, wenn bereits welche im KSafe vorhanden sind, nur eben zeitlich weggesperrt. Auf jeden Fall basiert der KSafe auf dem Prinzip, dass bestimmte Dinge eine Zeit lang nicht greifbar sind. Ich kann mir vorstellen, dass es sinnvoll sein kann, aber das muss man über längere Zeiträume beobachten.
Auf jeden Fall muss man trotz allem ein gewisses Maß an Selbstdisziplin haben. Man muss nicht nur den KSafe verschließen, man muss auch selbst dafür Sorge tragen, dass man das entsprechende Objekt nicht an anderer Stelle im Supermarkt nachkauft. Das würde den Zweck des KSafe aushebeln.

Was der KSafe verspricht, hält er ohne wenn und aber. Die entscheidende Frage ist, ob das, was er verspricht und macht, alltagstauglich ist. Anders gesagt: Nützt es mir etwas, wenn ich Sachen wegsperre?

Also mein Tipp: Jeder sollte sich überlegen, ob er sich auf diese Idee einlassen kann. Ich werde es weiterhin probieren, auch um zu sehen, wie ein Schokoriegel in Sichtweite auf mich wirkt. Der KSafe kann nützlich sein, um mehr Kontrolle über das eigene Leben zu bekommen, aber die letztendliche Verantwortung nimmt er einem nicht ganz ab.

1 Kommentar:

  1. Ich finde es eine tolle Idee. Leider finde ich nirgendwo die Abmessung des Behälters in der kleinen Version so wie Du ihn hast. Würdest du den Behälter ohne Deckel vielleicht einmal ausmessen und hier Posten? Bitte! Grüße Nelli

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