Diätfrei Abnehmen - Kann Das Klappen?

Der ideale Weg zum Traumgewicht ist für viele Menschen in der Vorstellung verankert, dass man Gewicht verliert, ohne leiden zu müssen. Viele träumen davon, diätfrei abzunehmen. Kann das funktionieren? Ich mache dazu heute einige Überlegungen, ohne mich zu stark an dem Begriff "Diät" festzubeißen.


Was würde "Diätfrei Abnehmen" bedeuten?

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Wenn man diätfrei abnehmen will, heißt das in erster Linie doch wohl, dass man Gewicht verlieren will, ohne ständig auf Regeln und Verbote achten zu müssen. Eine komplette Umstellung der Lebensgewohnheiten soll vermieden werden. Die Abnehmphasen sollen sich ganz alltäglich, eben wie das normale Leben anfühlen.

Gleichzeitig verbinden viele mit der Idee einer Diät negative Empfindungen. Hunger, Heißhunger, Qual und Leid sollen einem erspart bleiben. Auch in dieser Hinsicht wollen die meisten diätfrei abnehmen.

Wenn man die Eckpunkte dieser Methode weiter zusammenfasst und auf den Punkt bringt, dann kann eine diätfreie Diät (!) wohl so zusammengefasst werden:


  • Unkompliziert
  • Keine Umstellung der Ernährung
  • Keine negativen körperlichen und seelischen Nebenwirkungen
  • Alltgagstauglich


Wenn wir uns nun streng an die Vorgaben halten, die sich hieraus ergeben, und gleichzeitig beachten, dass ein Gewichtsverlust ebenfalls Anforderungen an uns stellt, dann zeigt sich relativ schnell ein Bild davon, wie diätfreies Abnehmen aussehen muss...


Wie kann (oder muss) "Diätfrei Abnehmen" aussehen?



Es gibt von beiden Seiten der Medaille Einschränkungen. Auf der einen Seite möchten die Betroffenen ihr Leben nicht komplett umkrempeln, um abzunehmen, auf der anderen Seite verliert der menschliche Körper nur Gewicht, wenn einige Dinge beherzigt werden. Genau in diesem schmalen Korridor bewegen wir uns.

Diätfrei abnehmen heißt in jedem Fall, dass derjenige, der abnehmen will, seine Ernährungsgewohnheiten insgesamt beibehalten möchte. Wir dürfen dabei nicht davon ausgehen, dass eine Ernährung in Richtung low carb, low fat oder ähnliche diätische Lebensweisen schon normal sind. Das würde eine Ernährungsumstellung bedeuten, und das wiederum wäre nicht diätfrei.

Da bleibt eigentlich nur noch der klassische Weg über die Kalorienbegrenzung. Weniger zu essen bedeutet noch keinen kompletten Wechsel, etwas weniger zu essen muss noch keine Diät begründen. Es ist ja vollkommen normal und alltäglich, dass man an manchen Tagen mehr und an manchen etwas weniger isst.

Obwohl die Ernährung nicht komplett umgestellt wird, gibt es aber noch eine andere Stellschraube. Ich nenne das an dieser Stelle mal ganz laienhaft das "Ernährungsspektrum". Was ich damit meine, ist die breite Vielfalt an Lebensmitteln, die wir gerne essen. Von Gemüse und Obst, das wir lieben, bis hin zu sündiger Eiscreme und Schokolade mögen wir viele Dinge. Das heißt nicht, dass wir die jeden Tag essen. Es gibt Tage ganz ohne Obst und Gemüse, genauso wie Tage, an denen es keine Süßigkeiten gibt. Beides kann vorkommen.

Genau hier würde ich ansetzen in einer diätfreien Ernährung. Anstatt sich komplett umzustellen und neue, unbekannte Dinge tun zu müssen, greift man auf Lebensmittel und Gerichte zurück, die man liebt. Es gibt dann aber keine komplizierten Regeln, einzig die Erinnerung im Hinterkopf, dass man abnehmen möchte und sich lieber die gesünderen, kalorienarmen Gerichte aus seinem persönlichen Ernährungsspektrum heraussucht.

Bei mir bedeutet das, dass ich lieber Hüttenkäse mit Schnittlauch oder Tomaten mit Basilikum und Mozzarella esse, weil ich diese Gerichte liebe, obwohl ich natürlich auch Schokolade, Eis, Sahnepudding und so weiter mag.

Diätfrei abnehmen bedeutet also, weiterhin im Alltag der eigenen Lieblingsgerichte zu verweilen, nur mit minimalen Einschränkungen in der Bandbreite der Gerichte, die man zulässt, und bei der Menge. Dabei ist es natürlich auch möglich, die sündigeren Lebensmittel zu essen, solange man es mit der Menge nicht übertreibt. Ein Balanceakt also zwischen der Auswahl der Gerichte auf der einen Seite und der Menge auf der anderen Seite.

Was natürlich nicht unter den Tisch fallen soll: Oft wird der Begriff "Diät" als kurzfristige Ernährungsumstellung bezeichnet, während eine dauerhaft gesunde Ernährungsumstellung keine Diät sein muss. Es ist also durchaus möglich, diätfrei abnehmen zu können, wenn man im Laufe der Zeit lernt, besser und gesünder zu leben. Auch auf diesem Wege können die Pfunde purzeln, und es fühlt sich immer noch nicht wie eine Diät an.


Die mentalen Aspekte zählen auch



Viele Diätratgeber, die sich auf die Idee des diätfreien Abnehmens konzentrieren, verlagern den Abnehmkampf von der typischen Ernährungsumstellung, also der Diät, auf andere Schlachtfelder. Dieser Trick sorgt dafür, dass es sich nicht mehr streng genommen um eine Diät handelt, dennoch bekommt man einige Regeln auferlegt. Es geht dann meistens darum, sich durch mentale Methoden den Gewichtsverlust zu erarbeiten.

Häufige Themen dabei sind Autosuggestion, Ziele setzen, Tagebücher führen oder ähnliches. Das sind alles hilfreiche Tipps, die ich gar nicht kritisieren will, aber ich finde, dass man auf diesem Wege eigentlich wieder am Anfang landet: Bei einer Diät. Und die definiert sich über bestimmte Regeln und Gewohnheiten, die man von vorher nicht kannte und jetzt beachten muss. Aber wer weiß? Vielleicht ist das genau das Richtige für einige.


Diätfrei abnehmen braucht Zeit



Im Gegensatz zu heftig reglementierten Diäten, die äußerst schnell und effektiv sein können, dafür aber auch viel Anpassungsfähigkeit erfordern, ist diätfrei abnehmen eher der lange, gemütliche Weg zum Wunschgewicht.

Diätfrei abnehmen ist so ziemlich das Gegenteil einer Crashdiät. Wer diätfrei abnehmen will, muss lediglich vorsichtige Änderungen vornehmen, die kaum spürbar sind, auf lange Sicht aber tausende Kalorien einsparen können. Von daher sollte man auch bereit sein, sich die Zeit zu nehmen, und auch über Gewichtsverluste im Bereich einiger hundert Gramm pro Woche glücklich sein.

Abnehmen ist kein Wettbewerb (außer, es motiviert einen), und deshalb sollte man sich für diese Methode nur entscheiden, wenn man die Vorzüge dieser Abnehmmethode wichtiger schätzt als den Zeitfaktor. Dann kann es auch funktionieren!

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