Fit Mit Pokemon Go? Abnehmen Mit GPS-Basierten Spielen

Der Hype um Pokemon Go ist auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen. Wer glaubt, nur Kinder würden sich für solche Handyspiele interessieren, sollte genauer überlegen. Die heute 20 bis 30-Jährigen waren um die Jahrtausendwende herum im Kindesalter und erlebten die erste Generation der Pokemon-Spiele hautnah. Da ist es nicht verwunderlich, dass Menschen vieler Altersstufen nun Gefallen an Pokemon Go finden.

Was dieses Mal anders ist als beim letzten Mal, ist, dass man die Pokemon nun in der echten Welt fängt und sich dazu bewegen muss. Was den besonderen Reiz davon ausmacht und warum dieses neue Spielprinzip sogar beim Abnehmen helfen kann, will ich heute erläutern.


Abnehmen mit GPS-basierten Spielen


Pokemon Go Abnehmen
Ein Screenshot aus Pokemon Go

Zum Abnehmen gehört neben der geeigneten Ernährung nach Meinung vieler Experten auch Bewegung. Das ewige Problem vieler Menschen ist jedoch die fehlende Motivation. Viele Sportarten, die geeignet wären, gelten für viele Betroffene als langweilig und trist, so zum Beispiel das Joggen. Andere Sportarten, die Spaß machen würden, erfordern hingegen Planung und Mitspieler, wie Fußball. Das kostet manchmal Überwindung und eignet sich aus organisatorischen Gründen nicht für jeden.

Was wäre jedoch, wenn die Bewegung nur Mittel zu einem höheren Zweck wäre? Wenn die Bewegung direkt zu einer Belohnung führen würde? An dieser Stelle landen wir bei den GPS-basierten Handyspielen. Das sind Spiele, die anhand von Satellitendaten die Position des Handys orten und die Bewegungen des Spielers verfolgen, der bestimmte Orte erreichen muss, um im Spiel voranzukommen.


Varianten der GPS-Spiele


Ingress Fitness
Screenshot aus Ingress mit leuchtenden Portalen

Es gibt mehrere Spiele, die auf diesem Prinzip basieren. Zum Beispiel ist Geocaching inzwischen eine sehr beliebte Form der Schatzsuche. Die Spieler können Schätze in ihrer Nähe orten und reale Behälter an versteckten Orten finden, die mit einem Logbuch und einem Tauschgegenstand versehen sind. Wer den Ort entdeckt, trägt sich im Logbuch ein und tauscht den Gegenstand gegen einen gleichwertigen aus seinem Besitz aus.

Ganz besonders beliebt ist natürlich Pokemon Go. Der Entwickler des Spiels, die Firma Niantic, startete zunächst einen Versuchsballon mit einem GPS-basierten Spiel namens Ingress. In diesem Spiel ist man ein Geheimagent, der sich in einer computerisierten Benutzeroberfläche in sogenannte Portale hacken muss. Diese Portale sind, den GPS-Daten entsprechend, echte Orte in unserer Welt, unter anderem Kirchen, Denkmäler, Kunstwerke und sonstige Sehenswürdigkeiten. Selbst so manches Graffiti an einer Trafostation kann solch ein Portal sein. Wer spontan an bekannte Orte in seiner Stadt denkt, kann sich sicher sein, dass genau diese Orte als Portale im Spiel vermerkt sind.

Pokemon Go war der nächste Schritt. Die Besonderheit hier ist, dass die kleinen Monster einen weltweit einmaligen Ruf haben, der die Erfolgsgeschichte der GPS-Spiele schnell vorantrieb. Ebenfalls entscheidend war, dass das Spielprinzip von Pokemon geradezu für eine Verwirklichung im GPS-Format prädestiniert war. Pokemon ist der Inbegriff eines Abenteuers, bei dem man in die Welt hinausmarschiert, um kleine Monster zu fangen. Das war schon immer so, nur dass man dies früher lediglich auf dem Bildschirm tun konnte, in einem Spiel mit fiktiven programmierten Landschaften. Doch dieses Mal findet die Pokemon-Jagd in der Realität statt, und dass ist die Sensation dabei.


Fit mit Pokemon Go? Warum es klappt!



Wieso kann ein Spiel wie Ingress oder Pokemon Go so gut für die Gesundheit sein? Der Grund liegt im Spielprinzip. Beide Spiele sind sich sehr ähnlich. Der Entwickler übernahm sogar die geografischen Daten von Ingress und übertrug sie in Pokemon Go, so dass die verschiedenen Orte, die man erreichen soll, in beiden Spiele übereinstimmen.

Beide Spiele basieren auf Bewegung. Bei Ingress muss man Orte aufsuchen, die man dann entsprechend bearbeitet. Dieser Vorgang dauert oft mehrere Minuten, was bei Pokemon Go nur manchmal der Fall ist. Bei Pokemon Go werden die Stützpunkte in verschiedene Kategorien unterschieden, nämlich Pokestops, die man nur kurz besucht, um Gegenstände zu erhalten, und Arenen, in denen man kämpft.

Darüber hinaus sind bei Pokemon Go noch zufällige Konfrontationen mit Pokemon möglich, und zwar genau in derselben Weise, wie einem im echten Leben plötzlich eine Katze oder ein Igel über den Weg laufen kann (was bei mir übrigens auch der Fall war - während ich spielte). Jeder Schritt, egal wo, kann zu einem Aufeinandertreffen führen, solange das Spiel eingeschaltet ist, eine Internetverbindung besteht und das GPS des Handys aktiv ist.

GPS-basierte Spiele belohnen den Spieler für das Zurücklegen weiter Strecken. Obwohl es möglich ist, auch im Auto oder mit dem Bus einige der Erfolge zu erzielen, erfordern einige Situationen, dass man sich für mehrere Minuten an einem Ort aufhält. Mir ist es schon das eine oder andere Mal passiert, dass Passanten im Bus nur wegen eines Pokemons ausgestiegen sind!

Die Lust auf Erkunden und Entdecken spielt sicher auch eine Rolle. Auf dem Bildschirm des Handys kann man die Straßen in der Umgebung sehen und bereits erahnen, wo sich Orte von Interesse befinden. Neue Stadtteile erkundet man schnell, findet unbekannte Gassen, manche Stellen, die man zuvor nur unterbewusst oder tagträumend erlebt hat, nimmt man jetzt viel schärfer und genauer war, lernt manchmal sogar ein klein wenig über die Geschichte eines Denkmals. Und immer wieder ist man zu Fuß unterwegs.

Ich finde es ganz besonders beachtlich, wie schnell man mehrere Kilometer abspult. So manches mal taten mir sogar die Füße weh, so lange war ich unterwegs gewesen. Wer bei Pokemon Go dann noch Eier ausbrütet (was es nicht alles gibt), der bekommt relativ schnell ein Gespür dafür, welche Entfernung er zurückgelegt hat. Denn das Ausbrüten von Pokemon-Eiern erfordert eine festgelegte Strecke zu Fuß (2 Kilometer, 5 Kilometer, 10 Kilometer beispielsweise). Es ist dabei schwer, zu schummeln, denn bei zu schneller Fortbewegung geht das Spiel davon aus, dass man im Auto unterwegs ist, was dann für diesen Vorgang nicht als gültige Bewegung zählt.

Wie man sieht, sind die Möglichkeiten sehr vielfältig, und je mehr man sich bewegt, umso mehr wird man vom Spiel belohnt und schreitet in der eigenen Entwicklung voran. Suchtfaktor garantiert!


Sind GPS-Spiele die Zukunft der Fitness?



Schon vor ein paar Jahren machte mich meine Krankenkasse darauf aufmerksam, dass man Bonuspunkte sammeln könne, wenn man mit GPS joggen geht. Wie wir sehen, entwickeln sich die Ideen rund um GPS weiter. Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Ich erwarte für die Zukunft noch mehr Apps für das Handy in diesem Bereich. Es wird immer bessere und kreativere Konzepte geben. Viele GPS-Apps im Bereich Fitness sind denkbar, aber auch alle typischen Kategorien der Videospiele sind vorstellbar. Managerspiele, Sportspiele, Abenteuerspiele, im Prinzip alles, was man im inneren Auge zu visualisieren vermag.

Hier bestehen unglaubliche Möglichkeiten. Und wenn es wenigstens zum täglichen Spaziergang führt. Der Gang zum Supermarkt  und zurück hat bei mir in letzter Zeit nicht mehr 20 Minuten gedauert, sondern eine Stunde. Ein zusätzlicher Akku oder ein Nachladegerät fürs Handy wird auf Dauer zwar zur Pflicht, aber die Investition lohnt sich. Wer sich vorher mit Bewegung an der frischen Luft schwer getan hat und lieber zu Hause Videospiele gespielt hat, findet jetzt hier seine Lösung.

Ich empfehle Pokemon Go und ähnliche Spiele mit Begeisterung weiter. Wer sich von der Vorstellung löst, er sei nicht angesprochen ("bin zu alt dafür"), kann hier durchaus eine Überraschung erleben. Jeder Schritt lohnt sich auf einmal. Wenn's Spaß macht, ist es auf lange Sicht zwangsläufig gut für die Gesundheit.

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