Die Entscheidung Wird Im Supermarkt Getroffen

99 Prozent der Lebensmittel kaufe ich im Supermarkt. Ich gehe kaum auf Wochenmärkte, kaufe nicht an der Tankstelle, weil ich kein Auto habe, und ins Restaurant gehe ich nur gelegentlich, wenn man das als "Lebensmittel kaufen" zählt.

Das Thema "Abnehmen" kann man kompliziert machen, mit Kohlenhydraten, Glykogenspeicher, Sättigungshormonen, oder man kann es einfach machen. Es gibt immer tausende Sichtweisen und Perspektiven, von denen man Abnehmen betrachten kann. Wie wäre es, wenn wir uns einmal mit dem Ort beschäftigen, wo wir die Lebensmittel herbekommen, die unser Gewicht bestimmen?


Entscheidung im Supermarkt - oder vorher?


Supermarkt
Image courtesy of Ambro / freedigitalphotos.net

Mal angenommen, wir würden es schaffen, ruhig und rational einzukaufen, ohne dass der Magen oder irgendwelche Sehnsüchte die Kaufentscheidung verzerren würden. Wenn wir weiter annehmen, wir würden uns an unsere Kaufentscheidungen halten, dann müsste es doch möglich sein, alleine durch vernünftiges Einkaufen abzunehmen.

Es gibt zwei Probleme, die sich dabei oft auftun. Das eine ist der negative Kaufimpuls im Laden selbst, das andere ist das zwanghafte, zombie-artige Losmarschieren ohne Sinn und Verstand, wenn die Lust auf Süßes zu groß wird.

Die große Frage ist immer: Wann haben wir die Entscheidung noch in der Hand? Gemeint ist eine Kopfentscheidung, die Kaufentscheidung mit Vernunft. Die gilt es zu nutzen.

Der bekannteste Tipp in dieser Richtung wird von vielen Diätratgebern genannt: Gehen Sie nicht mit leerem Magen einkaufen. Stimmt. Aber da müsste noch mehr kommen. Noch mehr kleine Wegweiser, an denen man sich orientieren kann.

Wie wäre es hiermit:


  • Zu festen Zeiten einkaufen (Anzahl pro Woche und Uhrzeit)
  • Streng nach Einkaufszettel einkaufen
  • Einkaufszettel wird nur geschrieben, wenn man sich satt und erholt fühlt
  • Vorräte an gesunden und kalorienarmen Lebensmitteln kaufen
  • Keine Supermarktbesuche, wenn sie nicht nach diesem Schema ablaufen, und wenn doch, dann ohne Lebensmittelkauf


Auf diesem Wege wäre es möglich, eine Routine aufzubauen. Routine ist gut, weil Routine auch Autopilot bedeutet. Da muss man nicht so sehr nachdenken, sich nicht so sehr zwingen mit Logik und Vernunft.

Der Supermarktbesuch soll natürlich trotzdem Spaß machen und nicht so sehr an Verzicht erinnern, wenn man Süßigkeiten links liegen lässt. Deshalb vielleicht mal mit dem Partner (falls vorhanden) gemeinsam einkaufen und gezielt für schöne neue Rezepte einkaufen. Vielleicht ein ganz ausgefeilter Salat oder eine ganz sorgfältig vorzubereitende Suppe. Mir macht es auch Spaß, meine Lieblingsgerichte aus dem Restaurant herauszufinden, immer mit dem Hintergedanken "wie machen die das bloß?" - auch so etwas lenkt mich von ungesundem Essen ab.

Ob man bereits mit Kaufimpuls in den Supermarkt geht oder sich erst von Süßigkeiten an der Kasse verleiten lässt, die letztendliche Entscheidung trifft man immer dort - im Supermarkt. Der Kaufvertrag kommt dort zustande, nicht im Kopf. Es lohnt sich, standhaft zu bleiben und den Einkauf ohne zu starke negative Emotionen (Hunger, Stress etc.) zu durchlaufen.

Mein ganz persönliches Fazit aus diesen Gedankengängen: Ich will nicht mehr "noch eben mal schnell" nach der Arbeit in den Supermarkt. Da bin ich anfällig. Lieber erst nach Hause, gesund satt werden, dann mit der lieben Frau und einem Zettel in der Hand losgehen. Es tut mir vielleicht ganz gut.

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