Ernährung Ist Relativ

Zunächst einmal möchte ich eine Entschuldigung an meine Leser herausschicken. In den letzten Wochen bin ich nicht dazu gekommen, die Kommentare zu lesen, und so haben sich in kurzer Zeit knapp 100 Kommentare gesammelt, denen ich nicht mehr Herr werden konnte. Schon seit längerer Zeit denke ich über ein Forum nach, in dem (auch ohne Überprüfung meinerseits) Gedanken geäußert werden können. Das ist gleich doppelt sinnvoll, da auch die Kommunikation untereinander für die Leser meines Blogs immer wichtiger wird.

Es gibt ein paar wiederkehrende Aspekte in den Kommentaren, die ich heute einmal ansprechen möchte. Und zwar betrifft das den relativ großen Bereich, den man unter dem Motto "welche Lebensmittel darf ich essen" zusammenfassen könnte.


Nährstoffaufnahme ist relativ


Ernährung ist relativ
Image courtesy of thanunkorn / freedigitalphotos.net

Obwohl es durchaus Lebensmittel gibt (z.B. Nudeln, Brot), die allgemein als "nicht low carb" gelten, ist es äußerst schwer, absolute und allgemeine Gebote und Verbote aufzustellen. Das gilt genauso für andere Diäten, zum Beispiel Kornspitzdiät oder Max-Planck-Diät. Einige der häufig vorkommenden Fragen sind:

  • Darf ich Lebensmittel X essen?
  • Stimmt es, dass Lebensmittel Y nicht für die Diät geeignet ist?
  • Was kann man als Alternative zu Lebensmittel Z essen?

Es ist vollkommen legitim, solche Fragen zu stellen. Ich nehme dies keinem meiner Leser übel. Es entspricht unserer Denkweise, klare Regeln zu erwarten, die uns den Erfolg mathematisch ausrechnen lassen, mit deutlich festgelegten Werten zu Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß.

Es ist jedoch alles relativ. Wenn ein Lebensmittel einen bestimmten Anteil an Kohlenhydraten hat, 5 Prozent, 10 Prozent oder 50 Prozent, ist das nur ein Teilaspekt. Es kommt immer auch darauf an, wie viel man dann davon zu sich nimmt.

Bananen sind ein typisches Beispiel. Schon der Zahnarzt hat mir in der Kindheit gesagt, ich solle Obst essen, aber keine Bananen, weil da so viel Zucker drin wäre. Die Frage ist jetzt: Ist die Banane damit Tabu? Die Antwort ist: Es kommt auf das Verhältnis an. Es ist eben alles relativ.

Eine Banane am Tag, das behaupte ich jetzt mal pauschal, legt einem Übergewichtigen keine riesigen Steine in den Weg. Ständig Bananenmus rund um die Uhr schon. Wo ist die Grenze? Das optimale Maß? Das ist von Person zu Person verschieden, und ich denke, dass jeder meiner Leser eigene Überlegungen dazu anstellen sollte.


Nährstoffe vergleichen, um Alternativen zu finden



Wie eben schon erwähnt, fragen manche Leser nach Alternativen. Diese Anfragen finde ich häufig bei sehr speziell geregelten Diäten, die einen festen Ernährungsplan fordern. Diese Ernährungspläne stellen jedoch nur Beispiele dar. Es ist nicht so, dass die Pampelmuse in der Eierdiät über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Sicher lassen sich auch andere Lebensmittel an diese Stelle setzen.

Manchmal sind Antworten auch sehr naheliegend. Wenn jemand eine bestimmte Form von Fleisch nicht mag, kann er auf eine andere Fleischsorte wechseln. Es ist sinnvoll, die unendliche Wissensvielfalt des Internets zu nutzen, um Nährstoffe zu vergleichen, denn hauptsächlich sind Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß die Werte, die man beobachten sollte. Wenn man ein Lebensmittel findet, das in etwa dieselben Werte aufweist, eignet sich das in der Regel schon als Alternative.

Sowieso kommt es bei Diäten nicht immer auf die Ernährungspläne an, sondern vielmehr um die Grundidee. Meistens sind das Aspekte wie Kalorienaufnahme, Anzahl an Kohlenhydraten, Pausen zwischen den Mahlzeiten oder ähnliches. Es kommt kaum auf die feinen Aspekte an wie fettverbrennende Enzyme, Superfood-Effekte und dergleichen, auch wenn uns oft nahegelegt wird, dass hier der Großteil des Erfolgs liegen würde. In Wirklichkeit, das ist zumindest meine Meinung, sind diese Wirkstoffe nützliche Nebeneffekte, die vielleicht noch ein paar Prozentpunkte zusätzlichen Erfolg bringen.


Was ist wirklich verboten?



Wenn man sich ein Stück der sündhaftesten Schokolade gönnen würde, und das nur einmal am Tag, würde das die Diät zerstören? Nehmen wir an, man würde 10 Gramm Schokolade essen am Tag, und diese Schokolade hätte die denkbar ungünstigste Kombination aus Fett und Kohlenhydraten, wie groß wäre der Schaden dann?

10 Gramm egal welcher Nahrung kann nur geringe Mengen an Energie freisetzen, und selbst mit purem Fett kommt man nicht auf 100 Kalorien.

Es ist alles relativ. Ich persönlich erlege mir selbst ein Schokoladenverbot während meiner Abnehmphasen, was daran liegt, dass ein Stück Schokolade bei mir zu einer Tafel Schokolade führen würde. Ich mag es, diese Regeln für mich selbst festzulegen. Aber das heißt nicht, dass ich anderen Menschen bestimmte Lebensmittel komplett verbieten würde. Es ist aber oft einfacher, zu sagen, dass Schokolade, Brot und Nudeln Tabu sind. Kann man sich auch besser merken.

Ich hoffe, dass ich damit die Idee etwas populärer machen konnte, dass man Ernährung nicht immer so ganz eng sehen muss. Viele Menschen fahren gut damit, sich selbst Lebensmittel zu verbieten, wenn sie (wie ich) nicht nach einen Stück aufhören können. Andere Menschen können nein sagen, nachdem sie ein vermeindlich verbotenes Lebensmittel gegessen haben.

Deshalb lautet mein Plädoyer: Entscheidet für euch selbst, welche Lebensmittel ihr in welchen Mengen zu euch nehmen wollt. Ratschläge von diesem Blog oder von anderen Seiten dienen dabei nur der Orientierung. Und wer sich nicht sicher ist, kann einfach mal ausprobieren und wöchtenlich auf der Waage vergleichen, was ihm gut tut.

Kommentare:

  1. Ja, eben . . .
    Ich hab eine jahrelange Odyssee hinter mir . . . Gewicht rauf, Gewicht runter . . .
    Habe jetzt 25 Kilo abgenommen und mache viel Sport . . . .
    Bringt einfach Sport in euren Alltag unter 4-5 mal die Woche mindestens eine Stunde, besser 2 . . . .

    Dann ist das mit der Ernährung auch nicht mehr soo eine riesige Diskussion . . . .
    Klar sollte man sich nicht nur von Fastfood ernähren, aber ich denke, alles ist erlaubt. . . .
    Wer Sport als Ausgleich hat, bei dem setzt es dann auch nicht mehr so schnell an
    Lieben Gruß
    Tina

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  2. Hallo Michael, wie immer super geschrieben und verdeutlicht. Es macht immer wieder Spaß deinen Blog zu folgen.
    Das mit der eigenen Gruppe fände ich wirklich toll :-) da kann man sich vielleicht bei spontanen Fragen gleich neue Meinungen holen.
    Liebe Grüße Ilka

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