Low Carb: Kaffee Erlaubt?

Zwei Themen will ich in diesem Artikel gleichzeitig abhaken. Erstens, ob Kaffee in einer Low-Carb-Diät erlaubt ist, und zweitens, was man statt Kaffee zu sich nehmen kann, wenn man morgens nicht aus dem Bett kommt oder tagsüber einen Durchhänger hat.


1. Ist Kaffee während einer Low-Carb-Diät erlaubt?


Kaffee bei Low Carb erlaubt?
Kaffee bei low carb erlaubt?

Die Frage nach dem Kaffee hat mich eigentlich nie stark bewegt, doch auf meinem Blog ist sie eine der am häufigsten gestellten Fragen überhaupt: Darf man während der Low-Carb-Diät Kaffee trinken? Ist Kaffee low carb? Oder muss man sich einen speziellen Low-Carb-Kaffee selber machen?

Ich kann die Antwort kurz halten: Kaffee ist in Ordnung während dieser Diät. Es kann sein, dass manche Leute das anders sehen, aber die Daten sprechen eine klare Sprache zugunsten des tiefdunklen Getränks. Kaffee in der Tasse hat pro 100 Gramm keine Kohlenhydrate und nur eine Kalorie.

Es ist zwar möglich, das koffeinhaltige Getränk in spezieller Form zuzubereiten, wie auch ich das schon in Form eines Low-Carb-Kaffee nach Starbucks Art probiert habe, doch purer Kaffee ohne Zusätze ist bereits low carb und schadet nach meinen Erkenntnissen und Erfahrungen der Fettverbrennung nicht. Im Gegenteil: Die anregende Wirkung sorgt für einen kleinen Stoffwechsel-Turbo.

Allerdings sollte man darauf achten, dass man wirklich echtes Kaffeepulver ohne zusätzliche Zutaten benutzt. Angeblich haben einige Kaffeehersteller inzwischen begonnen, ihr Pulver mit Kohlenhydraten zu strecken.

Wer seinen Kaffee außerdem nicht schwarz mag, sondern mit Milch oder Zucker, sollte beachten, dass die dadurch zugeführten Kohlenhydrate tatsächlich Einfluss auf die Fettverbrennung nehmen können. Was erlaubt ist und was nicht, ist dabei sehr unterschiedlich. Jeder sollte einmal pro Woche selbst auf die Waage steigen und überlegen, ob Kaffeekonsum mit Milch und Zucker mit der Gewichtsentwicklung vereinbar ist.

Doch eine andere Frage stellt sich mir noch mehr. Brauchen wir Kaffee überhaupt, wenn es weniger um den Geschmack als vielmehr um die Wachmacher-Wirkung geht?


2. Natürliche Wachmacher ohne Koffein-Crash



Ich habe vor einiger Zeit aufgehört, Kaffee als Wachmacher einzunehmen. Ich trinke zwar hin und wieder noch eine Tasse, wenn sich die Gelegenheit ergibt, aber wenn ich wach und aktiv sein will, ist Kaffee bei mir nicht mehr erste Wahl.

Kaffee hat zwar eine belebende Wirkung, jedoch lässt diese Wirkung oft stark nach. Ein Koffein-Crash kann die Folge sein. Man wird schnell müde, braucht wieder Kaffee, und trotzdem rast das Herz weiter.

In der Natur gibt es zwei Aminosäuren, also Eiweißbausteine, die Antriebskraft geben. Wir bekommen das meistens nicht so stark mit, weil wir unser Eiweiß erstens mit vielen anderen Nährstoffen mischen, die wieder müde machen können (Kohlenhydrate), außerdem konkurrieren verschiedene andere Eiweißbausteine mit diesen Aminosäuren, und dann kommt noch hinzu, dass bei einem vollen Magen die Wirkung einzelner Substanzen zeitlich verzögert und verteilt wird.

Die zwei Aminosäuren, die stark stimulierend wirken und keinen Koffein-Crash auslösen, heißen Tyrosin und Phenylalanin. Man braucht nicht beide gleichzeitig einnehmen, eine reicht schon, manche kommen aber mit der einen besser zurecht als mit der anderen. Entscheidend ist, dass man diese Aminosäuren isoliert und konzentriert einnehmen kann, um schnell wach und leistungsfähig zu werden.

Nicht nur bekommt man Wachheit und einen Leistungsschub, die Motivation selbst geht hoch - man will etwas leisten! Immer, wenn ich hier auf diesem Blog einen Artikel schreiben möchte, aber nicht so recht weiter weiß oder mich der innere Schweinehund stoppt, nehme ich 1 bis 2 Gramm dieser Aminosäuren und die Post geht ab.

Ich habe über Dopamin, den Neurotransmitter, der durch Tyrosin und Phenylalanin gebildet wird, schon gesprochen. Ebenso über das entsprechende Buch, was mir diese Erkenntnisse erst so richtig ermöglicht hat.

Dopamin ist in gewisser Weise der Schlüssel dafür, leistungsfähig und motiviert zu sein, ohne sich künstlich aufzuputschen. Denn Kaffee ist in gewisser Weise künstlich, weil er den Körper reizt, teilweise überreizt. Die Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin hingegen sind echte Eiweißbausteine, die tatsächlich den Körper in Gang setzen und Energien freisetzen.

Es ist in gewisser Weise erstaunlich, dass schon 1 bis 2 Gramm ausreichen, um richtig Antrieb zu geben. Meine Frau fragt mich morgens auch immer danach, wenn sie noch müde ist. Zum Aufstehen und um wach zu werden eigenen sich die natürlichen Substanzen ebenso wie zur Überbrückung des Nachmittagstiefs.

Man kann eine oder auch beide Aminosäuren in Reinform bei Bulkpowders kaufen als "DL-Phenylalanin" und "L-Tyrosin". Bei der Dosierung gilt: Wenn man es übertreibt, gibt es Herzrasen wie bei zu viel Kaffee. Dennoch lohnt sich das vorsichtige Experimentieren mit verschiedenen Dosierungen, denn als natürlicher Wachmacher und zur Steigerung der inneren Antriebskraft dienen diese Stoffe mehr als Kaffee, wie ich finde.

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Kommentare:

  1. Hallo Michael, toller Blog, schaue hier immer wieder sehr gerne rein! Kannst du etwas zu deiner persönlichen Erfahrung zum Unterschied zwischen Tyrosin und Phenylalanin sagen? Welche würdest du ordern? Oder einfach mal beide kommen lassen und testen?

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    1. Ich benutze beide, manchmal aber auch nur Tyrosin, weil ich davon etwas mehr habe, wegen der Anwendungsgebiete für die Schilddrüse. Beides ist möglich und offenbar wirkt es bei jedem etwas anders.

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  2. Danke für den Tipp mit Bulkpowders und natürlich den Wirkstoffen. Ich trinke zwar gerne Kaffee, aber eher als Genussmittel. Einen Wachmacher am frühen morgen kann ich trotzdem gut gebrauchen. Hatte schonmal reines Koffein versucht, aber da habe ich den Eindruck, dass es mich ins Schwitzen bringt. Werde das jetzt mal versuchen.

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    1. Hallo Basti,

      Kaffee kann auch wach machen, aber mit der Zeit kann es passieren, dass man Herzrasen und dennoch Müdigkeit hat. Kaffee ist insofern kein echter Wachmacher im wörtlichen Sinn.

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