Gewichtsstagnation - Wenn Die Gewichtsabnahme Stagniert

Obwohl täglich tausende Menschen meinen Blog lesen und sich sehr viele melden, die mit meinen Tipps erfolgreich abgenommen haben, gibt es auch immer wieder Kommentare zu Gewichtsstagnation - also zu einer Stagnation der Gewichtsabnahme.

Dieses Thema ist für mich sehr heikel, weil die Ursachen vielfältig sein können. Es ist daher schwer, für jeden meiner Leser aus der Ferne heraus die richtige Lösung zu finden. Dennoch will ich heute auf dieses Thema eingehen, und zwar etwas tiefgründiger als die meisten anderen Internetseiten, die nur von "du nimmst zu viele versteckte Kalorien auf" oder ähnlichen Problemen reden.

Dabei möchte ich besonders die Leute ansprechen, die sich zumindest mit einigen (nicht allen) der folgenden Punkte identifizieren können:

  • "Ich mache alles richtig / ich befolge alle Regeln"
  • "Ich versuche schon ewig, abzunehmen / ich habe schon lange verschiedene Diäten ausprobiert"
  • "Ich mache mehrmals pro Woche Sport"
  • "Ich nehme schon wenig Kalorien auf - noch weniger geht kaum"
  • "Ich habe schon erfolgreich abgenommen, aber jetzt hänge ich fest"

Mein Artikel soll im Folgenden einige Denkanstöße liefern. Da ich nicht jeden einzeln analysieren kann, muss sich am Ende jeder selbst Gedanken machen, woran die Gewichtsstagnation bei ihm liegen könnte.


Es gibt zahlreiche Verdächtige


Gewichtsstagnation
Image courtesy of Stuart Miles / freedigitalphotos.net

Zunächst einmal müssen wir der Wahrheit ins Auge blicken. Es gibt viele Gründe, warum die Gewichtsabnahme stagniert. Was im individuellen Fall die Ursache ist, muss man anhand der eigenen Lebensweise analysieren.

Dabei sollte man darüber nachdenken, wann genau die Probleme begannen, wie man seitdem gelebt hat und was sich insbesondere an der Ernährung, aber auch an anderen Gewohnheiten, geändert hat (z.B. neuer Job = mehr Stress?)

Einige Ursachen können auch ineinander verschachtelt sein, zum Beispiel kann eine Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralien die Schilddrüse schwächen, aber auch eine starke und dauerhafte Kalorienreduzierung kann die Wirkung der Schilddrüse herabsenken, so dass wir nun mehrere Komplizen haben, die zusammenspielen.


Verdächtiger Nummer 1: Die Schilddrüse



Wenn mir Leute schreiben, dass sie nicht abnehmen können, weise ich in der Regel auf die Schilddrüse als möglichen Übeltäter hin. Wobei die Schilddrüse eigentlich eher das Opfer einer Unterversorgung ist, und nicht der Täter.

Wie bereits erwähnt kann die Schilddrüse auf mehreren Wegen geschwächt werden. Wenn jemand viel weniger isst als vorher, sind sowohl die Gesamtkalorien als auch die Vitamine und Mineralien meistens reduziert. Beides wirkt auf die Schilddrüse, denn einerseits benötigt sie Stoffe wie Jod, Tyrosin und Selen, um zu funktionieren, andererseits reagiert sie auch selbst auf die aufgenommenen Makronährstoffe (Fette, Eiweiße, Kohlenhydrate), indem sie bei einer langfristigen Unterversorgung einen oder mehrere Gänge herunterschaltet.

Die Schilddrüse ist einer der wichtigsten Schalter im Körper. So ähnlich wie die Gesamtlautstärke am Mischpult. Wenn man die Schilddrüse runterdreht, geht der Gesamtstoffwechsel herunter. Da ist es egal, wie viele Kalorien man dann noch einspart.

Besonders Menschen, die eine Low-Carb-Diät machen oder schon seit langer Zeit abzunehmen versuchen, können auf Dauer die Schattenseite der kohlenhydratarmen bzw. kalorienreduzierten Ernährung erleben. Je weniger Kohlenhydrate und Fette man zu sich nimmt, umso eher reduziert man dadurch die Produktion des Schilddrüsenhormons T3. Es gibt eben für jede positive Handlung (zum Abnehmen) eine Gegenreaktion, die auf Dauer zum Ungleichgewicht führen kann.

Man kann die Schilddrüsenwerte beim Hausarzt bestimmen lassen und so herausfinden, ob sie eine Rolle dabei spielen, dass die Gewichtsabnahme stagniert. In der Zwischenzeit empfehle ich, sich auf Edubily über die Schilddrüse schlau zu lesen.

Meine Tipps, falls es an der Schilddrüse liegt:


  • Abnehmen eine Zeit lang aussetzen
  • Kalorienbedarf decken, ohne zu viel zu essen
  • Keine "leeren" Kalorien (nur Nahrungsmittel, die reich an Vitaminen, Mineralien, Eiweiß oder gesunden Fetten sind)
  • Nahrungsergänzungsmittel nutzen, die der Schilddrüse helfen (wer sich traut: das Schilddrüsenprotokoll von Edubily)
  • Auch während der Abnehmphasen ab und an einen Refeed- oder Cheat-Tag einbauen



Verdächtiger Nummer 2: Ernährungsfehler



Obwohl Ernährungsfehler auch bei der Schilddrüse eine Rolle spielen, will ich diese Fehler noch einmal in einem eigenen Punkt zusammenfassen.

Ernährungsfehler können alles sein: zu viel essen, zu wenig essen, zu viele schlechte Sachen essen, zu wenig gute Sachen essen, und so weiter. Aber differenzieren wir einige Dinge und schauen dabei vor allem auf die Hauptnährstoffe (Fette, Kohlenhydrate, Eiweiß):

Kohlenhydrate sind weitestgehend schlecht beim Abnehmen, weil sie die Fettverbrennung stoppen. Grundsätzlich versuche ich, auf sie zu verzichten. Es gibt aber auch einige positive Dinge, die man beachten sollte: Kohlenhydrate sind der stärkste Trigger für das Schilddrüsenhormon T3. Wenn man also auf Kohlenhydrate verzichtet, dann sollte man darauf achten, dass man nicht gleich komplett mit dem Essen aufhört. Wie sehr man die Kohlenhydrate einschränkt, kann man selbst entscheiden. Wenn jedoch auf der Waage gar nichts mehr passiert und man seit Monaten täglich unter 30 Gramm Kohlenhydrate zu sich nimmt, kann man vielleicht mal wieder etwas mehr Obst und Gemüse essen.
Außerdem: Kohlenhydrate kommen oft in Begleitung von wertvollen Ballaststoffen sowie Vitaminen und Mineralien. Das macht zwar die Kohlenhydrate selbst nicht besser, erklärt aber, warum Wissenschaftler und Journalisten der Low-Carb-Diät so missmutig gegenüberstehen. Auch bei low carb sollte man Lebensmittel essen, die gesund sind.

Fette galten lange als Ursache für Übergewicht ("Fett macht Fett"), doch das ist überholt. Es kommt jedoch darauf an, wie man die Fette zu sich nimmt. Fett plus Kohlenhydrate ist eine Killer-Kombination, die sofort auf die Hüften geht (Eiscreme, Schokolade, Pizza zum Beispiel). Gesunde Fette ohne Kohlenhydrate funktionieren aber, weil eine starke Insulinwirkung vermieden wird, die Fett in die Zellen schleusen würde. Wer sich von gesunden Fetten ernährt, erhält damit ein gesundes Mindestmaß an Kalorien und stimuliert die Fettverbrennung, da der Körper merkt, dass Fett als Energiequelle angeboten wird.

Eiweiß ist der Baustein des Körpers. Muskeln, Immunsystem und Neurotransmitter basieren alle auf Eiweiß. Ohne Eiweiß gibt es nicht genug Enzyme, um Fette zu spalten und Nahrung korrekt zu verwerten. Wer abnehmen will, sollte nicht an der falschen Stelle sparen, und dauerhaft sollte jeder Mensch mindestens ein Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht zu sich nehmen - auch zwei oder drei Gramm sind in Ordnung und können Defizite ausgleichen.

Das war jetzt ein etwas längerer Ausflug, deshalb zurück zum Thema Gewichtsstagnation. Die oben genannten drei Nährstoffe bilden die Grundlage für das, was wir Kalorien nennen. Kalorien sind die Energie, die wir aus diesen verwertbaren Stoffen beziehen.

Wenn man zu wenig Kalorien zu sich nimmt, wird das auf Dauer die Schilddrüsenwerte herabsenken. Das wissen wir schon. Aber es gibt noch mehr zu beachten. Zu viele Kohlenhydrate, vor allem aber auch ständiges Knabbern, kann zu Problemen führen, weil die Fettverbrennung immer gestoppt wird. Das gilt auch dann, wenn ein Kaloriendefizit erreicht wird!

Fette sollte man nicht zu wenig aufnehmen. Ich habe gemerkt, dass ich bei einer fettreichen Ernährung mehr abnehmen konnte, als wenn ich ständig nur null Fett und null Kohlenhydrate zu mir nahm.

Und Eiweiß wird von vielen Menschen unterschätzt. Man muss hier wirklich von diesem Denken "je weniger, desto besser" wegkommen. Für Eiweiß gilt das nicht. Wenn man zu wenig Eiweiß zu sich nimmt, werden Muskeln abgebaut.

Muskelabbau ist ebenfalls ein Grund, weshalb die Gewichtsabnahme stagniert. Wer sich an der falschen Stelle kaputt hungert, bekommt dieses Problem. Meine Idee: Körperfettwaage nutzen. Wenn der Muskelanteil zu niedrig ist, sollte man ihn erhöhen. Dadurch ergibt sich auch mehr Potenzial für eine gesteigerte Energieverbrennung. Muskeln baut man auf durch viel Eiweiß und Sport.

Ebenfalls ein Problem, wenn man zu wenig isst: zu wenig Vitamine und Mineralien. Gerade während einer Diät muss man ganz besonders darauf achten, dass man gesunde Sachen isst. Ich nehme zusätzlich noch ein Multivitaminprodukt, damit ich eine gute Rundum-Versorgung gewährleiste.


Verdächtiger Nummer 3: Zu wenig Schlaf



Um eine Stagnation bei der Gewichtsabnahme zu verhindern, lohnt es sich auf jeden Fall, genug zu schlafen. Denn das Wachstumshormon HGH ist der Hauptgrund, warum wir überhaupt abnehmen. Viel zu schlafen heißt für mich auch, sich Zeit zu nehmen zum Schlafen. Früher habe ich Schlaf nur als lästiges Bedürfnis empfunden, was sich meiner Freizeitgestaltung oder Arbeit in den Weg stellt. Inzwischen freue ich mich auf den Schlaf und genieße ihn.

Natürlich kann es sein, dass manche Menschen zu wenig Schlaf bekommen, weil sie nicht so gut (ein)schlafen können. Wenn das der Fall ist, muss man sich natürlich über mögliche Lösungen informieren. In Bezug auf eine Gewichtsstagnation kann das auf jeden Fall ein interessanter Denkanstoß sein!


Verdächtiger Nummer 4: Stress



Phasenweise habe ich es selbst schon erlebt: Die Ernährung war perfekt, genau nach dem Lehrbuch. Dennoch keine Gewichtsabnahme. Wenn die Gewichtsabnahme stagniert, weil man zu viel Stress hat, nützen plötzlich sogar die eingehaltenen Regeln nichts mehr.

Stress löst im Körper Reaktionen aus, die auch dazu führen können, dass der Körper Reserven behalten möchte. Manchmal wird sogar Heißhunger durch diesen Stress verursacht.

Ein sehr potenter Stresskiller ist Sport. Er vernichtet natürlich nicht die Ursache des Stresses, baut aber definitiv Stress ab. Ebenfalls sinnvoll: Nicht jeden Tag auf die Waage steigen und sich auch nicht ständig selbst unter Druck setzen. Den Fehler habe ich früher auch gemacht. Besser ist es, nur einmal pro Woche auf die Waage zu steigen.

Wenn Stress ein Problem im Alltag ist, dann hängt die Stagnation bei der Gewichtsabnahme wahrscheinlich zumindest teilweise damit zusammen. Deshalb: Joggen, meditieren, was auch immer sonst hilft - ohne dem Abnehmen zu schaden.


Verdächtiger Nummer 5: Heißhunger



Dieses Problem habe bzw. hatte ich besonders. Ich habe das Wissen, um abzunehmen, und habe das ja auch getan, dennoch kann selbst ich nicht immer perfekt gegen meine eigene Psyche bestehen.

Heißhunger ist aus meiner Sicht das größte Hindernis überhaupt beim Abnehmen. Allerdings ist es nicht der typische Grund für eine Stagnation. Denn von einer Gewichtsstagnation reden wir eher, wenn das Gewicht aus nicht erkennbaren Gründen stagniert.

Wenn Heißhunger das Problem ist, stagniert das Gewicht nur deshalb, weil durch den Heißhunger das falsche und noch dazu zu viel Essen konsumiert wird. An sich also kein großes Mysterium.

Doch wie geht man mit dem Heißhunger um? Keine Sorge, dieses Thema möchte ich in den nächsten Monaten noch häufiger behandeln. Bisher habe ich dazu den Artikel "Heißhunger bekämpfen" geschrieben. Ich will aber noch viel mehr tun und auch biochemisch an die Sache herangehen. Deshalb: Speichert euch meinen Blog, damit ihr auf dem Laufenden bleibt.


Weshalb ich kaum Gewichtsstagnation erlebe



Ich ernähre mich garantiert nicht immer vorbildlich, und besonders als Gemüsehasser fällt es mir schwer, alles richtig zu machen. Aber zumindest merke ich an mir selbst, dass die Gewichtsabnahme bei mir nicht stagniert.

Ich halte es für wichtig, dass man eine gesunde Balance hält. Dazu gehört für mich, dass ich auch bei längeren Abnehmphasen hin und wieder mal die eine oder andere Woche (oder den einen oder anderen Tag) die Ernährung umstelle, sogar in Richtung "satt essen". Manchmal sündige ich sogar oder esse eine Woche lang, was ich will.

Gleichzeitig spielen die Vitalstoffe eine große Rolle für mich. Ich lese praktisch jeden Tag etwas Neues aus der Welt der essenziellen Stoffe, die unsere gesamte Körperchemie bestimmen. Wenn ich merke, dass mir etwas fehlt, nehme ich entsprechende Nahrungsergänzungsmittel. Ich lese dabei auch nach, wie man diese am effektivsten einsetzt.

Meine Schilddrüse habe ich selbst (mit dem Schilddrüsenprotokoll, siehe oben) repariert, als ich eine Zeit lang merkte, dass ich oft müde war. Ich habe meine Schilddrüse so hoch gepusht, dass ich sogar zeitweise ziemlich nervös und hektisch war, was aber auch zeigt, wie man nach wenigen Monaten wieder "auf Dampf" sein kann.

Schlaf funktioniert bei mir gut und Stress habe ich inzwischen viel weniger als früher. Wie man das erreicht, darüber werde ich in den nächsten Wochen und Monaten noch häufiger schreiben.


Fazit



Ich kann wirklich, wirklich nicht sagen, was im Einzelfall Grund für die Stagnation ist. Wenn bei euch die Gewichtsabnahme stagniert, obwohl ihr noch Übergewicht habt, versucht auf jeden Fall, euren Rhythmus zu brechen. Macht etwas grundlegend anders, lasst das Abnehmen auch mal einen Monat ruhen und ernährt euch intensiv und gesund mit all den bunten und gesunden Sachen, die euch der Supermarkt so bieten kann (inklusive Gewürze und Kräuter).

Wenn ihr träge und matt seid, lasst euch mal vom Arzt durchchecken, insbesondere in Bezug auf die Schilddrüse. Es gibt natürlich noch tausend andere Möglichkeiten (Testosteron, Dopamin etc.), aber hier hilft nur eine ganzheitliche Ernährung auf hohem Niveau oder eben eine ganz genaue Analyse (Blutanalyse) beim Arzt.

Oft ist es wirklich so, dass nicht das "zu viel" (Kalorien) sondern das "zu wenig" (Vitalstoffe) die Gewichtsstagnation auslöst. Da es aber zig Vitalstoffe gibt, müsst ihr die Lösung selbst finden, indem ihr genau überprüft, was vor der Stagnation anders war.

Kommentare:

  1. Hallo Michael!
    Ich kann als Frau ein Lied von Abnehmstagnation singen. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass Männer sich - aufgrund ihrer Hormonsituation - mit dem Abnehmen etwas leichter tun! Ich hatte mich wochenlang mit unter 30g KH herumgeschlagen und bin insgesamt, bis auf ein paar Hundert Gramm auf dem gleichen Gewicht stehen geblieben. Erst als ich anfing sehr moderat Kohlehydrate aufzunehmen ging es weiter runter. Nach wie vor stelle ich mir die Frage, ob vielleicht doch zuviel Eiweiß in Glucose umgewandelt wird und letztendlich als Fett auf den Hüften landet. Dr. Strunz behauptet ja, es wäre nicht so aber ich weiß nicht so recht... Ich bin versucht, Herrn Dr. Pape zuzustimmen, nämlich dass es bei der Frau Hormontypen gibt und es zum Teil eine Anpassung an die Kohlehyrat-Ernährung gegeben hat. Wobei ich aus eigener Erfahrung sagen kann: nur, wenn es eine um eine MODERATE Kohlehydratzufuhr handelt, der Italiener am Abend ist definitiv too much. Auch bin ich der Meinung, dass leere KH aus dem blanken Weizenmehl unserem Körper mehr schaden als nutzen. Ich bin dazu übergegangen, mir hin und wieder zu mittag auch Vollkornprodukte zu gönnen. Abends sehe ich aber nach wie vor komplett von KH ab, denn die Wirkung über Nacht ist unumstritten die Beste! Wer dem Wachstumshormon Nachts keine Chance lässt, der wird langfristig wohl tatsächlich nicht abnehmen können. Dies ist meine persönliche Meinung zu einem Otto-Normal-Verbraucher und - Esser. Bei Leistungssportlern wird das anders aussehen, aber wieviel Prozent in der Bevölkerung haben wir davon schon...
    viele Grüße!

    Petra Reisner

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    1. Hallo Petra,

      da stimme ich dir zu. Besonders der nächtliche Effekt ist wertvoll und trifft auf beide Geschlechter zu. Darüber hinaus gibt es so viele Faktoren, die manchmal von Mann zu Frau oder sogar von Mensch zu Mensch unterschiedlich sind. Allein schon die verschiedenen hormonellen Spiegel (unabhängig vom Geschlecht) haben großen Einfluss auf den Metabolismus. Was ich mir für meine Leser wünsche, ist so eine Art Forscher- und Entdeckermentalität. Den eigenen Körper kennen zu lernen, auch nach Intuition und durch Experimente bei der Ernährung und mit Sport. Die Lösungen müssen wir meistens selbst finden, warum es zu einer Stagnation bei der Gewichtsabnahme kommt.

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  2. An dieser Stelle möchte ich mich bedanken. Dieser Blog ist mir eine riesige Hilfe! Angefangen habe ich mit 86 kg bei einer Größe von 1,67. Heute gerade mal 31 Tage später habe ich die 80kg Marke überwunden. 79,5 ich freu mir einen Keks. Natürlich muss noch mehr runter. Gestern schaute ich mir einen Film an der mich entsetzt hat: Voll verzuckert - that sugar Film. Dennoch sehr interessant zu sehen was Zucker mit uns macht.

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    1. Hallo,

      es freut mich, dass dir der Blog gefällt. Gerade die typischen Lebensmittel ohne besonderen Nährwert sind ja logischerweise schlecht für uns. Wenn viele davon nicht so toll für die Psyche wären... aber auch daran forsche ich weiter. :)

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  3. Hallo Michael,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Ich bin 160cm groß und wiege ca 75 Kilo. Seit Jahren versuche ich schon, etwas runterzubekommen, aber es will nicht weichen. Dabei habe ich einen bewegungsreichen Alltag, da ich kein Auto und einen anstrengenden Job habe.

    Vor ein paar Monaten bin ich auf die Bücher von Dr Strunz gestoßen und habe sie alle verschlungen. Sogleich habe ich mit Low Carb angefangen, aber ohne Erfolg.. Dabei habe ich schon viel versucht. Anfangs ließ ich nur die Carbs weg. Als das nichts half, versuchte ich es mit NEM. Strunz erzählt ja häufig, dass man Magnesium, Chrom, Zink... braucht. Dann achtete ich irgendwann ebenfalls auf die Kalorienzufuhr und in letzter Verzweiflung machte ich ein paar Tage den „Geheimplan“ (5 Shakes am Tag, sonst nichts). Ich fing auch an zu laufen, versuchte, mich regelmäßig zu entspannen und hielt Pausen zwischen den Mahlzeiten ein. Alles ohne Erfolg.

    Neben der Gewichtsabnahme stört mich vor allem, dass auch sonstige Vorteile einer LowCarb Diät nicht eintreffen. Ich sehne mich danach, mit meinem Sohn über die Wiese zu toben, aber mir fehlt die Energie. Ich bin lustlos und pessimistisch. Außerdem habe ich ein schlechtes Gedächtnis. Das Gefühl von „Klarheit und Tatendrang“ ist mir fremd.

    Woran es liegt, weiß ich einfach nicht. Mir fallen folgende Möglichkeiten ein:

    1. Schilddrüse: Die habe ich bereits vom Hausarzt untersuchen lassen (Endokrinologen haben hier leider monatelange Warteschlangen). Es sei alles ok. Nun hat mir aber jemand gesagt, dass Hausärzte auch unschöne Werte gerne mal als ok rausgeben.

    2. Der Darm: Ich habe hin und wieder Verdauungsbeschwerden. Hat sich durch LowCarb zwar gebessert, ist aber nicht weg. Kann da die Ursache für meine Abnehmreistenz liegen?

    3. Das Budget: Da mein Job sehr schlecht bezahlt ist, kann ich mir keine teuren Produkte leisten. Ich benutze das Impact Whey Protein und NEM aus dem Supermarkt. Ich weiß, die sind nicht so toll, aber teuere Mittel sind leider nicht drin.. (ein aufwendiger Bluttest leider ebenso)

    4. Birnentyp: Mein Bauch ist fast flach. Mein Po und die Oberschenkel aber gigantisch. Der Hauptgrund, warum ich abnehmen will ist, dass die breiten Oberschenkel beim Laufen aneinander reiben und sich das oft entzündet. Auf eine Shirtgröße von S kommt eine Hosengröße von 46. Ich habe mal gelesen, dass „Birnenfett“ schwerer wegzubekommen ist und das Fett durch Kohlenhydrate sich eher am Bauch sammelt. Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass es keine Möglichkeite gibt, das Fett am Po wegzubekommen.

    Ich möchte so gerne wissen, was mit mir los ist. Es frustriert mich sehr, dass es keinen Unterschied zu machen scheint, (weder figurlich, noch vom Gemüt), ob ich von Kuchen und Weißbrot, oder von Gemüse und Eiweiß lebe.

    Ich weiß, auch du hast keine Zauberkugel, die mir die Antwort verrät. Dennoch musste ich mir den Frust jetzt mal von der Seele schreiben. Ich danke dir, dass du diesen langen Text gelesen hast. Vielleicht hast du ja doch noch eine Idee?

    Viele Grüße, T. H.

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    1. Hallo T.H.,

      ich kann deine Sorgen gut nachvollziehen. Was du über deine Stimmung und Energie gesagt hast, erinnert mich sehr an das Thema "Neurotransmitter", welches ich ja letzten Monat behandelt habe. Vielleicht liegt da ja ein Ansatzpunkt (das entsprechende Buch kostet nicht viel und könnte vielleicht einige Tipps geben).

      Was die Schilddrüse angeht: Ja, was der Arzt "normal" nennt, sind die Standardwerte aus der Bevölkerung, ohne Rücksicht darauf, wie viele Menschen eigentlich einen zu niedrigen Wert haben. "Normal" ist insofern nur ein Durchschnittswert.

      Ich habe die Vermutung, dass es in deinem Fall nicht funktionieren kann mit der Taktik "immer weniger essen". Denn wenn es mit low carb nicht klappt, wird noch weniger Nahrung auch nicht helfen. Was du versuchen kannst - und das ist eher langfristig gedacht, ist weiterhin eine strikte Trennung von Kohlenhydraten und Fetten (am besten nicht gleichzeitig essen). Gleichzeitig solltest du weiterhin viel Eiweiß zu dir nehmen (es darf gerne Discounter-Eiweiß sein). Vielleicht hilft es dir, wenn du mehr als 100 Gramm Eiweißpulver am Tag einnimmst. Manche wie Chris Michalk empfehlen ja bis zu 200 Gramm täglich, wenn man das Gefühl hat, dass man mangelernährt ist (was deine Symptome andeuten).

      Der Stoffwechsel könnte noch durch Gewürze angekurbelt werden, also Ingwer oder Chili zum Beispiel. Kann man, glaube ich, auch relativ günstig bekommen, und kleine Mengen reichen da schon.

      Es wäre sogar vorstellbar, dass du von low carb weggehst und stattdessen low fat machst. Die Schilddrüse wird vor allem durch Kohlenhydrate angeregt, wenn man das mit Jod, Selen und Eiweiß kombiniert, können die Werte noch besser als "normal" werden. Dafür bräuchtest du bestimmte Lebensmittel, zum Beispiel können Seegras und Paranüsse helfen (muss nicht viel sein).

      Ich hoffe, ich konnte dir einige Ideen geben. Ich weiß, dass es gerade beim Thema Geld oft schwierig ist. Meine Grundidee ist auf jeden Fall, dass du eigentlich eher wieder den Körper in Schwung bringen musst, bevor du richtig abnehmen kannst, deswegen versuche mal, deinen täglichen Kalorienbedarf in etwa einzuhalten und gesund zu leben, bis die Energie wieder kommt.

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