Durch Kälte Abnehmen: Kalt Duschen, Kaltes Wasser Trinken!

Kann man durch kaltes Wasser abnehmen? Sollte man kalt duschen, um zusätzliche Kilos zu verlieren? Lohnt es sich, zu frieren?

Die erstaunliche Antwort lautet: teilweise schon! Natürlich ist "durch Kälte abnehmen" kein Allheilmittel, bei dem man eine Junkfood-Ernährung aufrecht erhalten und trotzdem abnehmen könnte. Dasselbe gilt für Schlank im Schlaf und andere Prinzipien, die für sich genommen gut sind und den Gewichtsverlust unterstützen. Aber nur im Zusammenspiel mit einer sinnvollen Ernährung können dabei jährlich mehrere Kilos auf der Strecke bleiben. Man muss die Maßnahmen eben gemeinsam nutzen!


Wie uns Kälte helfen kann


Kaltes Wasser Abnehmen
Image courtesy of Just2shutter / freedigitalphotos.net

Lange Zeit dachte man, dass der Mensch seine Körpertemperatur, die zwischen 36,3 und 37,4 Grad liegen muss, bei Kälte nur durch Zittern aufrechterhalten kann. Dieser Prozess ist muskulär bedingt und kostet bereits Energie. Der Körper hat aber noch eine andere Methode in der Trickkiste, und dort kommt das Körperfett direkt zum Einsatz.

Das Prinzip heißt kalte Thermogenese, auch chemische Thermogenese genannt. Dabei wird sogenanntes braunes Fettgewebe oxidiert, verpufft also in gewisser Weise, um Hitze freizusetzen. Ein ganz normaler chemischer Vorgang, beim dem das energiereiche Fett zur Wärmegewinnung eingesetzt wird. Merken: Wärme = Energie und umgekehrt. Schon das Wort Kalorien leitet sich vom lateinischen Wort für Wärme ab.

Wenn man dieses Grundprinzip verinnerlicht hat, wird plötzlich klar, dass Kälte in jeder Form beim Gewichtsverlust helfen kann. Man kann durch kalt Duschen abnehmen, durch Frieren abnehmen, und generell (beim Trinken) durch kaltes Wasser abnehmen.


Anwendungsgebiete im Alltag



Klar ist, dass man sich nicht nackt stundenlang in die Kälte stellen will, und nur die wenigsten werden das tatsächlich tun. Aber es gibt Wege und Möglichkeiten, zusätzliche Kalorien und damit Energie zu verbrennen, nicht nur im Winter.

Kaltes Wasser trinken: In seinem Buch Die Neue Diät zitiert Dr. Strunz die Ergebnisse von Berliner Forschern, die herausgefunden haben, dass man täglich 200 Kilokalorien Energie verbraucht, wenn man zwei Liter kaltes Wasser trinkt. Ein Glas schlägt zwar nur mit 20 kcal zu Buche, in der Summe macht das aber immerhin pro Tag so viel aus, dass eine Person mit einem täglichen Kalorienbedarf von 2000 kcal immerhin schon 10 Prozent Ersparnis hat. Nicht schlecht!

Kalt duschen, abnehmen! Wie bereits erwähnt, muss der Körper zum Überleben seine Kerntemperatur aufrecht erhalten. Selbst, wenn man nur lauwarm duscht, macht das für den Organismus schon einen Temperaturunterschied von 10 Grad und mehr aus. Wer kalt duscht, lässt das Fett richtig gut schmelzen. Tipps dazu, wie man sich an kaltes Duschen gewöhnen kann, liefere ich gleich noch!

Weniger Heizen - Kilos runter, Bargeld rauf: Dass die Energiekosten in den nächsten Jahren weiter steigen werden, haben wir nicht nur der Energiewende zu verdanken. Spielt aber keine Rolle. Was wichtig ist: Man muss nicht immer heizen, bis einem richtig mollig warm wird. Wenn man sich an kalten Tagen einigermaßen warm anzieht und trotzdem nur gemäßigt heizt, dann wird der Temperaturunterschied dem Körper wieder Wärme entziehen. Besonders interessant: Da wir uns viele Stunden in der Wohnung aufhalten, aber nur kurz unter der Dusche, kann der Fatburner-Effekt hierbei sogar stärker sein als bei lediglich 15 Minuten duschen! Also ruhig mal ein, zwei Grad unter der Wohlfühl-Wärme leben. Mehr muss nicht sein.

Frischluft tanken: Wenn es draußen kühl oder kalt ist (das dürfte in Deutschland wohl an drei von vier Tagen der Fall sein), ruhig mal raus gehen. Es muss nicht zwingend Sport sein. Auch Spaziergänge an der frischen Luft tun gut, und wenn es dann noch kalt ist, dann kann man hier durch Körperwärme Fett abbauen. Die Kleidung sollte so angepasst sein, dass einem beim Stehen kalt ist, beim Gehen nicht mehr.


Wo Kälte noch eingesetzt wird



Es gibt noch weitere Bereiche, in denen Kälte zum Einsatz kommt. Im Fußball ist die Eiswanne ein beliebtes Mittel, um die Regeneration der Muskeln zu verbessern und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen. Manche Leute stellen sich im Urlaub auch unter einen kalten Wasserfall, andere machen halbnackt Marathonläufe durch die arktische Kälte. Das sind aber nur Extrembeispiele, die zeigen sollen, dass der menschliche Körper noch lange nicht am Ende ist, wenn er mal kalt duschen soll. Nur, um klar zu stellen, was sich manche so zumuten. Oder man denke an die Finnen, die in eiskalte Flüsse springen...

Übrigens hat Frieren noch weitere positive Effekte, die ich noch nebenbei erwähnen will. Denn neben der Fettverbrennung werden unter anderem noch Immunsystem, Lebenserwartung und Blutzucker verbessert. Um nur einige davon zu nennen.  Und wenn man genau drüber nachdenkt: Die Menschheit dürfte genetisch darauf ausgerichtet sein, ohne Durchlauferhitzer zu duschen. Es liegt also alles in unserer Natur.


Kalt Duschen und Wechseldusche - Eine Anleitung


Kalt Duschen Abnehmen
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Es ist vollkommen in Ordnung, ein Warmduscher zu sein. Ich bin es die meiste Zeit ebenfalls. Aber hin und wieder führe ich eine Wechseldusche durch und merke dann selbst, wie gut mir das tut. Es geht nicht nur um den Kalorienverbrauch und das Gewicht, sondern um das unglaubliche Wohlbefinden, was man danach hat. Man fühlt sich richtig entspannt wie nach einer Massage, die Durchblutung durchströmt jede Ader des Körpers und man kann super schlafen!

Egal, ob man jetzt kalt duschen oder wechselduschen will, im Prinzip ist beides sehr ähnlich. Denn in beiden Fällen muss man sich irgendwie an die Kälte herantasten. Der einzige Unterschied liegt darin, wie viel Zeit man unter dem kalten Wasserstrahl verbringt.

Zwei Wege gibt es, um sich auf eine kalte Dusche einzustellen:

Möglichkeit 1: Nackt unter die Dusche stellen, den Hahn vorher schon auf die kälteste Stufe stellen, aufdrehen, und dabei unter ständigem Fluchen, Zusammenzucken und Beten (was auch immer am besten hilft) warten, bis das Schlimmste vorbei ist. Irgendwann hat sich der Körper daran gewöhnt.

Möglichkeit 2: Die Dusche warm bis lauwarm einschalten. Die Temperatur sollte so sein, dass es für den Körper noch angenehm, aber nicht zu angenehm ist. Unter die Dusche treten. Nun sehr sachte und immer mit kleinen Pausen den Hahn langsam in Richtung kalt stellen. Dieser Vorgang darf ruhig ein bis zwei Minuten in Anspruch nehmen. Das Wasser wird immer kälter, aber der Körper passt sich an diese Kälte an, so dass man am Ende gar nicht mehr merkt, wie eiskalt das Wasser wirklich ist.

Sobald man auf der kältesten Stufe angekommen ist, hat man die Möglichkeit, entweder so zu Ende zu duschen, oder eine Wechseldusche durchzuführen. Der Vorteil der Kaltdusche ist, dass man bis zum Ende maximales Browning hat, also die Fettverbrennung durch braunes Fettgewebe aufgrund des Temperaturunterschieds maximal ausnutzt. Es ist auch legitim, von sehr kalt auf kalt umzustellen, damit man nicht festfriert und das Gehirn nicht weh tut, wenn man die Haare wäscht.

Die Wechseldusche funktioniert so: Man stellt die Temperatur von sehr kalt auf sehr warm um. Auf diese Weise wechselt man zwischen der wärmsten Stufe (so angenehm warm wie möglich, ohne sich zu verbennen), auf sehr kalt (so kalt wie möglich) um. Immer, wenn man den Wasserhahn in eine Richtung gedreht hat, sollte man etwa 20 bis 30 Sekunden unter dem jeweiligen Wasserstrahl verbleiben. Dadurch ist der Effekt für die Blutgefäße meiner Erfahrung nach am größten. Man stellt dann wieder um und macht dasselbe nochmal, immer wieder mit beiden Temperaturen. Übrigens: Der Temperaturwechsel wird total mühelos, wenn man sich einmal an die kälteste Stufe gewöhnt hat!

Kleiner Tipp aus der Praxis: Wenn man die Kälte kaum aushält, kann man versuchen, die Zeit zu überbrücken, indem man sich ablenkt. Zum Beispiel stelle ich mir dann Aufgaben: "Nenne ein Land von jedem Kontinent". Oder so etwas in der Richtung...

Sollte man die Dusche mit kaltem oder warmem Wasser beenden? Aus Sicht des Wohlbefindens ist beides möglich, ich empfehle allerdings, die Dusche auf kalt zu beenden. Man hat dann noch diesen schönen Nachbrenner-Effekt, bei dem der Körper auch noch beim Abtrocknen und im Bett die Körpertemperatur wieder aufbauen muss.

Wer richtig hart drauf ist, kann ja mal ein Eisbad ausprobieren.


Fazit



Man kann durch kaltes Wasser Abnehmen begünstigen. Es ist ein Mittel von vielen, aber nicht das einzige. Die Fettverbrennung muss grundsätzlich funktionieren, damit man Gewicht verliert. Wer also eine gut funktionierende Diät hat und sich auf der Waage im Abwärtsflug befindet, der kann durch Frieren bzw. durch Duschen abnehmen. Lediglich Menschen mit Stoffwechsel- oder Herzproblemen sollte wahrscheinlich erstmal mit dem Doktor abklären, ob das eine gute Idee ist oder wie heftig es sein darf. Für alle anderen ist kaltes Duschen eine interessante Idee. In Verbindung mit anderen Abnehmtricks kann man so ein Netzwerk an cleveren Methoden aufbauen, wie man seinen Alltag optimal auf den Gewichtsverlust einstellen kann.

Kommentare:

  1. schöner artikel. ich könnte noch hinzufügen, das es für mich besser ist wenn ich zuerst beine und arme mit kaltem wasser zuerst abdusche und dann den rest.
    somit ist das nicht so unangenehm und es soll ja auch manchmal vorgekommen sein, dass manche leute einen herzinfarkt erlitten haben, da es durch das schnelle kalt ein schock war..... daher soll ja auch das abduschen der gliedmasen zuerst dabei helfen nicht in der dusche den löffen abzugeben :D :)

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    1. Danke für den Tipp!
      Ich empfinde es als angenehm, wenn ich mich langsam herantaste, also schrittweise die Temperatur senke. Wenn ich dann bei "eiskalt" angekommen bin, merke ich das nicht mehr so sehr, dass das tatsächlich schon kalt ist. Aber wenn man dann zwischen heiß und eisig wechselt, spürt man es nach dem Duschen schon sehr deutlich, wie angenehm durchblutet die Blutgefäße sind.

      Und "Schockduschen" ist auf Dauer glaube ich nicht für jeden etwas, besonders natürlich für Menschen mit schwachem Herzen. Es muss auch nicht so extrem sein.

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  2. Hey ich finde dein Artikel sehr gut, du kannst echt gut schreiben und erklären.
    Kannst du noch über andere Sachen schreiben?

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