Mandelmus Selber Machen - Rezept + Tipps

Wie man Mandelmus selber machen kann, aber auch alle anderen Arten von Nussmus wie Haselnussmus, das zeige ich heute. Denn die Zubereitung ist für alle gleich.

Während Nussmus im Reformhaus manchmal teuer ist, kann man Mandelmus und andere Sorten zu Hause günstig und sehr einfach selbst herstellen, wenn man die Tricks kennt.

Hinzu kommen tolle Einsatzmöglichkeiten, ob für Kosmetik oder leckeres Essen. Nussmus eignet sich für viele Dinge.


Anwendungsmöglichkeiten von Nussmus beim Essen


Haselnussmus und Mandelmus selber machen
Haselnussmus und Mandelmus - selbst gemacht!

Einige der leckersten Rezepte kann man mit Haselnussmus oder Mandelmus selber machen. Dazu gehören:


Was positiv hinzukommt: Viele Nüsse, die man für Nussmus verwendet, haben nur wenig Zucker. Besonders Mandelmus kann man mit einem Anteil von durchschnittlich nur etwa 4-6 Prozent Kohlenhydraten herstellen. Also ein echtes Low-Carb-Lebensmittel, welches vor Heißhunger schützt und durch Fett und Eiweiß satt macht.


Was man zur Herstellung braucht



Um jede Art von Nussmus wie beispielsweise Mandelmus selber machen zu können, brauchen wir eine Packung Nüsse (meistens 200 Gramm), einen Ofen und einen Mixer oder Zerkleinerer. Das ist schon alles.

Was den Mixer angeht: Es gibt ja viele verschiedene Arten von Geräten. Eher unpraktisch sind Handmixer, bei denen man selbst Kraft anwenden muss und einem dann die Nüsse um die Ohren fliegen. Aus meiner Erfahrung halte ich einen Zerkleinerer für die beste Lösung, weil er auch geringe Mengen gut und schnell zerhäckseln kann. Diese Geräte sind auch für Gewürze, Kräuter und Pasten bestens geeignet.

Zerkleinerer bekommt man für unter 50 Euro. Auch der, den ich seit Jahren benutze, kostet relativ wenig, nämlich die La Moulinette von Tefal.

Nun ein wichtiger Tipp zu den Nüssen: Es lohnt sich am meisten, ganze Nüsse zu kaufen. Immer dann, wenn ich zerhackte Haselnüsse, Mandelsplitter oder gemahlene Mandeln gekauft habe, war die Verarbeitung zu Mandelmus und Haselnussmus deutlich schwieriger.

Meine Vermutung dazu ist, dass bei der industriellen Zerkleinerung Feuchtigkeit verloren geht. Es mag paradox klingen, aber man kommt tatsächlich schneller zu Nussmus, wenn man ganze Nüsse kauft und selber verarbeitet!


Rezept und Zubereitung von Mandelmus


Mandelmus selber machen
Rohe Mandeln werden schrittweise zu Mandelmus

Die nun folgende Anleitung gilt für Mandelmus. Die gleichen Schritte gelten aber genauso für Haselnussmus oder Chasewmus, welches ich selbst schon gemacht habe, oder auch für Erdnussmus, Walnussmus und so weiter...

Mandelmus selber machen funktioniert ganz einfach und in wenigen Schritten. Der erste Schritt besteht darin, die Nüsse zu rösten. Dadurch werden wunderbar duftende Aromen freigesetzt, die nachher einen bombastischen Einfluss auf den Geschmack haben. Nicht zuletzt deshalb wird bei der Herstellung von Nougatschokolade darauf verwiesen, dass das Rösten der wichtigste Prozess ist!

Man kann zwar auch darauf verzichten, Mandeln und andere Nüsse zu rösten, verliert dadurch aber Geschmack und Intensität.

Die Nüsse werden auf ein Backblech mit Backpapier gelegt und gut verteilt. Sie kommen für 20 Minuten in den vorgeheizten Backofen, welcher auf 150 bis 180 Grad eingestellt ist. Die Temperatur ergibt verschiedene Abstufungen:


  • 150 Grad: sehr milder Geschmack, kaum Bräunung der Nüsse
  • 160 Grad: mild bis leicht aromatisch, leichte Bräunung
  • 170 Grad: aromatisch und gebräunt
  • 180 Grad sehr intensives Aroma und starke, manchmal tiefbraune Färbung


Um danach Mandelmus selber machen zu können, müssen die gerösteten Mandeln zunächst ruhen und sich abkühlen. Sobald die Nüsse nicht mehr zu heiß sind, um sie in die Hand zu nehmen, kann es weiter gehen.

Tipp: Wer Haselnussmus herstellen will, kann an dieser Stelle die Haselnüsse zwischen den Händen reiben, um die braune, etwas bitter schmeckende Haut loszulösen. Das ist aber freiwillig.

Noch ein Tipp: Wer Mandeln benutzt und sehr weißes Mandelmus selber machen möchte, kann die Mandeln bereits vor Beginn von der Hülle befreien. Mehr Tipps dazu gibt es weiter unten!

Nun zum nächsten Schritt: Die Mandeln (Haselnüsse, Walnüsse etc.) kommen jetzt in den Zerkleinerer oder Mixer. Sie müssen nun gut durchgemixt werden. Wer meinen Ratschlag befolgt hat und ganze Nüsse benutzt hat, sollte nicht allzu lange mit dieser Aufgabe beschäftigt sein, und ein guter Zerkleinerer leistet hier viel.

Da der Zerkleinerer wie eine Zentrifuge wirkt, sollte man zwischendurch hin und wieder pausieren und mit einer kleinen Gabel oder mit einem Löffel die Masse im Gerät verteilen. Solche kleinen Pausen sind ohnehin sinnvoll, damit weder die Nüsse noch die Maschine überhitzen.

Das Mandelmus bzw. Nussmus ist dann fertig, wenn es einen dickflüssigen Zustand einnimmt, zu glänzen beginnt und der Mixer sehr gleichmäßig und ohne Widerstand rotiert.


Weitere Tipps


Mandelmus selbst herstellen
Mandelmus aus vorher gut gerösteten Mandeln

Mandelmus selber machen ist also ganz einfach. Gleiches gilt, wenn man andere Sorten von Nussmus selbst machen möchte, da sich die Arbeitsschritte nicht unterscheiden. Hier noch einige Tipps und Tricks, die beim Herstellen von Nussmus praktisch sein können:


  • Ganze Nüsse lassen sich besser zu Nussmus verarbeiten als gemahlene oder gehackte Nüsse.
  • Verschiedene Temperaturen beim Rösten ergeben verschiedene Färbungen, was zum Beispiel für Schichtnougat interessant sein kann.
  • Unterschiedliche Nüsse kann man gemeinsam rösten und ein Multi-Nuss-Mus herstellen.
  • Für verschiedene Färbungen ist es auch möglich, unterschiedliche Mengen an Nüssen nach und nach in den Ofen zu geben (nach 5 Minuten, nach 10 Minuten usw.).
  • Den Mixer oder Zerkleinerer pausieren lassen, damit die Nüsse und der Motor nicht zu heiß werden.
  • Wer weißes Mandelmus selber machen will, kann entweder blanchierte Mandeln kaufen (Verarbeitung zu Mus kann etwas länger dauern) oder die Mandeln nach Anleitung selbst blanchieren.
  • Manche Nüsse können nach dem Rösten zwischen den Handflächen gerieben werden, damit die Schale entfernt wird. Das betrifft insbesondere Haselnüsse, deren Schale Bitterstoffe enthalten kann.


Fazit



Insgesamt bin ich der Meinung, dass Mandelmus selber machen kein besonders schwieriger Vorgang ist. Auch der zeitliche Aufwand ist, verglichen mit dem Geschmackserlebnis, ziemlich gering. Im Prinzip muss man nur das zerkleinern, was man vorher 20 Minuten hat rösten lassen.

Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich häufiger mit Nussmus zu tun habe, weil ich gerne Rezepte ausprobiere (wie bereits zu Anfang meines Artikels erwähnt). Ich kann also jedem nur empfehlen, Nussmus auszuprobieren.

Wer hat noch Ideen für Rezepte auf Basis von Nussmus oder weitere Tipps und Tricks? Kommentare sind willkommen!

Kommentare:

  1. Hallo und vielen Dank für die tollen Informationen und Rezepte!
    Wie lange kann man wohl ein selbstgemachtes Nussmus aufbewahren und verwenden, falls man größere Portionen vorbereiten möchte? Wie sieht es mit der Haltbarkeit der Schokolade/Pralinen aus?
    LG Nici

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    1. Ich habe das bisher noch nicht so ausgiebig getestet. Bei Schokoaufstrich (besteht ja zum größten Teil aus Mus) war nach einer ganzen Woche immer noch alles prima, sogar die Hälfte der Zeit ohne Kühlschrank.

      Kann mir gut vorstellen, dass auch zwei Wochen Haltbarkeit gegeben sein dürften. Das Nussmus enthält ja kaum Wasser, deswegen wird es nicht so leicht schlecht. Die Pralinen kann man über längere Zeit auch in der Tiefkühltruhe lagern, da man sie gerne am Tag des Servierens auftauen kann.

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  2. Hallo, ich habe das Rezept mit Haselnüssen aus dem Garten ausprobiert. Bei mir wird kein Mus draus, sondern nur geriebene Nüsse.

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    1. Das ist ja seltsam. Ich kenne dieses Problem nur bei bereits geriebenen Nüssen. Vielleicht ist der Fettgehalt deiner Haselnüsse ja anders als der aus dem Laden. Wenn es selbst nach vielen Minuten des Bearbeitens nicht zu Mus wird, dann liegt es wohl an der Sorte.

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    2. Was ist denn der Vorteil von Nussmus von Michael gegenüber Nussmehl von Anonym?

      Bei mir kommen übrigens auch nur geriebene Nüsse raus.

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  3. Auf der Suche nach Infos zu Low Carb Ernährung bin ich vor etlichen Wochen auf deinen Blog gestoßen. Auch wenn ich seit gut einem dreiviertel Jahr meine Ernährung Low Carb gestalte, schaffe ichs nicht, abzunehmen. Allerdings geht es mir insgesamt besser, vor allem meiner Verdauung, die wohl die vielen Kohlenhydrate nicht gut verarbeiten konnte. Nun machen mir auch Problemgemüse keine Probleme mehr.

    Dadurch hab ich auch angefangen, Muse zu machen. Dazu verwende ich den Nutrition Mixer, der seine Sache recht gut macht.

    Aus meiner Erfahrung lassen sich Mandeln, die man mit Haut kauft und kurz vorher blanchiert und abpellt, am leichtesten zu Mandelmus verarbeiten. Nach etwa 5 Durchgängen ist bei mir Mus drau geworden.

    Außerdem mache ich dazu noch Kokosmus, welches am schnellsten fertig ist.
    Wenn man beides mischt, hat man eine leckere Musmischung. Und da das Kokosmus wieder regelrecht fest wird, im Gegensatz zum sehr flüssigen Mandelmus, ergibt das eine geschmeidige Mischung. Das Mischungsverhältnis ist für mich nicht festgelegt aber es sollte schon mindestens halbe halbe sein, oder auch mehr Kokosmus.
    Dazu kann man natürlich noch etwas von einer Zuckerart (Xylit oder Sucolin) geben, und ebenso Kakao, dann hat man sogar eine Art Schokoladencremeersatz. (Und Kokosöl könnte man ebenfalls dazu geben.)
    Noch nicht ausprobiert hab ich die Tonkabohne.
    Sowohl die Kokos/Mandelcreme als auch die Mandel/Tonkacreme gibts im Reformhaus/Bioladen fertig. Beide sind sehr lecker, aber eben doch mit etwas normalem Zucker versetzt.
    Noch hab ich mit der Tonkabohne nicht experimentiert, ich könnte mir aber vorstellen, dass man vorsichtig etwas in das Mandelmus reiben kann. Empfohlen wird sonst die Bohne mit kochen zu lassen, also in Milch zB. doch das wird bei Mus etwas schwierig. :) Aber drauf achten, zu große Mengen sind sogar giftig, ähnlich wie bei bitteren Mandeln.

    Wer nur Mandel- oder Nussmehl bekommt, hat entweder nicht genug Geduld oder eine Maschine, die den harten Kernen nicht gewachsen ist. (Meiner alten Kaffeemühle würde ich die Musproduktion nicht zumuten, nicht nur weil sie nicht dicht wäre)
    Man muss wirklich bei fertig gepellten Mandeln sehr viele Durchgänge schaffen. Da sich das Mandelmehl recht schnell an den Wänden des Bechers festsetzt, muss man oft stoppen, das Mehl abkratzen und alles lockern und nach ner kurzen Pause weiter machen. Gefühlt waren es bei Mandeln, die gleich ohne Schale gekauft wurden, bestimmt 10-15 mal.

    Nuss- oder Mandelmehle kann man zum Backen verwenden. Aus Musen kann man Cremes, Aufstriche oder ähnliches machen, natürlich kann man die auch zum Backen nehmen. Beispielsweise als Füllung in Muffins mitbacken.

    Übrigens hat der Mandelmus, wenn du ihn mitsamt Schale herstellst, mehr Kohlenhydrate, als ohne. (Zumindest wenn man die Nährwertangaben im fertigen Mandelmus vergleicht)

    LG Claudia

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