Low Carb Eiscreme Selber Machen Ohne Eismaschine!

Man kann Low-Carb-Eis selber machen, ohne Eismaschine. Wie das geht, zeige ich in diesem Artikel. Dabei zeige ich nicht nur, wie man Eiscreme ohne Zucker selbst herstellen kann, sondern liefere verschiedene Rezepte. Dabei gilt das Baukastenprinzip, das heißt, es gibt ein Rezept als Basis, und jeder kann durch Zugabe einer bestimmten Zutat jede erdenkliche Eissorte selber machen!

Kurz zur Übersicht, worum es heute geht:

  • Grundwissen zur Herstellung von Eis ohne Eismaschine
  • Das Basisrezept - natürlich low carb
  • Mögliche Geschmacksrichtungen und die jeweiligen Zutaten dafür
  • Fazit

Viel Spaß beim Lesen und noch mehr Spaß beim selber machen!


Grundwissen zur Herstellung von Eis ohne Eismaschine


Low Carb Eis selbst machen
Dieses Haselnuss-Eis habe ich selber gemacht!

Bei Eiscreme denkt man normalerweise an ein Lebensmittel, welches überhaupt nicht für eine Diät und schon gar nicht für low carb geeignet sein sollte. Doch das muss gar nicht so sein. Selbst herkömmliches Eis aus dem Supermarkt hat (inklusive Zucker) teilweise um die 12 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Milliliter, und besteht dadurch, anders als beispielsweise Kekse, nicht zu 50 Prozent und mehr aus Kohlenhydraten.

Lediglich der hohe Fett- und Kaloriengehalt wird als Problem gesehen. Wer sich jedoch low carb ernährt, weiß, dass bei niedriger Zufuhr von Zucker und gemäßigter Zufuhr von Fett Heißhunger vermieden wird, der Blutzuckerspiegel konstant bleibt und das Sättigungsgefühl hoch ist.

Nun einige Details zur Herstellung von Eiscreme ohne Eismaschine. Während bei der industriellen Herstellung verschiedene Milchprodukte, Sirup, Zucker und unterschiedliche Fette verwendet werden, kann man Eis zu Hause selbst machen, und das mit nur wenigen Zutaten. Warum so kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Erwähnenswert ist, dass die Zubereitung ohne Eismaschine einige Zeit dauert, vor allem natürlich wegen des Einfrierens. Ich möchte aber an dieser Stelle erwähnen, dass bei mir alles schon beim ersten Versuch geklappt hat. Wenn man Eis nur gelegentlich selbst machen möchte, lohnt sich der Kauf einer Eismaschine nicht, obwohl man gute Eismaschinen schon für unter 100 Euro kaufen kann.

Nun aber weiter zum Basisrezept


Das Basisrezept - natürlich low carb


Eigelb für Eis
Eigelb isolieren nach Art von Jamie Oliver

Man kann Low-Carb-Eis praktisch jedes Wochenende selbst machen und dann für die folgenden Tage aufbewahren, so dass man immer ein Dessert zur Verfügung hat. Das Schönste ist, dass in der Regel nur eine kleine zusätzliche Zutat ausreicht, um jeweils eine andere Geschmacksrichtung zu erzeugen.

Als Basis werden benötigt:

  • 450 ml Schlagsahne (aus dem Supermarkt, werden in sehr kleinen Kartons verkauft)
  • 5 Eigelbe
  • 150 Gramm Xylit oder Erythrit (als Alternative zu normalem Zucker)

Diese drei Zutaten reichen völlig aus für das Grundrezept. Würde man das Eis lediglich so herstellen, würde am Ende der Geschmack neutral sein, aber wer möchte das schon?

Welche zusätzlichen Zutaten man nutzen kann, erkläre ich gleich. Vorher sei noch gesagt, dass die Schlagsahne mit einem entsprechenden Pürierstab geschlagen werden sollte, bis sie schön fluffig und luftig ist. Die Eigelbe kann man dadurch vom Eiklar isolieren, indem man das Ei leicht aufschlägt, so dass man zwei Hälften hat, und nun das Eigelb von einer Schalenhälfte zur nächsten hin und her wechselt. Diesen Trick habe ich mir von Jamie Oliver abgeguckt.

Eigelb und Xylit im Wasserbad
Eigelb und Xylit im Wasserbad

Die Eigelbe werden zusammen mit 150 Gramm Xylit in ein Gefäß gefüllt, welches in ein heißes Wasserbad platziert werden muss. Nun rührt man mit einem Schneebesen so lange im Gefäß, bis sich das Xylit aufgelöst hat und die Eigelbe leicht schaumig geschlagen wurden. Das kann eine Weile dauern.

Flüssige Eiscreme vor dem Einfrieren
Flüssige Eiscreme vor dem Einfrieren

Am Ende wird dieses nun homogene Gemisch mit der Schlagsahne zusammen ganz sanft verrührt. Hinzu gegeben werden nun weitere Zutaten, je nachdem, welchen Geschmack die Eiscreme nachher haben soll. Das Endergebnis kommt in die Gefriertruhe. Nach meiner Erfahrung sind mindestens 6 Stunden nötig, um den Vorgang abzuschließen. Außerdem sollte man in etwa alle 60 Minuten die Masse umrühren, damit das Gemisch gleichmäßig bleibt und keine Eiskristalle sich bilden.


Mögliche Geschmacksrichtungen und die Zutaten dafür



Zum jetzigen Zeitpunkt darf man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Man kann sowohl sehr minimalistisch zu Werke gehen, indem man beispielsweise eine kleine Tüte Aroma (Zitronenaroma, Vanillearoma etc.) dazu gibt, oder man kann gleich 100 bis 200 Gramm flüssige oder feste Zutaten hinzu geben.

Um Klartext zu reden: Die unten genannten Zutaten werden zusätzlich zum Basisrezept hinzugegeben. Also einfach das Grundrezept befolgen und je nach Geschmackssorte die zusätzlichen Zutaten hinzufügen, wenn die Basis erledigt ist (vor dem Einfrieren also).

An dieser Stelle einige Beispiele, was man alles machen kann, wenn man Low-Carb-Eiscreme selber machen möchte:

Haselnuss-Eis



Fruchteis


  • 100 Gramm flüssig pürierte Früchte

Schokoladeneis


  • 40 Gramm Kakaopulver schwach entölt
  • bei Bedarf auch gerne noch kleine Stücke Schokolade
  • optional auch Zimt, Muskat etc.

Vanille-Eis


  • eine kleine Tüte Vanille-Aroma oder
  • Vanilleschoten

Walnuss-Eis


  • 100 bis 200 Gramm fein zerhackte Walnüsse

Paranuss-Eis


  • 100 Gramm Mus aus gerösteten Paranüssen und
  • 70 Gramm gehackte Paranüsse

Bananen-Eis


  • 1-3 pürierte Bananen

Wer dieses Prinzip nachvollziehen kann, der ist in der Lage, praktisch jedes Lebensmittel zu benutzen, wenn er Low-Carb-Eiscreme selber machen möchte. Es ist möglich, Zutaten bis zum dickflüssigen Zustand zu pürieren, oder sie kurz klein zu mixen. Oft ist eine Mischung aus beiden Varianten sehr lecker, besonders bei Nüssen.


Fazit


Fertiges Low-Carb-Eis
Fertiges Eis

Low-Carb-Eis selbst machen und genießen - sogar während einer Diät. All das ist möglich. Sogar ohne Eismaschine.

Dabei hat das Eis kaum Kohlenhydrate. Schlagsahne ist mit 3,2 Gramm Kohlenhydraten pro 100 Gramm auf jeden Fall low carb, und die Eigelbe und das Xylit sind ebenfalls gut geeignet, um tolles Eis herzustellen.

Ich hoffe, dass viele Leute nun begeistert loslegen werden, um ihre eigenen Kreationen an Low-Carb-Eiscreme selbst zu machen - ob mit oder ohne Eismaschine.

Am Ende noch ein kurzer aber herzlicher Dank an Jasmin von SoulFoodLowCarberia für die Inspiration!

Kommentare:

  1. Kann man statt dem Xylit auch Stevia nehmen?

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    1. Ich denke, das ist einen Versuch wert. Ich habe flüssiges Stevia bei Schokolade benutzt, hatte dann aber wegen der Menge Bauchschmerzen. Man muss bei Stevia etwas sparsamer dosieren, aber von der Süße her kann es genauso gut funktionieren wie Xylit. Man sollte beachten, dass man dann eben nicht 150 Gramm Süßungsmittel hat, sondern je nach dem, welche Art von Stevia man nimmt, nur ein bisschen Süßungsmittel. Vielleicht kann man dann die übrigen Gramm durch etwas anderes ersetzen, oder man lässt das wegfallen.

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    2. Vielen dank für die Antwort.

      Gilt das denn auch bei den anderen Arten von Rezepten die du beschreibst? Ich habe eine Riesenpackung Stevia noch stehen und würde diese verbrauchen wollen :)

      Wo bezieht man denn dieses Xylit oder Erythrit?

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    3. Mit Stevia habe ich noch nicht ganz so viele Erfahrungen gemacht, aber man kann es schon für viele Dinge als Süßstoff verwenden. Lediglich die Süßungskraft musst du berücksichtigen, die ist bei Stevia vermutlich anders als bei Xylit (100%) und Erythrit (70%) - im Vergleich zu Zucker.

      Xylit und Erythrit kaufe ich mir immer bei Amazon, kann man dort zum Beispiel unter der Bezeichnung Xucker und Xucker Light kaufen.

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  2. Danke für das tolle Rezept! Ich habe mir gestern gleich Schokoladeneis gemacht. Allerdings ist es ein ganz kleines bisschen zu flüssig geworden. Hast du vielleicht eine Idee, woran das liegen könnte? Zu viel oder wenig Sahne genommen (war H-Sahne)? Eigelb nicht lange genug geschlagen? Ist aber auch so sehr lecker und hat mir den Sonnentag versüßt! :-) Liebe Grüße Sonja

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    1. Bei mir war es auch nicht perfekt am Anfang. Ich musste gerade während der Tiefkühl-Phase regelmäßig umrühren und dem Eis genug Zeit in der Tiefkühltruhe geben. Irgendwann ist es dann gefroren und man kann es essen, auch wenn es beim auftauen möglicherweise flüssiger ist als normales Eis. Aber wenn es dir gefällt, dann probier einfach weiter und irgendwann findest du vielleicht eine optimale Mischung der Zutaten, so dass es fester wird.

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    2. Hallo Sonja, wenn mir ein Rezept nicht gleich so gelingt wie beschrieben und das Eis zu flüssig wird, ohne dass ich den Grund erkenne, dann ersetze ich einen kleinen Teil der Milch durch Milchpulver. Hier muss man sich auch etwas herantasten, funktioniert in der Regel aber hervorragend.

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  3. Danke für Deinen Bericht, finde ich absolut toll. Allerdings verstehe ich nicht, warum ich keine Eismaschine verwenden soll, die vereinfacht die ganze Angelegenheit doch um ein Vielfaches. Klar bei einmaligem Benutzen würde sie sich nicht rentieren, aber so was leckeres macht man doch nicht nur einmal

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    1. Hallo Lena,

      viele Menschen fragen sich, ob man Eiscreme ohne Eismaschine selber machen kann. Dieses Thema habe ich aufgegriffen. Natürlich ist es sehr sinnvoll, sich eine Eismaschine zu kaufen, wenn man dauerhaft Eis essen möchte.

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  4. Kann ich statt dem Stevia / Xylit auch Honig nehmen?

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    1. Hallo Dominik,

      das kannst du ausprobieren, es dürfte die Eiscreme noch cremiger machen. Natürlich ist zu beachten, dass der Zuckergehalt dadurch erhöht wird.

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  5. Hi wenn das Eis zu flüssig ist einen Teelöffel johannisbrotkernmehl das macht es etwas fester
    Vielen dank für das schöne Rezept
    Eva-Maria

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  6. Hallo Michael,
    würde das Eis gerne mit low-carb-Süße bzw. Süßstoff ausprobieren, weil ich Xucker nicht gut vertrage. Was muss ich beachten?

    Schöne Grüße
    Yvonne

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