Sind Ginkgotabletten Sinnlos Oder Nützlich?

Zum Ginkgoextrakt gibt es zahlreiche Meinungen. Für die einen ist der Ginkgobaum das reinste Naturheilmittel, andere verweisen auf eine angeblich schwache Studienlage bezüglich der Wirkung von Ginkgotabletten.

Ob Ginkgo nützlich und sinnvoll ist, oder eher sinnlos und reinste Geldverschwendung, ist eine der Fragen, um die es mir heute geht. Vor allem geht es mir auch darum, zu erläutern, warum Wissenschaftler unterschiedliche Erfahrungen mit Ginkgotabletten in ihren Studien machen.

Diese Themenpunkte stehen auf dem Programm:

  • Wirkung von Ginkgo in Studien
  • Auf die Dosierung kommt es an
  • Welches Ginkgopräparat ist das beste?
  • Auch Ginkgotee kann gesund sein
  • Fazit

Also: Sind Ginkgopillen Unsinn oder gesund? Finden wir es heraus!


Wirkung von Ginkgo in Studien


Ginkgotabletten
Image courtesy of Sira Anamwong / freedigitalphotos.net

Wer im Internet danach sucht, ob Ginkgo sinnlos ist, der wird viele Artikel finden, die von enttäuschenden Erfahrungen der Wissenschaftler zur Ginkgopflanze sprechen, obwohl es von Patienten manchmal positive Erfahrungsberichte zu hören gibt.

Was in diesen Artikeln oft verschwiegen wird, sind die genauen Begleitumstände der jeweiligen Studien. Wie viele Menschen haben teilgenommen? War die Studie repräsentativ? Wie viele Jahre wurden die Probanden untersucht? Wie hochdosiert wurde Ginkgo eingesetzt?

Ich möchte an einem Beispiel erklären, wie wichtig die Dosierung für das Ergebnis einer Studie sein kann. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat eine Studie über Ginkgotabletten zur Verfügung gestellt. Es geht um die typischen Aspekte von Ginkgo in Bezug auf Demenz und andere Erscheinungen im Alter. Wer will, kann sich den umfassenden Bericht durchlesen. Ich möchte aber kurz die wichtigsten Erfahrungen daraus aus meiner Sicht zusammenfassen:

  • Bei der Dosierung wurde nur in zwei Gruppen aufgeteilt: 120 mg und 240 mg täglich
  • Für viele untersuchte Bereiche gab es "einen Beleg für den Nutzen von Ginkgo biloba", jedoch erst dann so richtig, wenn die hohe Dosierung (240 mg) gewählt wurde
  • Ginkgo wurde als vollkommen ungefährlich eingestuft, gleichzeitig seien die Ergebnisse bezüglich der Wirkung sehr heterogen und schwer einzustufen

In gewisser Weise hat mir dieser Bericht die Augen geöffnet. Und zwar deshalb:

  • Bei 240 mg täglich lässt sich bereits eine positive Wirkung von Ginkgotabletten im Ansatz feststellen
  • Die Dosis von 240 mg pro Tag wird von den Wissenschaftlern als hohe Dosierung bezeichnet, obwohl es zugelassene Präparate auf dem Markt gibt, die bis zu drei Mal so viele Ginkgoextrakte beinhalten
  • Da Ginkgoextrakt rein pflanzlich und nicht giftig ist, gab es keine Nebenwirkungen, die sich negativ auf die Gesundheit auswirkten. Also hätte man keine Angst vor einer höheren Dosierung haben müssen.

Allein diese drei Punkte machen deutlich: In den meisten Studien gehen die Forscher viel zu sachte und behutsam mit der Dosierung um, obwohl es sich um einen rein pflanzlichen Wirkstoff handelt.

Würde man die Wirksamkeit von Aspirin gegen Kopfschmerzen untersuchen, indem man einem Migräne-Patienten eine Viertel-Tablette Aspirin gibt? Nein. Und da ist mehr Chemie drin als in Ginkgo.

Immerhin: Wenn schon 240 mg eine positive Wirkung ausmachen, was können dann 750 mg erreichen? Leider ist die Studienlage in der Tat so dünn, dass diese Frage wohl bis auf Weiteres unbeantwortet bleiben wird.

Eine Studie kam zu vielen positiven Ergebnissen. Wir wissen auch, dass 20 Jahre geforscht wurde, nicht nur ein paar Wochen oder Monate. Man konnte also Langzeiteffekte beobachten. Es kam heraus, dass erst ab 240 mg Ginkgotabletten einen Nutzen hatten und zum Beispiel vor nachlassendem Gedächtnis schützten.

Sinnvoll war der Ginkgoextrakt aber nur dann, wenn man ihn 4 Jahre lang täglich mit einer Dosis von 240 mg zu sich genommen hatte, nicht weniger.

Die Erfahrungen zeigten dabei:

  • Das Gedächtnis wurde geschützt
  • Merkfähigkeit, Sprechfähigkeit und Bildgedächtnis blieben besser erhalten
  • Diejenige Gruppe, welche ein Medikament gegen Alzheimer bekam, litt unter beschleunigtem Gedächtnisverlust (!)

Was genau können Ginkgotabletten und Ginkgotee nun eigentlich bewirken? Hier eine Auflistung der Wirkung:

  • Ginkgo hilft gegen Demenz
  • Ginkgo hilft gegen Alzheimer
  • Verbesserung des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses
  • Vermindertes Eierstockkrebs-Risiko
  • Verlangsamte Ausbreitung von vorhandenem Dickdarmkrebs
  • Wirkung gegen Tumore
  • Positive Ergänzung mit Chemotherapie
  • Antioxidative Effekte und Eigenschaften wahrscheinlich
  • Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei Hirntumor-Patienten
  • Zellschutz bei Sauerstoffmangel
  • Hilfe gegen Asthma
  • Ginkgo wird eine Wirkung gegen Tinnitus nachgesagt
  • Erhöhte Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit im Alter

Also scheinen Ginkgotabletten und Ginkgotee durchaus nützliche Helfer zu sein, um gesund zu bleiben bis ins Alter. Dazu muss man sich jedoch den folgenden Abschnitt ins Gehirn hämmern.


Auf die Dosierung kommt es an


Author: THOR. Quelle: Flickr, Wikipedia

Die gesunden Inhaltsstoffe und Eigenschaften der Ginkgoblätter können nur dann etwas bringen, wenn man sie hochdosiert einnimmt. Man muss den Hintergrund kennen: Pharmaunternehmen machen mit patentierten Medikamenten viel Geld. Nimmt man ihnen diese Grundlage weg, indem man behauptet, eine nicht patentierbare Pflanze könne die Aufgabe stattdessen übernehmen, wäre viel Geld verloren. Also "unterstützt" man Studien, in denen Vitamine, Mineralstoffe und andere "billige, nicht vermarktbare" Stoffe schwach dosiert scheitern. Problem gelöst.

Das Ergebnis ist also immer dasselbe. Die laschen Pflanzenmittel bringen nichts. Wir kennen diesen Trick schon bei der Verunglimpfung von Vitamin C. Wie ich damals berichtete, muss man Vitamin C weit höher dosieren, als das die meisten Menschen überhaupt glauben würden.

Bei Ginkgopillen sind wir immerhin schon so weit, dass wir sagen können, dass ab einer Dosis von mindestens 240 mg täglich eine Wirkung beginnt. Ab dieser Dosierung kann man einen positiven Effekt auf die Gesundheit feststellen.

Warum aber soll man sich mit so wenig zufrieden geben, wenn man liest, dass bei 120 mg die Zusammenhänge schwer erkennbar waren und noch bei 240 mg nur erste Belege, ganz kleine Hinweise zu erkennen waren? Warum dann nicht die doppelte, dreifache Dosis wählen?

Einige könnten jetzt sagen: Oh, drei Mal so viel. Ist das nicht ein Bisschen heftig?

Nein, ist es nicht. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Es handelt sich um einen pflanzlichen Wirkstoff, kein Medikament
  • Die Behörden stellen präzise fest, welche Dosierungen sicher vermarktet und verkauft werden dürfen
  • Hersteller verkaufen Ginkgo hochdosiert, halten dabei gesetzliche Bestimmungen ein und werden mit Sicherheit nichts verkaufen, was zu Schadensersatzklagen führen könnte
  • Wir reden hier von weniger als einem Gramm am Tag... von einer Pflanze...

Bestünde eine Gefahr, würde doch kein Hersteller Ginkgotabletten in hochdosierter Form verkaufen.


Welches Ginkgopräparat ist das beste?



Die sinnvolle Anwendung und Einnahme von Ginkgoextrakten sollte also in entsprechend hoher Dosis erfolgen. Ich habe selbst ein Ginkgopräparat getestet, welches insgesamt 350 mg Ginkgoextrakt (Blattextrakt) plus 400 mg Blattpulver vom Ginkgobaum enthält, macht in der Summe 750 mg Ginkgopflanze. Zusätzlich sind Melissenblätter, Brennessel, Petersilie und schwarzer Pfeffer enthalten.

Viele Ginkgopräparate sind stattdessen viel zu niedrig dosiert. Der Vorteil bei den Ginkgokapseln, die ich nehme, ist, dass die tägliche Dosis durch zwei Gingko-Pillen gewährleistet wird. Man kann also auch eine Kapsel weniger nehmen, wenn man möchte.

Ich habe das Präparat Ginkgo Plus mit Ginkgo Biloba Extrakt bei Amazon gekauft.
Man kann es aber auch direkt vom Hersteller beziehen, der manchmal sogar Mengenrabatte bietet:

Ginkgo Plus

Wer ein besseres Ginkgopräparat im Internet findet, kann das natürlich auch testen. Es gibt viele Hersteller und die Konkurrenz ist groß, also lohnt sich ein Vergleich möglicherweise.


Auch Ginkgotee kann gesund sein



Der Unterschied zwischen Ginkgotabletten und Ginkgotee ist, dass bei den Pillen die Einnahme der Extrakte und Blätter in Reinform erfolgt. Beim Tee nimmt man lediglich gefilterte Wirkstoffe auf, nicht ganze Pflanzenteile.

Es ist daher zu vermuten, dass die Wirkung von Tee etwas milder ist und die Vorteile nicht ganz so groß sind wie bei Ginkgotabletten. Auch den Tee kann man bei Amazon bestellen, es gibt eine Menge Anbieter.


Fazit



Was bleibt an Erkenntnissen über Ginkgo? Fassen wir kurz zusammen:

  • Die Forschung steht noch sehr am Anfang und hat sich bisher hauptsächlich mit niedrig dosiertem Ginkgoextrakt beschäftigt
  • Es gibt positive Erfahrungen in der Forschung, die Wirkung beginnt bereits für Ginkgopräparate ab 240 mg täglich
  • Eine Konzentrationssteigerung der Dosis auf bis zu 750 mg ist durchaus möglich und risikofrei. Es gibt Präparate, die somit gut drei Mal mehr Ginkgo enthalten als in den durchgeführten Studien
  • Wie bei anderen Vitalstoffen auch, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine höhere Dosis eine noch bessere Wirkung auf die Gesundheit hat
  • Die Hersteller haften für die Angaben, die sie machen. Insofern müssen die 750 mg täglich eine sichere Dosierung sein
  • Ginkgotee ist gefiltert und dürfte damit in seinen Eigenschaften etwas schwächer sein als tatsächlich aufgenommene Ginkgoblätter und -Extrakte
  • Wenn man wirklich hochdosiertes Ginkgo für die Nahrungsergänzung haben möchte, muss man es - das ist meine Erfahrung - im Internet bestellen, da Drogerien nur schwach dosierte Produkte anbieten

Darüber hinaus sei natürlich gesagt, dass nie ein einziger Wirkstoff allein für gute Gesundheit und ein langes Leben verantwortlich ist. Deswegen mein Tipp: Häufiger mal auf meinem Blog vorbeischauen!

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