Vitamin E: Der Bodyguard

Unter den Vitalstoffen ist Vitamin E der Bodyguard. Ein Beschützer, der VIPs wie das Herz und die Lunge vor Übergriffen bewahrt und Gegner unschädlich macht.

Genau wie bei echtem Sicherheitspersonal muss man auch in der Biologie darauf achten, wen man zu seinem eigenen Schutz einstellt, wie viele man davon engagiert und welche Aufgaben die Personenschützer in einem Team übernehmen sollen. Deshalb bietet dieser Artikel eine Übersicht über Aufgaben und Funktion von Vitamin E, die Arten von Vitamin E,  über das Zusammenspiel mit anderen Vitaminen und schließlich noch die ideale Dosierung.


Vitamin E - Aufgaben und Funktion


Tocopherol Tocotrienol
Image courtesy of stockimages / freedigitalphotos.net

Der Kandidat für den Posten des Sicherheitschefs hat in seinem Lebenslauf einige beeindruckende Stationen durchlaufen. Das Portfolio umfasst den Schutz hochrangiger Persönlichkeiten aus dem Inneren:

  • Herz
  • Blutkörperchen
  • Lunge
  • Blutfette
  • Nerven
  • Gehirnzellen
  • Membranen von Immunzellen
  • Erbsubstanz (DNS / DNA)
  • Drüsen

Darüber hinaus hat Vitamin E Erfahrung im Umgang mit VIPs von außerhalb, die im menschlichen Organismus zu Besuch sind und ebenfalls Geleitschutz benötigen:

  • fetthaltige Vitamine
  • ungesättigte Fettsäuren und Öle

Nicht nur als Einzelgänger, sondern auch als Teamplayer hat sich Vitamin E bezahlt gemacht. Es kann als Teil von 144 Enzymen seine Wirkung entfalten, unter anderem durch Fortbildung zum Immunbotenstoff oder Mitarbeiter im Proteinstoffwechsel.


Arten von Vitamin E


Arten von Vitamin E
Vitamin E als Pille

Verschiedene Sorten von Vitamin E kommen als mögliche Bodyguards in Frage. Es gibt jeweils unterschiedliche Arten von Tocopherol, Tocotrienol, Tocomonoenol und MDT.
Obwohl alle diese Stoffe unter dem Namen Vitamin E laufen, haben sich die Tocotrienole als das stärkere Vitamin E erwiesen. Es hat seine Wirkung in Studien bewiesen und dabei gezeigt, dass es Krebs in Darm, Prostata, Brust und Lunge verhindern kann.

Die antioxidative Wirkung von Tocotrienol ist bis zu 40 mal stärker als bei anderen Formen von Vitamin E. Natürlich gibt es im Handel auch Kombinationen verschiedener Vitamin-E-Formen, die dann zusammen wirken können.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um Vitamin E für den eigenen Körperschutz einzustellen:




Da Vitamin E auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen Vitalstoffen angewiesen ist, würde sich letzteres sicher besonders lohnen. Übrigens: Zwar kommt Vitamin E in manchen Lebensmitteln vor, vor allem in Ölen. Es muss jedoch genau diese Öle selbst beim Übergang in den Körper beschützen und ist dadurch an diesen Arbeitgeber gebunden.


Zusammenspiel mit anderen Vitaminen



Wenn ein Bodyguard sich heroisch zwischen seinen Schützling und einen Gegner wirft, um eine Kugel abzufangen, dann wird der Beschützer danach ganz bestimmt ärztliche Hilfe benötigen. Beim Vitamin E ist das ganz ähnlich.

Der menschliche Körper wird tagtäglich von freien Radikalen attackiert, die zu Zellschäden, Mutationen und sogar Krebs führen können. Hier wirft sich Vitamin E mutig, entschlossen und heldenhaft dazwischen, um den Schaden einzustecken. Um danach wieder aufgebaut zu werden, benötigt es andere Vitalstoffe.

Dass Vitamin E beim Zellschutz nicht alleine arbeitet, sondern zusammen mit Vitamin C als "Blitzableiterduo" arbeitet, erklärt uns Dr. Ulrich Strunz in seinem Buch Topfit mit Vitaminen ziemlich genau:

"Vitamin E übernimmt an den Biomembranen die Funktion des Blitzableiters, der den Einschlag weiterleitet: Binnen einer Millionstel Sekunde schlägt das freie Radikal in das Vitamin-E-Molekül ein, statt die ungesättigten Fettsäuren der Membran zu treffen. Wie ein Blitzableiter leitet Vitamin E das freie Radikal dann weiter an Vitamin C, das im wässrigen Teil in und um die Zelle patroulliert. So werden Radikale sofort an den Biomembranen entsorgt und an Vitamin C gebunden, das dann ausgeschieden wird. Der Radikalableiter Vitamin E ist wieder frei für den nächsten Radikaleinschlag. 10 000 Radikale pro Tag und Zelle werden auf diese Weise abgeleitet".

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Vitamin E selbst ebenfalls Schutz benötigt, denn wenn es kein Teamplay mit anderen Vitaminen gibt, dann wird Vitamin E so beschädigt, dass es selbst zum Radikal und damit zum Doppelagenten wird.


Dosierung von Vitamin E



Die Empfehlung von Dr. Strunz, den ich ja schon zitiert habe, liegt bei 100 bis 400 mg Vitamin E täglich. Diese Dosis bezieht sich jedoch nur auf das weniger wirksame Tocopherol. Bei Tocotrienolen kann man bereits mit weniger eine starke Wirkung für den Zellschutz erzielen.

Hochdosiert darf Vitamin E durchaus eingenommen werden, solange man sich grundsätzlich an das Produkt hält, welches man kauft. Eine Überdosierung, die zur Erhöhung des allgemeinen Sterberisikos führte, wurde erst bei einer Dosierung von 2000 IU (international unit = internationalen Einheiten) täglich erreicht - das entspricht nach meiner Rechnung 1820 mg Tocopherol, also weit mehr als dem, was man über normale Nahrungsergänzungmittel überhaupt einnimmt.

Mein Tipp: Wer ein hochdosiertes Multivitaminpräparat zu sich nimmt, ist auf der sicheren Seite: Genug Vitamin E, um die gesteigerte Wirkung gegen Krebs zu nutzen, und man muss sich keine Gedanken darüber machen, ob man eventuell falsch dosiert hat, denn das kann einem bei der Anwendung mit vorher dosierten Vitaminen nicht passieren.

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