Fleischdiät: Anleitung Und Infos

Funktioniert eine Diät, die vorwiegend auf Fleisch setzt? Das ist absolut möglich und entspricht durchaus der Natur des Menschen als Jäger. Hier gibt es die wichtigsten Infos, unter welchen Bedingungen eine Fleischdiät sinnvoll ist.


Fleisch bedeutet Eiweiß


Fleischdiät
Roast Beef während der Fleischdiät

Wenn wir Fleisch zu uns nehmen, dann besteht dieses zum allergrößten Teil aus Protein. Also Eiweiß. Zusätzlich ist dieses von seiner Struktur her dem menschlichen Körper relativ ähnlich und deshalb auch leichter in körpereigenes Protein umzuwandeln als beispielsweise das Eiweiß aus Reis. Wissenschaftler nennen dies biologische Wertigkeit.

Die anderen beiden hauptsächlichen Nährstoffe kommen in Fleisch nur begrenzt vor. Fett kann man schon beim Kauf erkennen und weiß daher bereits, ob man viel oder wenig davon zu sich nimmt. Kohlenhydrate kommen nahezu gar nicht vor, weswegen auf den Verpackungen manchmal 0 Gramm Kohlenhydrate angegeben sind.

Dass gerade Kohlenhydrate fehlen und Eiweiß in Massen vorkommt, ist bereits der entscheidende Faktor für den Erfolg einer Fleischdiät. Denn Protein ist der wichtigste Baustoff des Körpers, er dient dem Muskelaufbau, dem Immunsystem, dem Gehirn, hilft sogar durch Enzymbildung beim Abnehmen. Ohne Eiweiß sind wir tot. Hinzu kommt, dass zusätzliches Eiweiß immer besser ist als lediglich die Mindestzufuhr, die von deutschen Ernährungsbehörden empfohlen wird. Mehr dazu gibt es in meinem Artikel Eiweißshakes - Mythen und Fakten. Und: Eiweiß macht satt!

Kohlenhydrate hingegen stoppen die Fettverbrennung. Der Körper ist es gewohnt, von seinen Zuckerreserven zu zehren, denn auch die gibt es im Körper. Zu viele Kohlenhydrate bedeuten, dass das Fettdepot nicht angefasst wird. Fleisch ist daher allein schon von seiner Zusammensetzung her ein typisches Diätprodukt.


Carnitin verbrennt Fett



Ein in Fleisch vorkommender Stoff sorgt für zusätzliche Power bei der Fettverbrennung - vorausgesetzt, es wird überhaupt Fett verbrannt, was wiederum vom hoffentlich geringen Konsum an Kohlenhydraten abhängt.

Carnitin kann aus Fleisch gewonnen werden, wobei neben dem bereits enthaltenen Carnitin sogar 10 Prozent des Eiweiß aus Fleisch zu eben jenem Carnitin umgewandelt werden können.

Einige Fleischsorten enthalten mehr, andere weniger Carnitin, weshalb sie auch entsprechend besser oder schlechter für die Fleischdiät geeignet sind. So ist Rindfleisch zum Beispiel besser als Schweinefleisch.

Entscheidend ist jedoch: Mit Carnitin lässt sich der Erfolg beim Abnehmen um 25% steigern. Das alleine ist ein großer Pluspunkt von hohem Fleischkonsum.


Zusätzliche Vorteile und Synergieeffekte von Fleisch



Genau, wie sich bei Gemüse und Obst die verschiedenen Vitamine und Pflanzenstoffe gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen, so ist dies auch beim Fleisch der Fall. Beispielsweise enthält Fleisch einige der wichtigen B-Vitamine und auch Eisen. Diese Stoffe spielen bei der Synthese von Carnitin eine Rolle, so dass man hier von einer gesteigerten Wirkung sprechen kann.

Selbstverständlich haben eben genau diese Vitamine und Mineralien positive Auswirkungen auf das Abnehmen, da sie dem Körper zum Beispiel bei der Blutbildung und der Muskelfunktion helfen.


Ein Jahr lang nur Fleisch und Wasser!



Es gibt sogar Menschen auf der Welt, die es bereits geschafft haben, nur von Fleisch zu leben. Also die Pioniere der Fleischdiät. Doch wie ist das möglich, wenn wir doch angeblich bei solch einer Ernährung umkommen?

Die Forscher Andersen und Stefansson entschlossen sich nach mehrjährigem Aufenthalt in einer Eskimo-Kolonie, ein Experiment zu wagen: Sie ließen sich ein Jahr lang in ein Krankenhaus einsperren und ernährten sich unter Anleitung von Ärzten nur von Fleisch, welches noch dazu sehr fetthaltig war. Die Erfolge dieser Fleischdiät waren erstaunlich: Verbesserte Zahngesundheit, schlanke Körper und das alles bei guter Fitness und Wohlbefinden.

Soll diese Erfahrung im Umkehrschluss heißen, dass wir uns nur noch von Fleisch ernähren sollten? Nein. Denn zwei Dinge müssen wir dabei beachten:


  • Natürliches Fleisch mit viel Omega 3 und ohne Schadstoffe, wie es den Eskimos zur Verfügung stand, können wir in solcher Qualität nicht aus unseren Supermärkten erwarten
  • Wenn die Eskimos leben in einer sehr unbarmherzigen Landschaft, die wenig pflanzliche Vegetation bietet. Wir hingegeben brauchen auf gesunden Pflanzenkonsum nicht zu verzichten.


Auf der einen Seite machen die Eskimos aus der Not eine Tugend, auf der anderen Seite ist das, was sie essen können, hochwertiger als das, was uns an Fleisch geliefert wird.


Ein guter Plan für die Fleischdiät



Um diese Diät nun doch erfolgreich umsetzen zu können, braucht es nur wenige Dinge. Fleisch ist ein legitimes Nahrungsmittel, welches auch den Hauptbestandteil der Nahrung ausmachen darf. Doch statt der üblichen Beilagen wie Pommes, Reis oder Nudeln sollte man auf Beilagen setzen, die wenig Kohlenhydrate haben.

Beispielsweise kann man Zwiebeln benutzen. Entweder brät man sie mit dem Fleisch in der Pfanne, oder man backt sie im Ofen, bis sie trocken und knusprig werden.

Weitere Beilagen, die sich eignen, sind zum Beispiel Pilze, grüne Bohnen, Salat und natürlich alle vitaminreichen Gemüsesorten. Weitere Beilagen habe ich in meiner Liste der Low-Carb-Beilagen genannt.

Die Anleitung ist also ganz einfach:


  • Zu jeder Mahlzeit Fleisch (oder eine andere Eiweißquelle, z.B. Fisch)
  • Beliebige Beilagen mit möglichst wenig Kohlenhydraten
  • Viel Wasser trinken
  • Keine Mahlzeiten zwischendurch


Diese wenigen Regeln führen die Fleischdiät nach meinen Erfahrungen zum Erfolg.

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