Bioflavonoide: Wirkung Der Pflanzenstoffe

Alle reden über Vitamine und Mineralstoffe, doch viele Menschen vergessen die Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe. Bereits 2003 schrieb der Bestseller-Autor und Gesundheitsexperte Dr. Ulrich Strunz:

In einem Apfel stecken 10.000 Wirkstoffe. Bekannt sind aber bisher nur 190. Zum Beispiel die Bioflavonoide. Sie verstärken die Wirkung von Vitamin C auf das 20-fache.

Das ist das logische Prinzip der Natur: Nicht einzelne Stoffe in Pillenform als ein Vitamin für die Fingernägel und ein Vitamin für die Haare, sondern eine unendliche Bandbreite an verschiedenen Stoffen aus unserer Umwelt halten und gesund und munter.

Der Blick auf die Bioflavonoide soll daher stellvertretend für alle sekundären Pflanzenstoffe stehen, die wir oft übersehen, weil uns in der Werbung meist nur die Kombination aus Kopfschmerztablette und Vitamin C angedreht wird. Das große Ganze wird dabei vergessen.


Über die Wirkung von Vitamin C mit Bioflavonoiden


Bioflavonoide und Vitamin C
Zitronen enthalten Vitamin C und Flavonoide

Bereits das Eingangszitat hat uns wachsam gemacht: Wir wissen, dass die Wirkung von Vitamin C durch Bioflavonoide um den Faktor 20 erhöht werden kann. Eine faszinierende Tatsache: Ausgerechnet in Zitronen beispielsweise stecken solche Flavonoide drin!

Das bedeutet, dass wir selbst bei einer eher schwachen Zufuhr von beispielsweise 500 mg Vitamin C am Tag (ich persönlich nehme gerne 1-5 Gramm täglich) die Wirkung allein durch sekundäre Pflanzenstoffe so anheben können, als würden wir 10 Gramm pures Vitamin C in künstlicher Form zu uns nehmen.

Dass Bioflavonoide Wirkung zeigen und besser sind als einfach nur Pillen, dürfte nicht erstaunen. Aber das Ausmaß an pflanzlicher Power überrascht da schon.


Wir essen kaum noch Pflanzenstoffe



In der heutigen Ernährung spielen sekundäre Pflanzenstoffe kaum noch eine Rolle. An die Stelle von Obst und Gemüse treten vitalstoffarme Alternativen wie geschälter Reis und stark verarbeitete Waren aus Mehl.

Was noch hinzukommt: Tiere können keine Flavonoide bilden. Die gesteigerte Wirkung von Vitamin C erreichen wir also durch den Verzehr von Fleisch nicht.

All das wäre vermutlich nur halb so schlimm, wenn wir wenigstens genügend Vitamine und Mineralstoffe zu uns nehmen würden. Das ist aber leider nicht der Fall. Zwar leiden wir unter keinen Seefahrerkrankheiten wie Skorbut, nehmen aber unser Gemüse und Obst, wenn überhaupt, meist nur in gekochtem Zustand zu uns oder essen kalte Mahlzeiten nur in zweifelhafter Form (Wurst- und Käsebrötchen zum Beispiel).

Es wäre also dringend an der Zeit, mehr Vitamine und Mineralien zu tanken. Doch selbst dann nehmen wir doch kaum Flavonoide zu uns, oder etwa doch?


Überraschende Vorkommen von Bioflavonoiden



Es gibt eine ganze Reihe an pflanzlichen Lebensmitteln, die wir als solche gar nicht wahrnehmen. Kakao zum Beispiel. Bereits seit einigen Jahren ist eine positive Wirkung der Kakaobohne auf das Herz-Kreislauf-System bekannt und wurde in Studien untersucht. Selbstverständlich ist anzumerken, dass sich die gesundheitssteigernde Wirkung nicht mit massivem Schokoladenkonsum in die Höhe treiben lässt. Außerdem bezieht sich die Stärkung des koronaren Systems nur auf Kakao, nicht auf den meistens in Schokolade viel zu häufigen Zucker.

Davon abgesehen sind Bioflavonoide auch in Kaffee vorhanden. Kaffee soll beispielsweise das Darmkrebsrisiko mindern, Alzheimer verringern und Hautkrebs eindämmen.

Natürlich kann man den Bioflavonoiden auch im Tee begegnen. Die beste Wirkung übrigens hat ein Tee, bei dem die Pflanzenstoffe nicht durch einen Beutel gefiltert werden, sondern sich komplett im Tee auflösen und so vom Körper vollständig absorbiert werden können. Der gesündeste Tee ist aus meiner Sicht der von mir bereits getestete Matcha-Tee.

Zu guter Letzt kennen die meisten von uns sicherlich die Geschichte vom Glas Rotwein, welches die Gefäße schützen soll. Was ist dran an dieser Legende?

Eigentlich ist die Sache absolut logisch: Bioflavonoide und andere wertvolle Pflanzenstoffe kommen in Zitrusfrüchten, aber eben auch in Trauben vor. Und Wein wird aus Trauben gemacht. Der einzige Nachteil von Rotwein ist, dass er eben auch Alkohol enthält, was für die Gesundheit bekanntlich nicht so gut ist.

Traubensaft auf der anderen Seite ist auch nicht so perfekt, da wir hier viel Zucker zu uns nehmen. Vielleicht sollten wir auf die Natur hören und einfach mal die Trauben aus der Gemüse- und Obstabteilung probieren.


Die anderen sekundären Pflanzenstoffe



Wie anfangs bereits angedeutet, sind viele Wirkstoffe der Pflanzenwelt noch gar nicht bekannt, weshalb wir uns besser auf die Natur verlassen sollten. Dennoch gibt es eine ganze Reihe an Stoffen, die wir bereits kennen:


  • Alpha- und Beta-Carotin aus Kürbis und Möhre
  • Lycopin aus Tomaten
  • Lutein aus Spinat
  • Zeaxanthin aus Mais
  • Canthaxanthin aus roter Paprika
  • Polyphenole aus Weintrauben
  • Terpene aus Zitrusfrüchten
  • Glucosinolate aus Kohl
  • Polysulfide aus Zwiebeln und Knoblauch
  • Katechine, die vor allem in grünem Tee vorkommen.


Wie auch bei Vitaminen gilt: Ein bestimmter Pflanzenstoff hat nicht nur eine einzige festgeschriebene Wirkung und kommt auch nicht allein bloß in einem bestimmten Lebensmittel vor, sondern in vielen. Vielfalt ist wichtig.


Moderne Chemie mit der Natur verbinden



Wir wissen jetzt, dass man beispielsweise durch Bioflavonoide Vitamin C in seiner Wirkung steigern kann. Es gibt leider noch einen kleinen Wermutstropfen in Bezug auf Vitamine und Mineralstoffe. In den letzten Jahrzehnten, wohl auch durch die zunehmende Industrialisierung und Umweltbelastung, ist der Vitamingehalt in den Lebensmitteln rapide zurückgegangen, wie verschiedene Statistiken zeigen.

Zwar wird den Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln oft Profitgier vorgeworfen, jedoch liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte: Gesunde Ernährung soll eben nicht durch Nahrungsergänzungsmittel komplett ersetzt werden. Aber nur mit Gemüse und Obst durchzukommen, reicht andererseits auch nicht. Zumindest wird diese Tatsache jedes Jahr aufs Neue bewiesen, wenn im Winter die Menschen krank werden - aus meiner Erfahrung ein vermeidbares Problem.

Dass hochdosiertes Vitamin C gegen Erkältungen helfen kann, habe ich in meinem entsprechenden Artikel bereits diskutiert.

Daneben gibt es auch einige günstige Multi-Präparate, die ich miteinander verglichen habe (die besten hochdosierten Multivitaminpräparate). Auf diese Weise kann man durch Hilfe von Bioflavonoiden aus der Natur und zusätzlichen Vitalstoffkomplexen die Gesundheit nachhaltig stärken. Dazu zählen neben Pflanzenstoffen und Vitaminen übrigens auch Eiweiß und Omega 3.

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