Gemüsefasten: Anleitung, Rezepte Und Tipps

Durch Obst und Gemüsefasten kommt der Körper endlich wieder ins Gleichgewicht. Die Vitalstoffspeicher werden aufgefüllt, weniger Schadstoffe gelangen in unser System und eine Regeneration der inneren Organe findet statt. Und bei richtiger Anwendung kann man sogar abnehmen!

Diese Anleitung beinhaltet alle wichtigen Schritte für das Gemüsefasten, zusätzlich gibt es noch Gründe und Vorteile dazu, außerdem werden acht Rezepte genannt und dann gibt es noch weitere Tipps zur richtigen Durchführung.


Anleitung in 5 Schritten


Gemüsefasten
Image courtesy of tiramisustudio / freedigitalphotos.net

1. Drei Mahlzeiten plus X


Zum Frühstück darf es gerne etwas schnelles sein, außer man ist im Urlaub und hat viel Zeit. Die Natur hat hiefür eigenes Fast Food für uns hergestellt. Das nennt sich Obst. Bananen sind genial verpackt und können sogar zur Arbeit mitgenommen werden. Auch Äpfel haben eine natürliche Schutzhülle. Gegessen wird so viel, bis man sich satt fühlt. Wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe gibt es gratis dazu!

Mittags kann man einen einfachen, leckeren Salat essen. Den kann man einfach in einer kleinen Box mit zur Arbeit nehmen, oder im Urlaub an Ort und Stelle zubereiten. Bunt sollte er sein: Als Basis natürlich grünes Gemüse, Salat, vielleicht auch etwas Paprika oder Tomaten dazu. Den besonderen Kick liefern Kräuter wie frisches Basilikum, Schnittlauch und so weiter. Als Dressing darf man gerne ein gutes Pflanzenöl seiner Wahl nutzen. Und warum nicht noch ein paar zerriebene Nüsse darüber?

Abends sollte, auch wenn man keinen Urlaub hat, endlich Zeit für eine ausgedehnte Vorbereitung sein. Hier sollte man sich für den Tag belohnen. Dazu gibt es eines der von mir weiter unten genannten Rezepte. Die dürfen dann auch mal schonend gegart oder gedünstet werden.

Zwischen den Mahlzeiten darf man auch mal einen Apfel essen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Aber drei Stunden Pause sollten zwischen den Mahlzeiten im Idealfall schon sein. Durch Trinken lässt sich der Magen übrigens prima beruhigen und brummelt nicht mehr so viel.

2. Wasser und Tee sind immer okay


Da Wasser keine Kalorien hat und Tee praktisch nur aus Kräutern und Flüssigkeit besteht, sind Wasser und Tee zum Abnehmen wunderbar geeignet. Sie stehen auch dem Gemüsefasten nicht im Weg, sondern liefern mitunter sogar wertvolle Antioxidantien. Eine Sonderstellung nimmt übrigens der Matcha-Tee ein, der besonders hochwertige Pflanzenstoffe liefert und gesund hält.

3. Verzicht auf belastende Lebensmittel


Der Körper soll beim Gemüsefasten geschont werden und sich regenerieren. Deshalb wird auf manche Nahrungsmittel bewusst verzichtet. Fleisch ist durch Massentierhaltung sowohl hormonell als auch medikamentös belastet und wird ausgelassen. Natürlich muss das dann aber ebenso für Alkohol, Zigaretten und Kaffee gelten, da diese Dinge den Körper belasten können. Es sind aber auch Ausnahmen erlaubt: Ein Ei hin und wieder, etwas Schlagsahne oder auch mal Käse für eines der Rezepte schaden sicherlich nicht.

Ebenfalls verzichtet werden sollte auf stark kohlenhydrathaltige Lebensmittel. Dazu zählen Nudeln, Reis, Backwaren, Süßigkeiten und teilweise sogar Kartoffeln. Bei Früchten muss man auch manchmal auf den Zuckergehalt achten, wobei es sicher auch auf die Menge des Essens ankommt. Ein Wegweiser zu Früchten mit wenig Kohlenhydraten liefert meine Liste Low-Carb-Obst.

4. Schonende Zubereitung


Im heutigen industriellen Zeitalter haben die Gemüsesorten ohnehin nicht mehr so viele Vitamine und Mineralien wie noch vor 200 Jahren. Durch zu brutale Zubereitung werden Rezepte dann wertlos. Deshalb sollte man auf Slow Cooking zurückgreifen. Heißt im Prinzip nichts anderes als schonendes Garen, Dünsten und ähnliche Vorgänge, die sorgsam mit den Nahrungsmitteln umgehen. Natürlich ist auch Rohkost eine tolle Methode, um Vitalstoffe zu konservieren.

5. Bewusst essen


Man sollte mit genau so viel Liebe das Essen zubereiten, wie man es am Ende dann auch zu sich nimmt. Wir leben in einer Zeit, in der immer alles schnell gehen muss. Das raubt dem Essen dann auch den Genuss. Selbst ein Salat kann zum Geschmackserlebnis werden, wenn man einfach mal die Augen schließt und langsam kaut. Die ganzen Aromen werden viel intensiver wahrgenommen. Die Sättigung tritt schneller ein. Das Abnehmen geht leichter von der Hand! Auf diese Weise wird Obst und Gemüsefasten sogar zur spirituellen Reise. Diese Erfahrungen sollte jeder einmal durchlaufen.


Vorteile und Gründe für das Gemüsefasten



Warum sind die in der Anleitung genannten Schritte so wichtig? Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb man mit Obst und Gemüse fasten sollte. Hier die Vorteile und Argumente, die für diese Methode sprechen:


  • Verzicht auf tierische Produkte, die durch Hormone und Medikamente belastet sind, sowie auf Alkohol, Zigaretten und andere Gifte
  • Dadurch Entlastung und "Entschlackung" der körpereigenen Organe
  • Auffüllen der Vitalstoffspeicher mit Vitaminen, Mineralstoffen und (durch gesunde Öle) essentiellen Fettsäuren
  • Regulierung der Verdauung
  • Sanftere Alternative zu Flüssigkuren und strengeren Fastenkuren
  • Gewichtsverlust durch Verzicht auf stärkehaltige und stark kohlenhydrathaltige Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Backwaren und ähnliche Lebensmittel
  • Stabilisierung des Blutzuckerspiegels
  • Dadurch Entwöhnung von Zuckersucht, auch Schokoladensucht
  • Desinfizierende Nahrungsmittel können vermehrt eingesetzt werden (Knoblauch, Ingwer etc.)
  • Einfache Zubereitung der Rezepte, da viel Rohkost und wenig verarbeitete Lebensmittel vorkommen
  • Im Gemüse sind Ballaststoffe enthalten, die für die Verdauung wertvoll sind, zu Sättigung führen und das Abnehmen erleichtern
  • Verschiedene Beschwerden wie Gicht, Verstopfung, Migräne, hoher Blutdruck und Lebererkrankungen können gemindert werden


Dadurch sollten die Vorteile einleuchtend sein. Doch wie wäre es mit ein paar einfachen Ideen, wie man diese spezielle Diät umsetzen kann? Deshalb nun einige Rezepte für das Gemüsefasten.


Rezepte



Eigentlich sind diese Rezepte gar nicht so sehr der Rede wert, denn sie sind verhältnismäßig einfach zuzubereiten. Das liegt sicher auch daran, dass wir uns nicht stundenlang in die Küche stellen müssen, um Nahrung schonend auf den Teller zu bringen. Diese nachfolgenden Rezepte habe ich mir für das Gemüsefasten überlegt, sie sind besonders abends empfehlenswert.

Grüne Bohnen mit Olivenöl und Kräutern


Ich habe bereits positive Erfahrungen mit meinem Rezept Steak mit Bohnen gemacht. Warum also nicht eine Alternative bieten, die noch dazu vegan ist?

Grüne Bohnen sind ein Gemüse, welches ballaststoffreich ist und satt macht. Um den Geschmack von Kräuterbutter zu ersetzen, lohnt sich Olivenöl und ein Bund frischer Kräuter. Mit den Kräutern sollte man nicht zu sparsam sein. Frisches Basilikum, frischer Schnittlauch und vielleicht auch ein paar Gewürze geben dem Gericht ordentlich Geschmack. Und wie immer darf man ebenfalls mit anderem Blattgrün für Abwechslung sorgen, ebenso mit geriebenen Nüssen, wenn man das möchte.

Kürbissuppe


Es gibt bereits ein Video für dieses Rezept, welches ich in meinem Artikel Kürbissuppe zur Verfügung gestellt habe. Es ist durchaus legitim, das Rezept genau nach Anleitung zu befolgen. Wer aber das Gemüsefasten wörtlich auslegen möchte und auf Schlagsahne oder Schmand verzichten will, kann den cremigen Teil der Anleitung auslassen.

Wichtig ist wie immer das Würzen. Etwas Salz wird sicher nicht schaden. Mit Kräutern darf man hier experimentieren, so viel man will. Ich kann mir gut vorstellen, dass beispielsweise Koriander passen würde. Zimt eignet sich als Gewürz eigentlich immer zu Kürbissuppe.

Wichtig ist nur, dass man keine Angst davor hat, neue Erfahrungen zu machen. Nur durch Experimente lassen sich auch gelegentlich neue Erfolge beim Kochen verbuchen.

Tomaten und Basilikum mit Olivenöl


Auch hier gilt wieder: Man kann, wenn man will, ein tierisches Produkt zu Hilfe nehmen, nämlich Mozzarella. Meiner Meinung nach schadet das dem Gemüsefasten nicht. Das entsprechende Rezept wäre dann Tomaten Mozzarella nach meiner Anleitung.

Wer es streng vegan möchte, kann eine alternative Zubereitung wählen. Nur Tomaten, etwa für eine Stunde sanft bei 50 bis 90 Grad gebacken, dazu viel frisches Basilikum und Olivenöl. Bewusst essen ist wichtig!

Spargel (mit Butter)


Wer Spargel liebt, kann beim Gemüsefasten auf jeden Fall darauf setzen. Die Zubereitung von Spargel ist traditionell sehr schonend. Ob Butter oder Sauce Hollandaise erlaubt ist? Meiner Meinung nach kann man ruhig einmal pro Tag so etwas machen. Der Grundgedanke beim Gemüsefasten bleibt weiterhin erhalten.

Kressesalat


Kresse wird viel zu sehr unterschätzt. Was sollen bitte diese kleinen Schälchen im Supermarkt? Mein Tipp: Gleich mehrere Packungen Saatgut kaufen. Nach nur einer Woche hat man die vollkommen anspruchslosen Sprossen gezüchtet. Kaum zu glauben, dass etwas so Vitaminreiches sogar auf dem Papier einer Küchenrolle gedeihen kann!

Beim Kressesalat gibt es erst einmal viel würzige Kresse. Dazu gerne ein schönes Pflanzenöl. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Walnussöl oder sogar einem Tropfen Sesamöl? Einfach mal ausprobieren. Natürlich kann man Kresse auch als Dressing für sich nehmen. Dann einfach stattdessen einen leckeren Feldsalat anrichten.

Gedünstete Möhrchen


Das herrliche Aroma von kleinen Möhren ist unvergleichbar. Normale Karotten sind irgendwie groß und nicht so leicht zu kochen. Aber diese kleinen Baby-Möhren sind sehr zart und werden in der Pfanne schön weich.

Ich würde sie mit Butter anrichten, wobei ein neutrales Pflanzenöl sicher auch möglich wäre. In einer entsprechend geeigneten Pfanne, in der Regel aus Keramik, ist Dünsten ohne zusätzliches Fett auch möglich.

Wildkräutersalat


Die wenigsten Menschen in unseren Breitengraden gehen noch selbst in den Wald, um sich mit Pilzen oder Kräutern einzudecken. Schade! Es gibt ein paar Pflanzen, die sogar ein Anfänger leicht sammeln kann. Wer sich gut informiert, kann ohne Probleme Brennesseln oder Knoblauchsrauke sammeln. Diese haben antiseptische Eigenschaften, sind kostenlos im Wald erhältlich und eignen sich für prima Salate. Noch dazu sind sie vitalstoffreicher als Gemüse, welches erst monatelang gelagert wurde oder um die halbe Welt gereist ist. Der perfekte Rohkostsalat für das Gemüsefasten!

Gebratene Zwiebelringe


Das knusprig deftige Aroma von gerösteten Zwiebeln lässt mich Fleisch vergessen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Zwiebeln braun und knusprig zu bekommen. Entweder langsames Erhitzen im Ofen über einen gewissen Zeitraum, oder in einer Keramikpfanne ohne Öl braun braten.

Man kann die Zwiebeln dann entweder als Snack zwischendurch essen, oder sie sogar als Dressing benutzen. Da Zwiebeln zu den günstigsten Lebensmitteln gehören und kaum Kalorien haben, kann man sich wirklich satt essen. Und Erfolge beim Abnehmen sind hier vorprogrammiert.


Tipps und Tricks



Um die besten Erfolge zu erreichen, sollte man beim Fasten mit Obst und Gemüse noch ein paar Hinweise beachten. Damit wird sowohl die obige Anleitung nochmals zusammengefasst, gleichzeitig werden noch weitere Tipps genannt.


  • Kein strenges Dogma: kleine Mengen an Butter sollten erlaubt sein. Fette sind gerade in pflanzlicher Form als Öle erlaubt, um gesunde Fettsäuren zu liefern. Auch Nüsse müssen nicht verboten sein. Obwohl viele Menschen beim Gemüsefasten Wert auf Essen legen, welches vegetarisch und vegan ist, darf man Ausnahmen machen, wenn dadurch eine insgesamt gesunde Lebensweise gefördert wird.
  • Schonende Zubereitung: Um Vitalstoffe zu erhalten, sollten die Lebensmittel nur leicht gegart oder gedünstet werden. Häufig Rohkost ist besonders wertvoll
  • Aromen wahrnehmen und bewusst essen
  • Trinken, was mit Gemüsefasten vereinbar ist: Tee, Wasser, kein Kaffee, Gemüsesäfte mit wenig Kohlenhydraten sind erlaubt, sollten aber nicht zu sauer sein
  • Auf Kohlenhydrate verzichten: Möglichst wenig Kartoffeln, kein Reis, Nudeln oder Backwaren. Diese liefern entweder zu viele Kohlenhydrate, oder sie enthalten zu wenige Vitalstoffe
  • Bei Früchten etwas vorsichtiger sein, dass man nicht nur säurehaltiges Obst zu sich nimmt
  • Wellness leben: Ein Bad nehmen, eine Wechseldusche, eine Massage und ähnliche Maßnahmen verbessern das Gemüsefasten und machen es zu einem Erlebnis!
  • Kein Alkohol, kein Rauchen, kein Kaffee und sonstige Stoffe, die den Körper aus der Ruhe bringen können
  • Mahlzeiten möglichst zum Ritual machen und eine Routine erreichen. Die Uhrzeiten sollten gleich sein, und möglichst auch viel Pause dazwischen, mindestens 3 Stunden
  • Viel trinken, um den Körper zu durchspülen und von Giften zu befreien
  • An Arbeitstagen auf schnelle, unkomplizierte Rezepte setzen, darunter auch fertiges Obst. Im Urlaub dann mehr Zeit für die Zubereitung der Rezepte einplanen



Wie lange mit Obst und Gemüse fasten?



Abschließend stellt sich sicherlich noch die Frage, wie lange man das Gemüsefasten durchziehen sollte. Häufig wird hier von einer Woche gesprochen. Manchmal wird gesagt, man solle weiteres Fasten nur unter Anleitung eines Arztes durchführen. Es ist jedoch möglich, noch längere Zeit so zu leben. Jedoch ist einer der Nachteile des Fastens mit Gemüse, dass man auf Dauer zu wenig Eiweiß zu sich nimmt.

Um die lebenswichtigen Proteine in den Alltag einzubauen, lohnt sich daher die Ergänzung in Form von fetthaltigem Fisch und Sojaprodukten. Ebenfalls sinnvoll können Eiweißshakes sein, solange diese wenige Kohlenhydrate beinhalten.

Die besten Erfahrungen und Erfolge erlebt man dann, wenn man auf Dauer viel Gemüse in den Alltag einbaut. Strenge Regeln, was man isst und was man nicht isst, braucht man dann nicht mehr so sehr. So gesehen ist das Gemüsefasten eine Möglichkeit, sich auf einen gesunden Lebensstil umzustellen, der dann wiederum die Tür öffnet für alle Lebensmittel, die man als gesunder Mensch braucht.

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