Warrior-Diät: Anleitung, Erfahrungen, Test

Die Warrior-Diät spiegelt das Leben der Urzeit-Menschen wieder: tagsüber arbeitet man hart, abends kommt man nach Hause und die ganze Familie feiert die Rückkehr ihres Helden, dem Warrior (Krieger), der das Mammut erlegt hat und sich jetzt komplett satt essen darf!

Auch wenn heutzutage vor allem Kugelschreiber statt Keulen benutzt werden und der echte Krieg dem Papierkrieg gewichen ist: Einige Instinkte hat sich der moderne Mensch erhalten. Die Warrior-Diät spricht diese Instinkte an und hilft dadurch beim Muskelaufbau und beim Abnehmen. Doch wie funktioniert das?

Darum geht es heute. Denn die Warrior-Diät ist eine Lebensweise, die irgendwo im Bereich zwischen intermittierendem Fasten und Low Carb angelegt ist. Daher beschreibe ich, wie so eine Lebensweise funktioniert (Anleitung), warum es gerade Männern entgegenkommt und warum es eigentlich keine Diät, sondern ein ziemlich einfacher Lebensstil ist, den manche von uns teilweise sogar unbewusst leben.


Die Instinkte des Urzeit-Kriegers und seine Ernährung


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In der Steinzeit stand man nicht morgens auf und aß Müsli mit Joghurt, und Brötchen schon gar nicht! Allein schon die Ernährung war damals anders. Selbst die süßesten Früchte, wenn man sie denn mal fand, schmeckten höchstens so süß wie heutige Brombeeren am Waldesrand. Es gab keine hochgezüchtete Super-Bio-Ananas in unseren Breitengraden, kein Brot, keine Nudeln, keinen Reis.

Auf der anderen Seite waren auch die Gewohnheiten der Nahrungsaufnahme anders. Weil es noch keine oder kaum eine Spezialisierung der Berufe gab, gab es hauptsächlich eine Trennung zwischen Jägern und Sammlern. Morgens ging man also erst einmal los und rannte seinem Essen hinterher - die Sicherung des Lebensunterhalts in der Steinzeit.

Doch so anstregend das auch klingen mag, es hat seine Reize. Es gab noch echte Männer, man konnte sich bei der Jagd beweisen, kam ausgepowert nach Hause, konnte seine Erfolge in Form von saftigem Fleisch vorweisen und das war es dann auch schon. Keine Behördengänge, kein nerviger Chef.

Wir haben es im Blut, auch heute. Nur heute nennen wir die Jagd Sport, die einzigen übrigen Jäger sind die Fußballer und Marathonläufer unter uns. Das Fleisch kommt vom Metzger oder Supermarkt, und der Speiseplan ist mit Pommes, Eiscreme und Süßigkeiten weit weg von der eigentlichen Lebensweise: Der Warrior-Diät.

Ist es nicht der Traum eines jeden Mannes: Am Lagerfeuer sitzen, saftiges Fleisch essen, spüren, wie man nach der Erschöpfung des Tages wieder zu kräften kommt? Das ist die Warrior-Diät kurz gefasst.


Essen wie ein Jäger und Sammler



Gerade bei denen, die abnehmen wollen, stört eine Diät eigentlich sehr, denn sie gibt so strenge Regeln vor. Für einen Warrior ist das anders. Der muss sich gar nicht an Regeln halten, denn der lebt einfach ganz natürlich. Das heißt dann aber auch, dass er für sich selbst sorgen muss. Der jagt und kämpft um sein essen und kann es sich nicht einfach so aus dem Kühlschrank holen.

Das bedeutet jetzt nicht, dass man mit der Warrior-Diät sein Reh selbst erlegen muss. Sondern es bedeutet, dass man die Steinzeit-Ernährung imitieren oder simulieren muss. Also gibt es lange Zeiträume, in denen man als Warrior nicht isst - außer vielleicht einen kleinen Snack (entspricht dem Beerenstrauch, den der Jäger auf der Jagd findet).

Gut erklärt wird dieses Prinzip bei Team Andro. Ein Tag besteht aus 24 Stunden, und 20 davon verbringt der Warrior damit, unterwegs zu sein. Bei uns ist das die Arbeit, der Weg zur Arbeit, der Weg nach Hause, unsere Hobbys, die wir uns ja zum Glück in der Freizeit leisten können, und natürlich zählt der 8-stündige Schlaf auch dazu.

Dann gibt es 4 Stunden am Tag, die wir für Ernährung benutzen. Das sind kleine Snacks zwischendurch, die Zubereitung und das Festessen selbst. Da werden wir dann für unsere Mühen belohnt und spüren die Erfolge dieser harten Arbeit. Nach so einem zehrenden Tag voller Verzicht endlich richtig satt zu werden, das sind Erfahrungen, die man mit 6 Mahlzeiten am Tag nun mal nicht machen kann!

Gerade das ist doch der Reiz der Warrior-Diät: Einmal am Tag wird man total satt... essen, so viel man will. Bis es nicht mehr geht.


Die Warrior-Diät: Anleitung für moderne Menschen



Bei der Warrior-Diät gibt es nicht ganz so viel zu beachten. Hier jedoch einige Regeln, die es leichter machen, dem Original treu zu bleiben. Die Regeln existieren übrigens nur, weil wir heute zu viele Auswahlmöglichkeiten in der Ernährung haben. Der Steinzeitmensch hatte diese Auswahl an ungesunden Lebensmitteln zu jeder Tageszeit nicht und hatte deshalb keine Regeln.


  • Gegessen wird nur, wenn echter Hunger (nicht Appetit) da ist
  • Hin und wieder kann man den Hunger vor der Hauptmahlzeit, also im Laufe des Tages, dämpfen. Hierfür viel trinken und ab und zu echte Sattmacher essen (Nüsse, Eier, nicht zu süße Früchte)
  • Kohlenhydrate sollten weitestgehend außen vor bleiben. Einfache Grundregel: Iss nichts Süßes, es sei denn, du würdest es in dieser Art und Menge auch in deiner Umwelt finden können (Mangos wachsen nicht in Deutschland!)
  • Abends oder wann auch immer du Feierabend hast, kannst du ein Festmahl zubereiten und dich komplett satt essen
  • In den darauf folgenden Stunden bis zum Schlaf wirst du keinen Hunger mehr verspüren und daraufhin ins Bett gehen.
  • Zwischen der letzten Sättigungsphase und dem morgendlichen Aufstehen können manchmal durchaus 15 Stunden und mehr liegen (Beispiel: Um 17:00 Uhr gegessen, um 22:00 Uhr ins Bett, um 8:00 Uhr ausgeschlafen).
  • Gerade morgens ist der Blutzuckerspiegel sehr ruhig und ausgeglichen und es kann Stunden dauern, bevor ein echtes Hungergefühl ensteht. Nutze dies, um dich mit Arbeit oder Hobbys abzulenken!


In der Warrior-Diät werden diese unterschiedlichen Phasen übrigens als Overeating und Undereating bezeichnet. Ich halte es da relativ einfach und spreche von Fasten, Festmahl oder Sattessen.

Für das Abnehmen ist wichtig, dass möglichst wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden und dass die Fettverbrennung nicht durch zu viele Mahlzeiten unterbrochen wird.

Für den Muskelaufbau ist es wichtig, viel Eiweiß zu essen und am besten direkt nach dem Training dieses zuzuführen, also am ehesten mit dem Sattessen nach dem Training, da diese Kraftanstrengung die Jagd simuliert.


Stichwort Ernährungsplan


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Was den Speiseplan angeht: Es gibt hier keine direkten Vorschriften, nur die Nährstoffzusammensetzung ist wichtig. Wenig Kohlenhydrate, dafür viel Eiweiß und gerne auch sättigendes Fett, am besten aus gesunden Ölen oder dem Fett von Fischen.

Je weniger der Blutzuckerspiegel durch Kohlenhydrate und Zucker belastet wird, desto eher lässt sich die Warrior-Diät auch umsetzen. Es ist eine Frage der Erfahrung und Gewöhnung.

Essen, was man will, solange es dem Körper gut tut. So einfach ist das. Viel Fleisch ist daher meiner Meinung nach in Ordnung, aber wer das nicht möchte, soll es auf seine Art regeln.


Persönliche Erfahrungen mit der Warrior-Diät



Lange bevor ich überhaupt von dem Begriff Warrior-Diät gehört hatte, habe ich schon ansatzweise danach gelebt. Wenn ich zum Beispiel an Feiertagen wusste, dass ich mich beim Fondue satt essen würde, habe ich morgens und bis in den Nachmittag hinein gar nichts gegessen, denn ich wusste ja, dass ich Platz im Magen haben wollte.

Gleichzeitig passiert es mir immer wieder, dass ich an Wochenenden aufstehe und gar keinen Hunger habe. Warum soll ich mich selbst dazu zwingen, etwas zu essen, wenn mein Körper mir doch selbst signalisiert, wenn ich essen soll?

Außerdem zeigen meine Erfahrungen, dass sich Körper und Geist gut einpendeln. Der Körper gewöhnt sich das Junkfood ab, wird gesünder, zeigt an, was er wirklich braucht. Und ich selbst habe seltener Hunger, kann nach Belieben abnehmen und die Erfolge zeigen sich auf der Waage.

Insgesamt fühle ich mich viel näher an der Ernährung dran, die für mich gesund ist. Die lästige Abhängigkeit von einem Ernährungsplan oder festen Mahlzeiten habe ich nicht mehr, und auch Zuckersucht bin ich los geworden.


Wie hält man den Hunger bei der Warrior-Diät aus?



Indem man wie ein Warrior lebt. Viel Beschäftigung gehört dazu. Auf meiner Arbeit esse ich meistens gar nichts oder nur einmal einen Eiweißshake etwa zur Hälfte der Arbeitszeit, welche bei mir 8 bis 10 Stunden beträgt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich gut daran gewöhnen kann. Zusätzlich hilft es auch, den Magen mit Wasser zu füllen. Natürlich ist es auch gut, wenn überhaupt etwas im Magen ist, doch da geht es dann eher um das Volumen und nicht um die Nährwerte. Also lieber Fleisch oder Gemüse statt Zucker.

Auch, wenn die Umstellung für viele Menschen schwierig ist: Gerade die Entwöhnung vom Zucker sorgt auf lange Sicht für Erfolge in der Warrior-Diät. Und nur als Warnung: Ein kleines Stück Torte lässt die Zuckersucht wiederkehren.

Und wie schon erwähnt: Man sollte aus einem Hungergefühl heraus essen, nicht aus Gewohnheit, wegen Appetit oder weil andere Menschen gerade essen.


Fazit



Vergessen wir Kalorien und ernähren uns wieder etwas natürlicher. Die Warrior-Diät ist kein Abnehmprogramm, sondern ein Ansatz für eine Lebensweise. Man muss den hier genannten Regeln und der Anleitung nicht in jeder Hinsicht folgen, und es dürfen auch mehr Mahlzeiten als beschrieben sein. Nur das Prinzip, nicht ständig und zu jeder Tageszeit essen zu müssen, sollte man für sich ausprobieren.

Wer schon Erfahrungsberichte abgeben will, kann dies in den Kommentaren tun. Und bitte daran denken: Persönliche Meinungen und Erfahrungen sind okay, nur nicht pauschal alles als richtig und falsch, gesund oder ungesund abstempeln.

Kommentare:

  1. Da frag ich mich, wo du in unserern Breitengraden ein Eiweißshake-Baum gefunden hast! ;)

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    1. Guter Einwand. Meine Kritik an der heutigen Ernährung bezieht sich aber in erster Linie auf den Inhalt. Man kann ja die Nährwertangaben von Eiweißpulver mit natürlichen Lebensmitteln vergleichen. Und da ist Eiweißpulver eine aus meiner Sicht interessante Alternative zu Fleisch, sowohl vom Preis her, als auch dahingehend, dass es sehr praktisch ist (schnelle Zubereitung).

      Natürlich kommt oft die philosophische Frage auf zwischen Steinzeitkost / Paläo auf der einen Seite und genetisch korrekter Ernährung mit modernen Methoden auf der anderen Seite. Ich finde, auf die Nährwerte kommt es an, aber natürlich hat eine totale Rückkehr zur Selbstversorgung mit Pfeil und Bogen auch seine Reize, wobei man dann wirklich konsequent sein müsste.

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  2. Hey, ich ernähre mich seit längerem ketogen und habe dabei gemerkt, dass ich erst spät am Abend "Hunger" verspüre.
    Frühstücken war nie mein Ding. Leider wird einem immer eingeredet, dass man ständig essen soll... Je mehr ich mich mit meinem Körper beschäftige, desto klarer wird mir was ich brauche.

    Kurz zu mir:

    Weiblich
    28 Jahre
    Betreibe Bodybuilding seit letztem Jahr April
    Keto seit letztem August bis Dezember und wieder seit Anfang März.

    Ich wiege z Zt. 57 Kilo auf 166 cm

    3 mal die Woche mache ich Kraftsport ( Heavy Duty)
    3 mal 1 Std Cardio

    Ab und An 10 min Hiit am Ruderergometer nach dem Kraftsport

    Ich visualisiere jeden Abend mein Ziel und höre in mich hinein, was der beste Weg ist.

    Ich bin davon überzeugt, das wir selbst am besten wissen, was wir brauchen, vorrausgesetzt wir übernehmen die absolute Verantwortung für unseren Körper.

    Trotz intensiewem Trainig habe ich keinen Hunger, dafür mächtig Durst!

    4-6 Liter Wasser am Tag

    Abends gegen 21 Uhr esse ich eine schön fettige Mahlzeit und fettigen Joghurt oder Quark

    Am nächsten Morgen bin ich wieder fit wie ein Turnschuh! Ich habe kein Leistungstief, kein Heißhunger und keine Lust auf Süßes!

    Ich denke, dass das Problem in unserer Gesellschaft ist, dass die meisten Menschen verlernt haben auf ihren Körper zu hören.

    Für mich ist die Warrior Lebensform in Verbindung mit dem Verzicht auf Kohlenhydrate der beste Weg, den mein Inneres für mich gewählt hat.

    Ich bin der Meinung, dass das Einzige, was wir wirklich tun MÜSSEN ist, auf seinen Körper zu hören UND ihn zu verstehen!

    Somit bin ich absolut bei dir Michael und empfehle jedem der einen auf " Man muss mind 5 Mahlzeiten am Tag essen" macht, nicht alles zu schlucken, was ihm unterbreitet wird, sondern auf sein individuelles Körpergefühl achten.

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    1. Hallo Agata,

      ich kann dir nur zustimmen. Die somatische Intelligenz ist ein wichtiger Faktor. In vielen Bereichen des Lebens fragen sich die Leute ja "wie geht das?" und lesen Bücher über alles: Kindeserziehung, Ernährung, wie man richtig joggt etc. Da frage ich mich, wie das die armen Menschen früher gemacht haben, bevor es noch keine Ratgeber dazu gab. Antwort: Sie haben es einfach gemacht und auf sich selbst gehört.

      Tja, und dein Durst ist die logische Konsequenz aus viel Bewegung. Eine gute Chance, um beispielswiese Spurenelemente aus Mineralwasser zu tanken.

      Mach immer weiter so und danke für diesen wertvollen Kommentar!

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  3. hallo zusammen, seit sechs wochen bin ich (männlich) ein warrior und esse ausschließlich abends,überwiegend kohlenhydratarme, eiweißreiche kost. ich trinke tagsüber viel wasser (auch mal ne cola oder energie). den sportler in mir aktiviere ich äußerst selten, bin jedoch in meinem job viel auf den beinen.

    bei einem startgewicht von 123kg (auf 1,98m) bin ich mittlerweile auf 112kg gesunken. ich fühle mich absolut gesund und immer wohler in meinem körper.

    ich benutzte dieses warrior verhalten ausschließlich zum abnehmen (und nicht, weil ich auf urzeitliche ernährung oder öko-lebensweisen stehe) und das äußerst effektiv!!

    wer aber glaubt, dass das abnehmen damit ein spatziergang wird, dem sei gesagt: disziplin ist auch hier das A.und O. und wer sich tagsüber nicht mit arbeit oder sport ablenken kann, für den ist das ganze meiner meinung nach überhaupt gar nix.

    wer durchhält wird mit einem super gefühl und weniger pfunden belohnt. für mich die erste "diät" die wirklich funktioniert bzw. die ich bisher ohne probleme, rückfälle, fressattacken durchhalte.

    ich finde es super, dass du (michael kohl) diese tolle diätform hier vorstellst.

    lg
    René

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    1. Hallo René,

      danke dafür, dass du deine Erfahrungen hier teilst. Ich stimme zu, dass man auch eine Zeit lang Disziplin zeigen muss, aber ich finde, es wird dann irgendwann auch einfacher, wenn man sich von der relativ häufig verbreiteten Zuckersucht (die ja eigentlich eine Sucht nach Kohlenhydraten im Allgemeinen ist) losgesagt hat.

      Sobald der Körper sich von Fettreserven ernährt, geht alles leichter von der Hand, und man braucht nicht ständig in ein Brötchen zu beißen. Auf diese Art kann man auch mal den Vormittag ohne Essen auskommen.

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