Histaminose: Ursachen, Symptome Und Therapie Der Histaminintoleranz

Eine Histaminintoleranz oder Histaminose ist für die Betroffenen eine unangenehme Angelegenheit. Obwohl Symptome und Beschwerden wie beispielsweise Hautausschlag vorhanden sind, bleiben die Ursachen oft unergründet. Auch die Diagnose und die dazugehörige Therapie ist vielen Leidenden nicht bekannt.

Dieser Artikel soll denen helfen, die vermuten, unter einer Histamin-Intoleranz bzw. Histaminose zu leiden oder dies schon wissen. Weil das Thema so komplex ist, habe ich es als Trilogie angelegt. Dieser erste Abschnitt befasst sich mit der Histaminintoleranz als Krankheit, beleuchtet dabei die Ursachen, Symptome und die Therapie.

Folgende Punkte werden in Teil 1 betrachtet:


  • Was ist eine Histaminose?
  • Symptome
  • Ursachen
  • Therapie


Teil 2 geht auf die histaminarme Ernährung und Teil 3 auf die Diagnose und den Test bei Histaminintoleranz ein, mit dem man Gewisseheit darüber bekommen kann, ob man betroffen ist. Los geht es also mit der Krankheit an sich, wobei sich bereits die Frage stellt: Ist Histaminose überhaupt eine Krankheit? Ist es eine Allergie, eine Unverträglichkeit, oder etwas ganz anderes?


Was ist eine Histaminose?


Histaminose Histaminintoleranz
Histamin in 3D (Quelle: Ccroberts / Wikipedia)

Genau genommen handelt es sich bei der Histaminintoleranz nicht um eine klassische Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, auch nicht um eine Allergie, sondern um eine Abbaustörung. Denn während in Analysen und Studien keine Zusammenhänge zu einer echten Nahrungsmittelunverträglichkeit hergestellt wurden, stellte sich für die Forscher heraus, dass vielmehr der mangelhafte Abbau des Histamins im Körper mancher Menschen für die Symptome und Beschwerden verantwortlich war.

Folglich treten diese Symptome deswegen auf, weil der eigene Körper das Histamin nicht richtig verarbeitet, was er sonst täte. Trotzdem spricht man im Volksmund gelegentlich von einer Unverträglichkeit bzw. Allergie, und auch ich möchte mich nicht so sehr mit Formulierungen aufhalten.

Wichtig ist, dass etwa 1-3 Prozent der Bevölkerung an einer Histaminose leiden. Noch dazu wird die Dunkelziffer viel höher geschätzt, weil eben die Beschwerden sehr unscheinbar wirken und die Symptome auch gerne einer anderen Krankheit zugeschrieben werden. Desweiteren gibt es zwei Arten von Histaminintoleranz, die auf den jeweils fehlenden Enzymen basieren: DAO und HNMT.

Die eine ist auf einen Nährstoffmangel zurückzuführen, der bei histaminreicher Nahrung zu Abbauproblemen führt, die andere ist eine über längere Zeit auftretende Ansammlung von zu viel Histamin, welches nicht ausreichend abgebaut wird.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Histaminallergie stark verwandt ist mit Stoffwechselstörungen, da ein eigentlich normaler Vorgang im menschlichen Körper nicht mehr wie gewünscht stattfindet, oder zumindest viel zu langsam.


Symptome



Eine Histaminose kann viele Symptome und Beschwerden auslösen. Wie bereits erwähnt, kann es vorkommen, dass diese Anzeichen einer anderen Allergie oder Unverträglichkeit zugeordnet werden. Trotzdem lohnt es sich, Histaminintoleranz als mögliches Krankheitsbild im Auge zu behalten. Hier einige der typischen Symptome und Beschwerden:


  • Durchfall
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Juckreiz, juckende Haut, auch Augenjucken
  • Ausschlag
  • Hautrötungen (auch in spontaner Weise - Flush, also "rot werden")
  • Nesselsucht
  • Migräne
  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Hitzegefühl / Hitzewallungen
  • Schwellungen der Nasenschleimhaut
  • laufende Nase
  • Niesen und Niesanfälle
  • Tinnitus / Ohrensausen
  • Zahnschmerzen, Kieferschmerzen
  • Entzündungen oder Veränderungen der Zunge und im Mundraum
  • Akne
  • Atembeschwerden bis hin zu Atemnot
  • Asthma
  • Schweißausbrüche
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kribbeln in Beinen und Fingern
  • Herzrasen
  • Abfall des Blutdrucks
  • Tachykardie
  • Heryrhytmusstörungen
  • Benommenheit
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Grippe-Symptome
  • Schlafstörungen
  • Sonstige Kreislaufprobleme


Man sieht: Die Liste der Symptome und Beschwerden ist ziemlich lang. Gerade deshalb wird die Histaminose oft gar nicht erkannt, denn selbst Laien fällt wohl zu jedem der Symptome eine alternative Krankheit ein, die stellvertretend für die Histaminintoleranz für die Beschwerden verantwortlich sein könnte.

Doch was genau bewirkt all diese Symptome? Betrachten wir nun genau die Ursachen der Histaminose.


Ursachen



In Hinblick auf die Ursachen muss man zwischen verschiedenen Arten von Ursachen unterscheiden. Auf der einen Seite die Auslöser, also histaminreiche Lebensmittel, die zu den unterschiedlichen Beschwerden führen, auf der anderen Seite aber auch die Mangelzustände, die erst dazu führen, dass wir gegen bestimmte Lebensmittel scheinbar eine Allergie oder Unverträglichkeit entwickeln.

Wichtig an dieser Stelle ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass es zwei Möglichkeiten gibt, Abhilfe zu schaffen: Durch eine histaminarme oder sogar histaminfreie Ernährung, und dadurch, die Ursachen für die Unverträglichkeit aus dem Weg zu räumen.

Deshalb lohnt sich an dieser Stelle ein Blick in Richtung der Histaminintoleranz-Lebensmittelliste, die ich in Teil 2 meiner Reihe über Histaminintoleranz präsentiere.

Doch zurück zu den Ursachen. Die Wissenschaftler sind sich inzwischen einig, dass eine Histaminose nicht angeboren ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man sie sich aneignet. Und das wiederum bedeutet, dass man sie auch wieder loswerden kann.

Gerade der häufig betroffene Personenkreis - Frauen im mittleren Alter - deutet darauf hin, dass es sich um eine fehlerhafte Umstellung des Stoffwechsels handelt. Das Medizin-Portal onmeda berichtet, dass die bereits erwähnten Enzyme HNMT und DAO eine bedeutende Rolle spielen. Entweder sind sie mengenmäßig nicht ausreichend vorhanden, oder sie sind inaktiv, weil sie gehemmt werden. Und da sind wir eigentlich schon beim Thema Therapie angekommen.


Therapie



Eine Sache noch vorweg: Bevor man sich ernsthaft daran macht, eine Therapie der Histaminose durchzuführen, lohnt es sich sicherlich, überhaupt festzustellen, ob man eine Histaminintoleranz hat. An dieser Stelle verweise ich deswegen auf Teil 3 meiner Serie zum Thema Histamin - und zwar dem Histaminintoleranz-Test. Den sollte man machen, damit man absolute Klarheit hat.

Weiter mit den Enzymen. Jetzt gibt es eine grundlegende Sache, die man wissen sollte: Enzyme gibt es überall im Körper, sie sind Biokatalysatoren, aufgebaut aus Aminosäuren, den Bausteinen des Eiweiß. Klingt alles sehr kompliziert, lässt sich aber auch vereinfachen: Enzyme bestehen aus Eiweiß. Und Eiweiß brauchen wir ganz dringend im Körper.

Somit ist eine ausreichende Eiweißzufuhr ein möglicher Weg, um aus der Histaminose auszubrechen. Ein weiterer Weg wird durch Vitamine und Mineralien beschritten. Das Zentrum der Gesundheit empfiehlt, die Vitalstoffspeicher aufzufüllen. Genannt werden dabei die Mineralstoffe Zink, Kupfer und Magnesium sowie die Vitamine B6 und Vitamin C.

Bevor jetzt alle losrennen und sich in der Apotheke einzelne Präparate kaufen: Leider sind diese Billig-Präparate hoffnungslos unterdosiert und werden definitiv keine Hilfe bieten. Besser zur Heilung einer Histaminose ist ein bärenstarkes Breitband-Präparat, welches hochdosierte Mengen an Vitaminen und Mineralien liefert.

Keine Angst, da passiert nichts Schlimmes: Ich selbst nehme davon sogar mehr als empfohlen pro Tag, und mir geht es blendend. Eine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten gibt es in meinem Artikel über hochdosierte Vitamine.

Dass Histaminintoleranz heilbar ist, erkennt man an den genannten Fakten. Fassen wir noch einmal zusammen:


  • Histaminose ist nicht angeboren oder vererbt
  • Histaminintoleranz betrifft vorwiegend (zu 80 Prozent) Frauen im mittleren Alter
  • Ein Mangel oder eine Störung der betroffenen Enzyme gilt als Hauptursache
  • Enzyme bestehen aus Aminosäuren, also aus Protein (Eiweiß)
  • Eine verbesserte Nahrungsaufnahme von Eiweiß sowie Vitaminen und Mineralstoffen wird von mehreren Quellen als mögliche Behandlung genannt


Wenn man sich diese Punkte vergegenwärtigt, sollte doch klar sein, dass eine Histaminose kein endgültiger Schicksalsschlag ist, sondern dass man diese Unverträglichkeit in den Griff bekommen und besiegen kann.


Fazit



Selbstverständlich ist es meine Pflicht, darauf hinzuweisen, dass man im Zweifelsfall immer einen Arzt konsultieren sollte. Andererseits sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass ein Hausarzt mit viel Patientenandrang oft auch nur mit Medikamenten zu helfen weiß. Ob das reicht, um eine Histaminose zu heilen, bleibt offen. Wer andere Wege beschreiten möchte, für den lohnt sich also eventuell der Weg über die verbesserte Ernährung und zusätzliche Zufuhr an Vitalstoffen.

Zum weiteren Lesen empfiehlt sich ein Blick in die Histamin-Reihe:

Teil 1: Histaminose: Ursachen, Symptome und Therapie der Histaminintoleranz
Teil 2: Histaminhaltige und histaminarme Lebensmittel
Teil 3: Histaminintoleranz-Test für zu Hause!

Kommentare:

  1. Hallo Michael, habe gerade deinen Blog gefunden und mit höchstem Interesse gelesen.
    Habe ich es richtig verstanden, wenn ich diese Vitaminpräperate einige Zeit einnehme, kann die Histaminose geheilt werden?
    Gruß



    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,

      ich selbst habe keine Histaminose, aber nach dem zu urteilen, was ich gelesen habe, sollten ähnliche Vorgänge betroffen sein wie bei anderen Prozessen, bei denen Enzyme eine Rolle spielen. Also halte ich es für durchaus möglich, dass man die Histaminose wieder los wird. Als betroffene Person solltest du möglichst viele Informationen im Internet darüber sammeln - vielleicht findest du ja (ehemalige) Leidensgenossen, die ihre Histaminose heilen konnten.

      Löschen
  2. Ich habe eine Histaminose durch Stress, falscher Ernährung als notorischer Allergiker und zu hohe körperliche Belastung entwickelt. Bei mir entstand aus diesen Faktoren die HNMT-Variante der Interolanz, über die es leider nur wenige Kenntnisse gibt.
    Ich weiß über diese Unverträglichkeit und über meinen konkreten Zustand erst seit kurzem bescheid, doch bin ich davon überzeugt, dass das was kommen auch wieder gehen kann. Deshalb werde ich nun strikt nach einer histaminarmen Diät leben und mir womöglich auch enzym-fördernde Präparate zulegen.
    Auch Sport und andere Stressoren werde ich meiden, denn solche führen bei mir ebenfalls zu den plagenden Symptomen mit denen ich nun schon seit Jahren zu tun habe.
    Mein Leidensweg ist lang, die Erkenntnis bestimmt und dank vieler unfähiger Mediziner spät, aber der Genesungsweg wird daher umso entschlossener gegangen.
    Vielen Dank für deinen Blog und deine Erläuterungen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wünsche dir gute Besserung und hoffentlich findest du einen Weg, die Histaminose zu überwinden oder zumindest erträglicher zu machen.

      Löschen

Hinweise zu den Kommentaren:

-bitte nur konstruktive und nicht zynische, böswillige oder ähnliche Kommentare. Ich bin auch nur ein Mensch.
-auch gut gemeinte Kommentare werden eventuell nicht veröffentlicht, wenn eine kommerzielle Absicht erkannt wird (Backlinks, gepostete Adressen).
-die Freischaltung kann eine Weile dauern.

Plugin für ähnliche Posts bei WordPress, Blogger...