Purinarme Kost - Die Ernährung Bei Erhöhter Harnsäure

Die beiden Krankheiten Rheuma und Gicht verlangen von immer mehr Menschen eine Umstellung der Ernährung; purinarme Kost ist dann angesagt, weil die Harnsäure zu hoch ist durch das gebildete Purin.

Um darzustellen, welche Lebensmittel bei der Ernährungsumstellung in Frage kommen, greife ich heute unter anderem auf eine Tabelle mit Lebensmitteln zurück, die wenig Säure produzieren, außerdem gibt es noch einige wichtige Informationen von Ernährungsexperten sowie Tipps und Tricks.

Was ich aber auch immer für wichtig halte: Dass man sich von solchen Krankheiten nicht den Spaß am Essen nehmen lässt. Denn nur weil man auf einige Lebensmittel verzichten soll, heißt das ja nicht, dass man von nun an alles auf dem Teller in grauer Tristesse servieren muss.

Deswegen kann es sich beispielsweise lohnen, sich von einem Kochbuch für Gicht-Patienten, welches Über 130 Rezepte beinhaltet, inspirieren zu lassen. Damit man bei der Ernährungsumstellung Fuß fassen kann. Nur so als Anregung. Und jetzt geht es weiter mit den versprochenen Informationen.


Ernährung bei Gicht und Rheuma - Was beachten?



Zunächst einmal vorne weg: Ein ganz wichtiger Faktor bei der Nahrungsaufnahme ist das Eiweiß, auch Protein genannt. Es gibt hierzu manchmal widersprüchliche Informationen, weil die Mehrheit der Deutschen davon ausgeht, zu viel Eiweiß würde der Niere schaden.

Das ist jedoch ein Mythos, da man nur genügend Wasser trinken muss und die Niere außerdem mit ihren Aufgaben wächst (das ist tatsächlich so). Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sagt ganz eindeutig:

"Eier, Milch und Milchprodukte eignen sich als Proteinquellen besonders gut für die Ernährung bei Gicht, da Eiweiß die Harnsäureausscheidung über die Nieren fördert".

Das eindeutige Urteil also: Eiweiß an sich ist gut, weil die Niere dadurch die schädliche Säure aus dem Körper befördert. Missverständnisse treten lediglich in der Art des Eiweißes auf, denn manche Nahrungsmittel, die viel Eiweiß enthalten, sind leider wegen ihrer Purinwerte nicht so toll für Gicht- beziehungsweise Rheuma-Patienten geeignet.

Darunter fallen zum Beispiel: Innereien, Krustentiere, einige fettige Fischarten (Sardinen, Heringe, Sardellen), Haut von Geflügel und Fisch sowie Schweineschwarten. Diese sollte man also ganz streng vom Speiseplan streichen, obwohl sie Proteinquellen sind. Eben wegen der gefährlichen Säuren, die einen Gichtanfall auslösen könnten.

Ebenso gelten einige Gemüsesorten als bedenklich, darunter Kohl, Spinat und Hülsenfrüchte. Komplett streichen muss man die nicht, sollte aber jeweils bei den einzelnen Portionen auf den Säuregehalt achten.

Außerdem gelten folgende Grundsätze:
  • Möglichst dem Alkohol entsagen (Alkoholische Getränke behindern die Ausscheidung von Purin)
  • Viel Wasser oder Tee trinken (beschleunigt die Ausscheidung der Säure, verringert das Risiko von Nierensteinen)
  • Kakao, Tee und Kaffee sind trotz ihres Säuregehalts erlaubt, da sie nicht zur Purinbildung beitragen.
  • Ganz wichtig und eigentlich an oberster Stelle: Gewichtsverlust. Der BMI sollte höchstens bei 25 liegen, aber je niedriger, desto besser für die Gesundheit. Wie man gut abnimmt, das wird auf diesem Blog wirklich ausführlich und komplett kostenlos erklärt, also bitte diese Informationen nutzen, wenn das Gewicht nicht stimmt. Es lohnt sich!
Welche Lebensmittel am besten geeignet sind, wenn purinarme Ernährung auf dem Plan steht, das sehen wir als Nächstes.


Purinarme Kost in der Praxis: Die besten Lebensmittel bei purinarmer Lebensweise


Image courtesy of Danilo Rizzuti / freedigitalphotos.net

Wie schon zuvor von der DGE erklärt, sind Eier und Milchprodukte sehr gut geeignet und gehören deshalb auf den Ernährungsplan. Wie in der Tabelle der DGE dargestellt wird, gehört somit auch der Joghurt zu den am besten geeigneten Lebensmitteln bei Rheuma und Gicht, denn daraus bildet sich keinerlei Harnsäure.


Zum Ernährungsplan bei Gicht passen außerdem Gurke, Paprika, Tomate und eine ganze Reihe weiterer Obst- und Gemüsesorten und auch Eiweißquellen, wie die Liste zeigt.


Genetisch korrekte Ernährung als Lösung



Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich gerne einen ganzheitlichen Ansatz verfolge und daran glaube, dass eine gesunde Ernährung, die im Einklang mit der Natur des Menschen steht, die meisten, wenn nicht sogar alle unsere gesundheitlichen Probleme beseitigt.

Damit das nicht als leere Phrase daherkommt, die darauf abzielt, einfach nur viel Salat zu knabbern, möchte ich auf den Ernährungsexperten Dr. Strunz verweisen, der sich in mehrfacher Hinsicht zu Gicht äußert und einige Tipps und Tricks nennt, wie man die Krankheit überwinden kann.

Zum einen in Bezug auf die sehr urtümliche, naturbelassene Ernährung von Eskimos, die ja durchaus viel Fleisch und Fett zu sich nehmen, zum anderen auf das Thema Laufen, welches ebenfalls bei Gicht helfen kann, wie man in dem Artikel lesen kann.

Ich will damit nur darauf hinweisen, dass es nicht nur Einschränkungen bei der Ernährung (Purinarme Kost) und Tabletten sein müssen, die helfen, die erhöhte Harnsäure in den Griff zu bekommen. Eine grundsätzliche Umstellung auf wenig Kohlenhydrate, viel Eiweiß und eine halbe Stunde Laufen am Tag können Wunder wirken. Und zwar deshalb, weil diese Dinge dem Menschen von Natur aus in die Wiege gelegt sind.

Wer sich zutraut, noch mehr in diese Richtung zu recherchieren, dem empfehle ich die Internetseite von Dr. Strunz. Oder man kauft sich das günstige Buch Frohmedizin, quasi als Ergänzung zu dem von mir bereits zuvor empfohlenen Buch für Rezepte bei Gicht (dann spart man auch Versandkosten), dann sieht man, dass Gicht eben nicht das Ende der Welt sein muss, sondern durchaus heilbar.

Kommentare:

  1. hallo, toller blog, vielen Dank für so viele tolle Informationen! Ich fange ab Montag mit einer eiweissshake Diät an, nachdem ich mich hier tief eingelesen habe. ich hab schon viele ernaehrungsumstellungen und diäten hinter mich gebracht, low carb hab ich auch sehr konsequent durchgezogen, hab ich aber durch Zeitmangel und Stress und dann auch gesundheitlichen Gründen (dazu unten mehr) bisschen aus den Augen verloren, darum muss ich jetzt endlich die Notbremse ziehen und daher dachte ich, ich probier das mal mit kurzfristiger nur-shake-phase um dann durch die motivierenden verlorenen kilos wieder in die gute lowcarb ernaehrung rein zu kommen.
    so meine frage: ich hab grundsaetzlich das Problem, dass ich bei lowcarb Ernaehrung zu erhoehten Harnsaeurewerten im Blut komme (Gott sei Dank bisher ohne definiertem Gichtausbruch, aber ich habe seit meinem 16.Lebensjahr mit einem entzündetem Kniegelenk zu kämpfen, dass erst rheuma sein sollte, jetzt einfach arthrose sein soll, kein arzt und rheumaspezialist wird richtig schlau daraus), weil man ja schon viel Fleisch und Fisch isst, bzw. ich bis dahin mir nicht bewusst war, dass gewisse low carb Lebensmittel eben purinreich sind und das ganze schlimmer machen können. Durch den Fakt und durch eine Magenschleimhautentzündung bin ich ein wenig vom lowcarben abgekommen. Welchen Einfluss haben denn Eiweissshakes auf den Harnsäurewert im Blut? SInd die hoffentlich so konzipiert, dass sie keine negativen Einwirkungen haben?
    Auch habe ich Angst, dass mein Körper generell sehr schnell übersäuert, das durch Eiweissshakes sicherlich enorm schnell gehen kann, wenn ich nicht viel trinke, richtig? Reicht denn viel trinken immer aus, oder würden Sie auch gewisse Säure-Base-ausgleichs-Präperate empfehlen? Oder was halten Sie generell von solchen Säure-Base-Huashalt-Regulierern?

    Mein Diätplan:
    ich werde einen Mix aus Layenberger Lowcarb Shakes und ab und an das lowcarb müsli und ESN Micellar Casein durchziehen. Vielleicht Mittags mal einen Tomatensalat mit Hähnchen, aber sonst für kurzfristig (erstmal eine Woche) alle Mahlzeiten durch das ergänzen.
    Danke für Tipps & Antworten!
    Sandy

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    1. Hallo Sandy,

      das ist eine sehr spezielle Problematik, mit der ich mich nicht ganz so gut auskenne. Am besten probierst du mal selber aus und entscheidest je nachdem, wie es sich entwickelt. Ich weiß nicht, inwieweit sich Shakes auswirken. Mein Bruder hat aber bewiesen, dass es auch ohne Eiweißshakes funktioniert, sich low carb zu ernähren, man muss dann eben die richtigen Lebensmittel aussuchen. Alles Gute!

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