Oligoallergene Basisdiät

Eine oligoallergene Basisdiät (oligo = mehrere, allergen = allergieerzeugend) hat den Sinn, einem Menschen bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie eine allergenarme Kost zu bieten, so dass alle möglichen (und bis dahin noch unbekannten) Auslöser zunächst vom Speiseplan gestrichen werden, bevor dann genau diese Allergieauslöser ausfindig gemacht werden.

Sobald der Patient ein bis zwei Wochen nur Nahrung zu sich genommen hat, die keine Allergien auslöst, beginnt der Arzt damit, nach und nach mögliche Auslöser für eine Allergie in den Speiseplan zu integrieren. Somit kann er präzise bestimmen, welche Stoffe im Essen für die Krankheiten zuständig sind. Sozusagen nach dem Ausschlussprinzip.

Die oligoallergene Basisdiät bezweckt also, den Körper zunächst von jeglichen Irritationen zu befreien, damit bei der Bestimmung der Allergene keine Zweifel mehr auftreten können, und dann der Reihe nach allergische Reaktionen zu provozieren. Ich zeige nun auf, woraus solch eine Basisdiät besteht und wie der Arzt danach vorgeht.


1. Aufbau und Durchführung - Die oligoallergene Basisdiät


Image courtesy of markuso / freedigitalphotos.net

Allergieauslösende Lebensmittel gibt es viele. Damit die Nahrungsmittelallergie nicht während der Bestimmungsphase einzelner Stoffe noch im Verdauungstrakt wütet, muss also erst einmal im gesamten System "aufgeräumt" werden.

Und dieser Zustand muss mindestens eine Woche lang aufrecht erhalten werden. Im Rahmen einer oligoallergenen Basisdiät greift der Ernährungsexperte daher zu folgenden Lebensmitteln, die aus Sicht von Allergie-Gefahren unproblematisch sind:

  • Fleisch: Pute und Lamm
  • Beilagen: Geschälter Reis
  • Gemüse: Gurken, Brokkoli, Blumenkohl
  • Öle: Raffiniertes Pflanzenöl, jedoch kein Erdnussöl!
  • Getränke: Neutrale Getränke wie Wasser oder schwarzer Tee
  • Gewürze: Salz und Pfeffer

Wie man an der Zusammenstellung erkennt, ist eine oligoallergene Basisdiät nicht zwingend auf eine gesunde Lebensführung (oder gar auf Abnehmen), sondern eher als Experiment ausgelegt, um in der Folge einzelne Allergene zu testen. Geschälter Reis beispielsweise kann bei manchen Menschen eine Kohlenhydratintoleranz zu Tage treten lassen. Das ist zwar keine Allergie, jedoch auch eine unangenehme Situation, die sich wie eine Allergie anfühlen kann.


2. Die Provokationsphase



Im Anschluss an die nun ein- bis zweiwöchige oligoallergene Basisdiät werden die einzelnen Lebensmittel, die für eine Nahrungsmittelallergie verantwortlich sein können, in die Diät eingebaut. All dies muss selbstverständlich unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, damit die Symptome unter Kontrolle gehalten werden.

Bei einem sogenannten Provokationstest können dann beispielsweise folgende Nahrungsmittel die allergenarme Kost ersetzen:

  • Kuhmilch
  • Soja
  • Weizenprodukte und Getreidesorten
  • Weitere Gemüsearten (Kartoffel, Karotte etc.)
  • Obst (Birne, Banane etc.)
  • Andere Fleischsorten als die oben genannten
  • Nüsse, Gewürze und andere potenziell allergene Stoffe

Am Ende dieses Experiments weiß der Arzt, welcher oder welche Nahrungsmittel zu Allergien geführt haben. Die stark eingeschränkte oligoallergene Basisdiät kann nun eingestellt werden. Der Patient weiß, welche Lebensmittel bei ihm eine Lebensmittelallergie auslösen und kann seinen Speiseplan frei bestimmen, solange die auslösenden Allergene gemieden werden.


Wann die oligoallergene Basisdiät nicht eingesetzt werden sollte



Unter bestimmten Gesichtspunkten ist eine oligoallergene Diät nicht ratsam. Hier deshalb einige aus medizinischer Sicht wichtige Hinweise:


  • Die Provokationsphase darf - im Gegensatz zur auf nicht allergene Stoffe reduzierten Diät - nie ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden!
  • Wenn bereits ein allergischer Schock aufgetreten ist, der auf die Einnahme eines einzelnen Nahrungsmittels (z.B. Erdnüsse) zurückzuführen war, kann auf die oligoallergene Basisdiät verzichtet werden. Eventuell ist es aber möglich, bei Verdacht auf weitere auslösende Lebensmittel diese ebenfalls zu testen. Das gilt auch dann, wenn der allergische Schock nach Einnahme mehrerer Lebensmittel aufgetreten ist.
  • Möglicherweise treten Allergien auch durch andere Umwelteinflüsse auf (z.B. Pollen). Zwar ist dann im Umkehrschluss nicht mit negativen Folgen der Ernährungsumstellung zu rechnen, es lohnt sich jedoch, externe Faktoren bei der Ursachensuche zu berücksichtigen und diese gegebenenfalls auszuschalten, bevor mit der Testreihe begonnen wird (man denke an eine allergische Reaktion auf sommerlichen Pollenflug, der mit der Einnahme von Erdnüssen einhergeht).

Quellen: DGAKIAllergie, Umwelt und Gesundheit

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