Wie Viel Schokolade Ist Gesund?

Vor einigen Monaten war ich zu Besuch im Schokoladenmuseum in Peine, wo die Firma Rausch Schokolade produziert. In dieser Schokoladenfabrik gab es Filme über die Kakao-Plantagen in Trinidad und Tobago, über die Geschichte der Kakaobohne (Montezuma und seine Azteken) und es gab sogar einen Schoko-Vulkan.

Doch eine Sache überraschte mich sehr. Da sagte die Angestellte, die uns herumführte, dass Schokolade gesund sei, allerdings nur bei einem Stück pro Tag, und dieser Effekt ließe sich über das eine Stück hinaus nicht steigern.


Diese Offenheit hat mich überrascht. Da spricht eine Firma, die mit Schokolade ihr Geld verdient, die gut Profit machen würde, wenn die Menschen sich mit damit voll fressen würden. Wenn jemand so ehrlich ist, dann höre ich genau hin. Viel besser als Coca-Cola und deren Lifestyle-Slogans, die das Zuckergetränk verherrlichen.

Jetzt wissen wir, aus erster Hand, wie viel Schokolade man sich gönnen kann, wenn es zu Gunsten der Gesundheit sein soll. Natürlich gibt es auch Studien dazu. Aber wie kann man das Genussmittel in eine Diät einbauen, ohne gleich der Fresssucht zu verfallen? Hier einige Anregungen.


Wichtig: Kakaogehalt und Anteil der Kohlenhydrate


Image courtesy of Grant Cochrane / freedigitalphotos.net

Der gesundheitsfördernde Effekt, also der Grund, warum Schokolade gesund sein kann, liegt im Kakao. Und früher, bei den Azteken, war das klassische Kakaogetränk bei weitem nicht so süß wie heute. Der Zucker wird heutzutage künstlich hinzugefügt.

Also muss der Kakao-Anteil möglichst hoch sein. Vollmilchschokolade und Produkte wie "Kinder Riegel" scheiden aus, ebenso weiße Sorten, denn da ist der Kakao nicht drin, nur sein Öl. Ein Kakao-Anteil von 50 Prozent, gerne auch bis 90 Prozent, ist möglich und erstrebenswert.

Hier kommen folgende Produkte in Frage: schwarze bzw. Dunkelschokolade, Zartbitterschokolade oder auch zuckerarmes Kakaopulver (das findet man nicht dort im Supermarkt, wo das "normale" Kakaopulver ist, sondern ein paar Meter weiter bei den Kaffeesorten und deren Süßungsmitteln. Aber nur in gut sortierten Märkten).

Bitterschokolade hat den Vorteil, nicht so verführerisch süß zu sein, dass man eine Tafel nach der anderen essen will. Der Kohlenhydratgehalt sollte bei nicht mehr als 50 Prozent liegen. Es gibt auch Schokolade mit weit weniger Kohlenhydraten, gerade das Kakaopulver gehört in diese Kategorie. Ganz wichtig: Immer auf die Verpackung gucken und immer die Werte "pro 100 Gramm" überprüfen.

Und jetzt das Schönste: Das eine Stück, welches Schokolade gesund macht, wiegt nur 8 Gramm. Soeben von mir gemessen. Davon ist dann die Hälfte Zucker, also 4 Gramm. Lächerliche 16 Kalorien. Das stört die Fettverbrennung bei einer Low-Carb-Diät nicht. Die übrigen 4 Gramm, das ist der pure Kakao aus der Bohne. Der mit den Stoffen, die gesund sind: Flavanole, die das Herz schützen. Natürlich nur, wenn man wirklich nicht mehr als das eine Stück zu sich nimmt.


Wie dunkle Schokolade mit hohem Kakao-Anteil bei einer Diät hilft



Damit eine Diät funktioniert, bedarf es mehr als eiserner Disziplin und wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das Gehirn muss mitgenommen werden. Das Gefühl muss stimmen. Abnehmen muss auch Spaß machen, Belohnungen erlauben. Und tatsächlich hilft uns hier sogar die Schokolade beim Abnehmen! Zartbitterschokolade kann...

  • den Geschmack einer deftigen Mahlzeit (Fleisch, Tomatensauce etc.) neutralisieren
  • das Verlangen nach einem süßen Nachtisch befriedigen (Das Gehirn sagt "danke")
  • Sehnsüchte nach dem alten Leben (essen, was man will) verscheuchen
  • den Appetit dämpfen (weil bitter)
  • Glückshormone freisetzen
  • das Herz schützen
  • langsam auf der Zunge zergehen!

Was bleibt, ist das Gefühl, dass man seine Mahlzeit gebührend abgeschlossen hat. Kein unangenehmer Nachgeschmack. Stattdessen ein belohnender Abschluss des Essens mit Schokolade. Gesund ist das Ganze auch noch.

Bei mir klappt das prima. Ich ernähre mich meist von Eiweißshakes, die ohnehin keinen Nachgeschmack hinterlassen. Wenn ich dann doch etwas esse, was geschmacksintensiv ist (Fisch, Fleisch, deftige Gemüsegerichte), dann gönne ich mir ein Stück Schoko-Spaß.

Übrigens: Ich habe in der letzten Woche über 2 Kilo mit der Low-Carb-Diät abgenommen, obwohl täglich ein Stück Bitterschokolade dabei war... geht also.

Kommentare:

  1. Das ist der Trick, in Maßen, nicht in Massen! Wobei ich ehrlich bin, ein Stück wäre mir zu wenig. Aber ich denke 3 Stückchen machen mich auch nicht dick.
    Neben selbstgemachten Zimtquark ohne Zucker möchte ich das zukünftig auch mal probieren, kakaohaltigere Schoki essen, wenn ich mal Verlangen habe.
    Ich staune wirklich dass die MA so ehrlich war, normalerweise ist das ja gegen dem was du auch schon sagtest, die Firma, die in Massen verkaufen, und den Leuten abhängig machen will, eben so wie Coca Cola & Co.
    Hier in Berlin gibt es die Ritter Sport Manufaktur, wo auch die Herstellung groß beschrieben wird. Ich finde es schon fast widerlich, dass man die Kakaobohne als gesund anpreist, obwohl so wenig davon, und eben mehr Zusatz/Zuckkerstoffe darin sind...

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    1. Hallo und danke für deinen Kommentar,

      du hast Recht: Es kommt auf jeden Fall auf die Dosierung an. Das gilt auch im großen Rahmen: Wer einigermaßen schlank ist, der kann sich die Freiheit nehmen, auch mal etwas zu genießen.

      Mit der Kakao-Bohne ist es wie mit dem Getreide. Ohne Mühle, ohne Maschine, müsste jeder Mensch sich die Bohnen selber schälen... oder würde sie einfach als Ganzes essen. Und das hat die Natur doch eigentlich beabsichtigt.

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