Krautsuppendiät Im Test - Rezept, Wochenplan, Erfahrungen

Besonders in Österreich ist die Krautsuppendiät sehr beliebt. Sie besteht aus einem Rezept und einem Wochenplan für 7 Tage. Ich möchte heute nicht nur darauf eingehen, was man während dieser Diät isst, sondern auch, wie effektiv die Krautsuppendiät ist und wie man sie noch weiter verbessern kann, denn sie hat nach meinen Erfahrungen auch ihre Schwächen.


Was steckt hinter der Diät?


Image courtesy of rakratchada torsap / freedigitalphotos.net



Die Grundidee ist, dass man den Körper "entschlacken" soll - was auch immer das genau heißen mag. Hierzu soll der Anwender täglich viel Gemüsesuppe, also die Krautsuppe, zu sich nehmen. Er oder sie darf nach Herzenslust zugreifen, es gibt also keine Begrenzung beim Konsum der Suppe.

Gleichzeitig ist die Krautsuppendiät nicht ausschließlich auf eine einzige Suppe ausgerichtet. Man darf auch andere Sachen essen, hauptsächlich Gemüse. An einigen Tagen gibt es auch Fleisch oder Fisch, wie ich aber im Wochenplan noch erläutern werde. Streng verboten ist Salz.


Rezept bzw. Rezepte



Während der Krautsuppendiät wird eine Suppe zubereitet, die in der Regel aus einem halben Weißkohl, zwei Karotten, zwei Zwiebeln, jeweils einer Stange Lauch und Sellerie, Kolrabi und zwei Dosen geschälte Tomaten besteht.

Die Zutaten werden mit Öl angebraten. Hinzu kommen Gewürze, die den Stoffwechsel anregen: Chili, Kümmel, Curry, schwarzer Pfeffer, Ingwer. Man kann hier jedoch nach eigenem Ermessen handeln. Aufgefüllt wird mit einem Liter purem Wasser. Nach einer halben Stunde ist die Zubereitung abgeschlossen.

Weitere Rezepte für die übrigen Mahlzeiten im Wochenplan werden nicht spezifisch genannt. Das liegt jedoch daran, dass die Zubereitung relativ einfach ist und sich aus den erlaubten Lebensmitteln automatisch ergibt.


Wochenplan und die Frage: Was bringt's?



Jetzt stelle ich den Wochenplan Tag für Tag vor und gebe meine Bewertung dazu ab. Während der 7 Tage nimmt man meistens 3 Teller Suppe oder mehr zu sich, während Salz immer verboten ist. Ich werde gleich darauf eingehen, was das alles bedeutet. Los geht's:

Montag:

Krautsuppe darf jederzeit während des gesamten Tages gegessen werden. Früchte sind erlaubt, ausgenommen jedoch Banane und Melone.

Es fällt auf, dass der erste Tag der Diät vegetarisch ausfällt. Soweit kein Problem. Jedoch wird nicht spezifiziert, wie viele Früchte man in welchen Abständen essen darf. So besteht natürlich die Gefahr, dass man sich sehr süße Früchte aussucht (Ananas und Mango wurden beispielsweise nicht verboten, obwohl sie in hohen Mengen Bananen und Melonen übertreffen können) und sich in eine Abhängigkeit vom Zucker begibt.

Ein anderes Problem der Diät ist, und das werden wir noch häufiger erleben, dass Eiweiß fehlt. Ohne das wertvolle Protein fehlt dem Körper ein wichtiger Baustein für Immunsystem, Muskeln (zur Fettverbrennung) und Enzymen. Unter anderem!

Dienstag:

Heute ist neben der Krautsuppe nur Gemüse erlaubt, welches roh oder gegart serviert wird. Es wird vor Heißhunger gewarnt, jedoch würde es danach wieder in Ordnung sein. Als abendliche Belohnung gibt es Ofenkartoffel mit Magerquark.

Der Warnhinweis ist durchaus berechtigt: Da die Suppe bereits aus Gemüse besteht und Gemüse auch während des gesamten Tages gegessen wird, werden Kohlenhydrate stark reduziert. Damit soll der Körper lernen, von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung umzusatteln.

Das ist an sich eine wirklich lobenswerte Idee. Zwei Dinge sind nur schade: Erstens kommt Eiweiß etwas zu kurz (immerhin: Magerquark), zweitens sollte man gerade abends eben keine Kohlenhydrate essen (siehe: Abnehmen im Schlaf), die jedoch in der Kartoffel vorkommen. Wenigstens ist die Kartoffel jedoch nicht allzu kohlenhydratlastig und das Abnehmprogramm erleichtert so die Umstellung für Menschen, die vorher viel Reis, Brot und Nudeln gegessen haben.

Mittwoch:

Obst und Gemüse sind erlaubt. Ich zitiere weiter: "Wie immer gilt: Keine Bananen, keine Kartoffeln und kein Salz". Diese Aussage verwundert mich. Denn Kartoffel war am Tag zuvor erlaubt, und Bananen werden später im Wochenplan auch erlaubt sein. Warum also diese willkürlichen Regeln?

Auch hier wieder kein Eiweiß. Schade. Denn eigentlich merkt der Körper allmählich, dass es kein Brot oder Reis mehr gibt. Wenn er könnte, würde er jetzt fettverbrennende Enzyme bauen. Kann er leider nicht, weil er kein Eiweiß bekommt! Hier schwächelt die Krautsuppendiät.

Donnerstag:

Suppe ganztags, außerdem 2 Bananen plus 150 Gramm Naturjoghurt oder 250 ml Milch.

Etwas Eiweiß, wenn auch nicht arg hochkonzentriert, ist nun erlaubt. Hoffentlich kommt der Heißhunger nicht zurück, denn die genannten Lebensmittel haben teilweise schon mittelhohe Mengen an Zucker. Man hätte Gemüse erlauben sollen oder einfach mal Low-Carb-Obst anbieten können.

Freitag:

6 rohe Tomaten und 200 Gramm Fisch oder mageres Fleisch.

Ich bin sehr froh über den Hinweis mit Fisch oder Fleisch. Es ist bereits Freitag, und endlich darf richtig hochwertiges Protein auf den Teller. Warum wurde nicht schon am Montag damit begonnen? Lachs, Eier, Geflügel, Soja... so viele schöne Proteinquellen gibt es doch! Lasst die Leute damit doch mal Erfahrungen sammeln.

Samstag:

Heute gibt es ein mageres Steak mit grünem Gemüse oder Salat, aber ohne Dressing. Wie immer die Krautsuppe löffeln!

Auch hier wieder Eiweiß, und das ist gut so! Der Verzicht auf Dressing ist ebenfalls absolut richtig, denn gerade in Dressings ist oft versteckter Zucker drin, den wir gar nicht bemerken.

Sonntag:

150 Gramm Reis und ein Glas Obstsaft.

Auweia! Das selbe Problem wie bei der Kohlsuppendiät. Wirklich! Liebe Leser, lest euch den Artikel durch, es werden die selben Fehler gemacht. Erst eine durchwachsene Diät mit unnötigem Fruchtzucker oder Kohlenhydraten aus Kartoffeln, dann wieder gute Tage, und am Ende schmeißt man einen Teil des Erfolgs mit Reis, Saft etc. weg. Warum?


Was die Diät bewirkt und mit wie viel Gewichtsverlust man rechnen kann



Hier einige physiologische Aspekte der Krautsuppendiät: Durch einen weitestgehenden Verzicht auf Kohlenhydrate (im Vergleich zu täglich Pommes, Reis, Nudeln und Brötchen) kann man auf jeden Fall mit einem Gewichtsverlust rechnen, sogar in Form von Fett! Allerdings kommt Eiweiß zu knapp. Das sorgt dafür, dass auch Muskelmasse eingebüßt wird. Das ist schlecht, denn Muskeln verbrennen Fett, und je weniger Muskeln, desto weniger Fettverbrennung auf lange Sicht.

Der Verzicht auf Salz und der hohe Gemüsegehalt verändert das Verhältnis von Natrium zu Kalium. Dadurch wird der Körper auch entwässert, denn Salz bindet Wasser. Vermutlich ist das mit "entschlacken" gemeint. Es kann also sein, dass ein hoher Teil des Gewichtsverlusts auch auf Wasserverlust in den Zellen zurück zu führen ist. An sich nichts Schlimmes, nur zur Info.

Insgesamt kann man während der 7 Tage Diät sicherlich als knapp Übergewichtiger über 2 Kilo verlieren, als schwer Übergewichtiger sogar weit mehr. Jedoch sei gesagt, dass der Fettabbau nur einen Teil des Verlustes ausmacht und das Muskelabbau und Wasserverlust auch eine Rolle spielen. Mein Tipp: Körperfettwaage benutzen, da weiß man Bescheid!


Urteil und Fazit



Die Krautsuppendiät liefert einige durchaus nützliche und gut gemeinte Ratschläge. Nach meiner Erfahrung gibt es aber Macken, und deshalb ist sie nur für 7 Tage zu gebrauchen. Die willkürliche Erlaubnis bzw. das Verbot von Lebensmitteln ist eher seltsam, denn mal sind Kartoffeln und Bananen verboten, mal erlaubt, und andere Lebensmittel, die ähnlich viele Kohlenhydrate haben, werden gleichzeitig nicht verboten.

Besonders ins Auge fällt der geringe Eiweißanteil. Eigentlich sollte jeder Mensch täglich Eiweiß zu sich nehmen. Das kann Fleisch, Fisch oder Ei sein, das darf natürlich auch pflanzliches Eiweiß sein. Ohne die Aminosäuren lassen sich Enzyme zum Fettabbau nur schwer bilden. Und wer möchte schon eine Diät machen, die nur halb so effektiv ist wie möglich?

Deswegen mein Rat: Viel Eiweiß dazu und bei den Gemüse- und Obstsorten nicht nach Willkür, sondern nach Kohlenhydraten sortieren. Es gibt mehrere Früchte und Gemüse, die wenig Kohlenhydrate und dafür viele Vitamine und Mineralien haben.

Wer seine Diät maximal nutzen will und abwechslungsreiche Rezepte (für 7 Tage und mehr) möchte, dem empfehle ich, sich auf Du Kannst Es! mal gründlich umzuschauen!

Quelle zur Krautsuppendiät: Woman.at

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