Man Kann Diabetes Besiegen / Vorbeugen!

Dieser Artikel richtet sich sowohl an Menschen, die schon zuckerkrank sind, als auch an solche, die Angst vor Diabetes haben. Vorab als Info: Ich werde zwei sehr interessante Quellen nennen, lesen lohnt sich also!


16 Jahre alt, Diabetiker, schwerstbehindert



Image courtesy of pat138241 / freedigitalphotos.net

Zunächst einmal zu meinen eigenen Erfahrungen mit dem Thema: Als ich 22 Jahre alt war, absolvierte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr. Ich betreute einen schwerstmehrfachbehinderten Jugendlichen, 16 Jahre alt. Er hatte Trisomie 13. Schlimmer als Down-Syndrom. Zu seinen Symptomen gehörten extreme körperliche Deformationen (u.a. verkrüppelte, zusammengewachsene Hände), Blindheit, geistige Behinderung, Unfähigkeit zu sprechen, zerebrales Anfallsleiden (Epilepsie) und eben auch die Zuckerkrankheit.

Dieser arme Mensch hatte es nicht leicht und schwankte auch häufig zwischen Leben und Tod. Beim Blutzucker kam es auch zu unangenehmen, teilweise lebensbedrohlichen Situationen. Mal hatte er einen extrem hohen Blutzucker von über 300, mal "sah er schon das Licht" (Zitat eines Erziehers) bei einem Wert von 25 und abwärts.

Solch extreme Schwankungen machen einem Diabetiker das Leben schwer. Doch schon damals fragte ich mich: Wenn man nach einer Mahlzeit immer Insulin spritzen muss, weil das Essen den Blutzucker in die Höhe treibt, kann man dann nicht einfach dafür sorgen, dass das Essen nicht so viel Zucker hat?

Wie ich Jahre später gelernt habe, macht diese Überlegung durchaus Sinn. Und damit sind wir schon beim Thema.


Wie Diabetes entsteht



Die Zuckerkrankheit entsteht durch eine Art von Abnutzung, also wie beim Auto. Und zwar muss die Bauchspeicheldrüse immer dann, wenn viel Zucker auf einmal kommt (Torte, Kuchen, aber auch Brot und Brötchen!) mit Insulin gegensteuern. Das Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, der ungesund und unnatürlich hoch ist (unnatürlich deshalb, weil Nudeln, geschälter Reis und Brot nicht an Bäumen wachsen).

Doch nach Jahren der übertriebenen Zuckerzufuhr ist das System abgenutzt. Die Zellen im Körper werden resistent gegen das Insulin, und die Bauchspeicheldrüse muss sich (wie ein Herz, was durch verkalkte Adern pumpen muss) richtig anstrengen, damit mehr und mehr Insulin endlich den Blutzuckerspiegel senkt.

Irgendwann ist man am Ende angekommen: Die Bauchspeicheldrüse kann keine Reaktion mehr im Körper auslösen, weil die Zellen zu sehr insulinresistent sind. Ab hier kann man jeden Tag Insulin in hohen Mengen spritzen. Willkommen im Klub der Diabetiker.


Kann man Diabetes Heilen bzw. vorbeugen?



Jetzt gibt es zwei Aspekte, die zunächst wichtig sind: Für Nicht-Diabetiker: Der Weg zur Zuckerkrankheit führt über den Zucker. Damit sind Kohlenhydrate im Allgemeinen gemeint, auch Vollkornprodukte!

Für Diabetiker: Der Weg von der Zuckerkrankheit weg führt über eine deutliche Verringerung des Kohlenhydratkonsums. Natürlich mit strenger Überwachung des Blutzuckers, damit es nicht zur Ohnmacht kommt! Das heißt: Wer ständig Süßes gegessen hat oder unglaublich viele Kohlenhydrate in seiner "Diät" hatte, muss jetzt langsam umschalten. Denn dann kann man den Körper umpolen auf Fettverbrennung.

Und damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Fettverbrennung. Für Diabetiker und Nicht-Diabetiker ist das der entscheidende Aspekt. Der menschliche Körper hat zwei Möglichkeiten, Energie bereit zu stellen. Entweder, er verbrennt Kohlenhydrate, oder er verbrennt Fett. Beides lässt sich durch die Nahrung zuführen, und beides wird vom Körper angenommen. Doch es gibt einen Haken:

Fett wird bevorzugt lieber als Depot, als Reserve für schlechte Zeiten genutzt. Der Körper verbrennt viel lieber Kohlenhydrate, und wenn er mehr als genug davon kriegt, werden die überschüssigen davon zu Fett.


Low Carb als Lösung



Also: Kohlenhydrate reduzieren, bis der Körper gezwungen ist, hauptsächlich Fett zu nutzen. Das nennt sich dann Low-Carb-Diät. Und um es noch einmal ganz klar zu sagen: Diabetiker müssen hier aufpassen, weil ihr Körper den Blutzucker nicht mehr richtig reguliert. Deswegen entweder selbst immer messen und im Notfall langsame (komplexe) Kohlenhydrate in geringen Mengen nehmen, oder auch mal mit dem Arzt reden. Allerdings kann ich nur hoffen, dass es ein guter Arzt ist.

Das mit der Low-Carb-Diät gilt auch für alle, die Diabetes vorbeugen wollen. Das kann man. Brot, Brötchen, Nudeln, Pommes und Reis sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Das klingt hart, entspricht aber der Realität unserer genetischen Veranlagung. Weder der Steinzeitmensch noch Adam und Eva (je nachdem, woran man glaubt) hatten Nudelmaschinen und Industriemühlen zur Verfügung, sondern haben sich von dem ernährt, was eben da war. In natürlichem Zustand, und mit wenig Kohlenhydraten.

Was besonders komisch ist: Im Prinzip sind Rezepte für Diabetiker gleichzeitig auch Low-Carb-Rezepte. Viel Spaß beim Stöbern.

Also: Was kann man gegen Diabetes tun? Mit wenig Kohlenhydraten leben. So kann man Diabetes verhindern, loswerden, bekämpfen, besiegen, vorbeugen. Was auch immer!

Übrigens: Ich empfehle meinen Lesern diesen Artikel sehr eindringlich: Langzeitstudie "Enttäuschung"
Und diesen hier obendrein: Diabetes ist heilbar!

Kommentare:

  1. Nachdem ich nach meiner zweiten Schwangerschaft 145 kilo hatte, habe ich Diabetes bekommen. Ich selbst habe mich nicht wohl in meiner Haut gefühlt und was dafür getan. Ernährung umgestellt und viel Sport. Und heute bin ich konstant mit meinen Werten. So gesehen, ich habe nun heute 70 kilo und meinen Diabetes besiegt :) Jeder kann das schaffen, man muss nur was dafür tun ^^

    Liebe Grüße
    Mizzy von Flockenzauber

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    1. Hallo! Schön, dass du es geschafft hast, Diabetes zu besiegen. Es ist also kein Todesurteil, wenn man einmal damit diagnostiziert wird und noch genug Zeit hat, um zu handeln.

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  2. Diabetes entsteht nicht durch Kohlenhydrate, sondern durch Zucker, den es in der Natur nicht gibt. (Und wer sich auskennt weiß, dass in sehr vielen nahrungsmitteln Zucker immer noch hinzugefügt wird, in welcher Form auch immer.) Ich hab noch nie gehört und gelesen, dass jemand aufgrund einer hiesigen Menge Reis und Kartoffeln Diabetes bekommen hat, da solltest du mal Unterschiede zeichnen! Die beiden Kohlenhydratlieferanten so arg anprangern, wie du es schon oft getan hast in anderen Beiträgen, und sie mit Süßigkeiten in einen Topf zu schmeißen, ist wirklich falsch! Klar, wenn man 10 Kilo davon am Tag isst, ist es nicht gesund, aber das ist bei jedem Nahrungsmittel so!
    Nur weil du es geschafft hast, jediglich ohne KH abzunehmen, wo ich noch der Meinung bin dass der Körper die auch in Maßen(!) braucht, muss das nicht heißen, dass sie Übeltäter für Krankheiten sind, oder gar gefährlich und schlecht.
    Da könnte ich auch behaupten, dass Eiweißpulver schlecht ist, weil es in der Natur nicht vorkommt und maschinell hergestellt wird..
    LG

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    1. Dann solltest du mal die Beiträge von Dr. Strunz genauer betrachten. Kohlenhydrate werden generell zu Zuckermolekülen abgebaut. Das ist Biologie, habe ich selber in der Schule so gelernt.
      Natürlich gibt es gewisse Unterschiede zwischen einfachen Zuckern und komplexen Kohlenhydraten (sieht man z.B. beim glykämischen Index).

      Du darfst gerne bei deiner Meinung bleiben, dass man Kohlenhydrate braucht. Ich bin ja nicht hier, um irgendeine Ansicht zu verbieten. Aber wenn du eine Meinung als falsch einstufst, heißt das nicht unbedingt, dass das auch so stimmen muss. Ich behaupte nicht, dass Kohlenhydrate Krankheiten auslösen, WEIL ich ohne Kohlenhydrate abnehme, sondern weil es Studien gibt, die das ganz klar belegen und die nicht von mir, sondern von Ärzten stammen (deswegen liefere ich ja auch Verweise zu anderen Webseiten).

      Das mit dem Eiweißpulver kann ich sogar als Argument gelten lassen, wobei der Mensch ja auch früher große Mengen davon zu sich genommen hat (Tiere erlegen und dann in großen Mengen essen, ohne Beilage). Es ist allerdings günstiger, wenn man nicht gleich den Hirsch kauft, sondern das Pulver. Bei Kohlenhydraten sind die Mengen aber in der Tat unnatürlich, weil es eben extrem selten war in der Steinzeit, so viele Kartoffeln etc. auf einmal zu bekommen.

      Übrigens gibt es Zucker durchaus in der Natur... in Weintrauben, Datteln und so weiter.

      Von deinem Kommentar her habe ich das Gefühl, dass du doch ziemlich heftig auf meinen Artikel reagiert hast. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber ich denke, wenn man verschiedener Meinung ist, dann steht es jedem frei, ja oder nein dazu zu sagen. Und wenn du wirklich gar nicht einverstanden bist mit meinen Artikeln, dann lies doch andere Artikel auf anderen Seiten im Internet.

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  3. Interessanter Artikel.. ich bin kerngesund, ernähre mich ausgewogen und esse einfach alles.. also auf kohlenhydrate komplett zu verzichten käme für mich nicht in Frage, aber ich denke in meinem Alter muss ich das ja auch noch nicht..
    Küsschen, Mila
    www.married-to-c.ch

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