Negative Energiebilanz - Keine Abnahme

"Ich nehme nicht ab, obwohl ich eine negative Energiebilanz aufweise"

Das ist ein häufiges Problem vieler Menschen, die zum ersten Mal richtig abnehmen wollen. Das Seltsame ist: Die Leute versuchen viel: Sie wollen die negative Energiebilanz berechnen, passende Lebensmittel finden, die zu "negativen" Kalorien führen, sie wollen ihre Ernährung komplett ändern, damit der Körper endlich mehr Energie verbraucht als aufnimmt.

Aber hier die einfache, oft übersehene Wahrheit: Alle Lebensmittel bestehen aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß. Und der Körper nutzt diese Stoffe nicht als Einheitsbrei (also "Kalorien"), sondern er unterscheidet diese Stoffe bei der Nutzung!

Wer neu hier ist und diese Seite durch Google gefunden hat, den bitte ich, diesen Artikel zu Ende zu lesen, denn er könnte den Unterschied machen zwischen einer frustrierenden Diät und einem entspannten Diätprogramm, in dessen Verlauf ein paar Dutzend Kilo Übergewicht liegen bleiben werden. Was dahinter steckt (kein Wundermittel, einfach nur Natur und Menschenverstand), werde ich so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig erklären. Deshalb bitte ich hier um Geduld beim Lesen, denn das Wissen wird sich am Ende bezahlt machen.



Wer an die negative Energiebilanz glaubt, der glaubt an Kalorien



Über eine Sache muss man sich im Klaren sein: Die negative Energiebilanz ist ein Begriff aus dem Bücherregal der Kalorienzähler. Es handelt sich dabei um die theoretische Annahme, dass ein Mensch mehr Energie verbrauchen kann, als er - in Form von Nahrung - zu sich nimmt.

Ich sage deshalb "theoretisch", weil es mehrere Haken in der Praxis gibt. Ein Haken ist zum Beispiel, dass dieses energetische Defizit am besten durch Sport erreicht werden kann, in der Praxis aber entweder die Leute doch lieber die negative Bilanz herbei hungern, als sich zu bewegen, und auf der anderen Seite Sport - ohne entsprechenden Gewichtsverlust - ganz schnell auch zu totaler Frustration (inklusive Frust-Fressen) führt. Ich spreche hier aus Erfahrung... ja, auch ich habe entmutigende Erlebnisse hinter mir.

Hinzu kommt, dass der menschliche Körper sich anpasst. Ich will noch nicht einmal vom "Überlebensmodus" oder von der berühmten "Sparflamme" reden. Auch 500 Kilokalorien weniger können auf Dauer den Körper dazu bewegen, einfach mal ein paar Kalorien einzusparen, langsamer zu verstoffwechseln. Der Körper ist hier sehr flexibel und richtet sich nicht an willkürliche Vorgaben. Soll heißen: Er würde auch bei einer negativen Energiebilanz in Höhe von 387 Kalorien womöglich schon etwas vom Gaspedal gehen.

Und jetzt will ich die Kalorien noch einmal klar als Unfug entlarven: Kalorien sind (und zwar schon seit ihrer Einführung) schon immer nur eine Maßeinheit gewesen. Was messen diese Kalorien? Wie dick einen ein Lebensmittel macht? Falsch! Kalorien wurden als Maßeinheit genutzt, um zu erklären, wie viel Energie benötigt wird, um Wasser um ein Grad zu erwärmen. Man könnte die Kalorien somit auch mit Brennholz vergleichen. Es gibt verschiedene Holzarten, die mehr oder weniger gut brennen. Feuchtes Holz brennt zum Beispiel gar nicht.

Und genau so ist es bei den Kalorien. Manche Nährstoffe enthalten mehr Energie (Fett), andere weniger. Das heißt aber erstmal nur, dass man damit gut Wasser erwärmen könnte.

Ein anderes Beispiel habe ich schon in meinem Artikel über Kalorien genannt, und zwar der Vergleich zwischen der Maßeinheit Kilogramm und eben den Kalorien. Der Bodybuilder mag genauso schwer sein wie der Fettleibige, aber zwischen den beiden Männern liegen Welten. Warum um alles in der Welt sollten wir Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate über einen Kamm scheren?


Warum eine negative Energiebilanz nach hinten losgehen kann



Die Grundidee bei der Ernährung mit negativer Bilanz ist immer das Energie-Defizit. Mit anderen Worten: Da fehlt etwas. Ich esse weniger, als ich es normalerweise tue (denn wer hat schon Lust auf Sport?). Was dann oft kommt, ist klar: Heißhunger, Unzufriedenheit und irgendwann der explosive Kontrollverlust. Ein Fressgelage ohne Halt und mit später Reue.

Ein weiteres Problem: Weil ich nur auf die Kalorien achte, und nicht auf die Zusammenstellung meiner Mahlzeit, führe ich dem Körper genau die falschen Sachen zu. Weil Fett viele Kalorien hat, verzichte ich darauf, doch genau das ist falsch. Der Körper soll doch die Fettverbrennung erlernen! Wenn er Fett verbrennt, muss ich mir um zugeführtes Fett keine Sorgen machen, denn das verbrennt er ja.

Was viele Leute jetzt nicht wissen: Fettverbrennung ist kein automatischer Prozess, den man durch ein Kaloriendefizit einschalten kann. Die dominante Energieversorgung ist nämlich die "Zuckerverbrennung" (nenne ich jetzt mal so). Das heißt, der Körper verbraucht viel lieber die Kohlenhydrate, so dass er das wertvolle Fett (für schwere Zeiten) aufheben kann. Er hat gar nicht die Enzyme, die Fett verbrennen, weil er stattdessen ganz viele Anti-Zucker-Enzyme hat.

Wenn ich blind die Kalorien verringere, dann esse ich höchstwahrscheinlich weniger Fett, aber insgesamt mindestens genauso viele Kohlenhydrate wie vorher. Deshalb gibt es auch keine Abnahme. Denn der Glykogenspeicher, wo all die Kohlenhydrate gelagert werden, ist nach jeder Mahlzeit gut gefüllt. Der Körper kann daher ganz oft allein durch Kohlenhydrate sein Energieniveau aufrecht erhalten. Er hat gar keinen Grund, das Bauchfett anzuzapfen! Also nehme ich nicht ab.


Abnehmen ohne Zwänge: Kein Zwang zum Hungern, kein Zwang zum Sport


Image courtesy of hyena reality / freedigitalphotos.net

Natürlich ist Sport toll und gehört eigentlich zu einem gesunden Leben dazu. Ich weiß aber, dass viele Leute so unglücklich mit ihrem Gewicht sind, dass sie sich vom Sport keine Steigerung an Lebensqualität erhoffen. Zum Einen, weil Abnehmen durch Sport ein zäher Weg auf einen hohen Berg ist, zum Anderen, weil oft der Erfolg beim Abnehmen ausbleibt und man die Mühen und den Schweiß nicht an der Figur erkennen kann. Darauf folgt dann das totale Aufgeben und ein Gefühl des Versagens.

Deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass es den Übergewichtigen viel eher hilft, wenn sie zunächst ohne Sport abnehmen, und dann, wenn im Kopf das Wissen da ist und die Waage erste Erfolge zeigt, eventuell freiwillig anfangen, sich zu bewegen. Das kann gerne auch Jahre nach dem Abnehmen sein.

Mit dem Essen ist es genauso. Machen wir uns nichts vor: Sobald Ernährungsexperten ihren Patienten etwas von "ein Teller Gemüsestreifen" oder "Quark mit Salat" erzählen, runzeln die armen Übergewichtigen mit der Stirn. Die Lebensmittel erwecken keinerlei Begeisterung, Hunger ist vorprogrammiert und auf Dauer geht das so nicht und man bricht die Diät ab.

Auch hier denke ich: Erst muss es Spaß machen, lecker sein, dann kann man immer noch einen Gang zulegen und disziplinierter abnehmen, wenn sich die ersten Erfolge eingestellt haben.


Die Lösung - selbst erlebt!



Die Lösung der Probleme ist die Low-Carb-Diät. Diese Anleitung in 6 einfachen Schritten erklärt, wie man klug abnimmt, die Chemie des Körpers sich zunutze macht und das Maximum aus sich selbst herausholt, ohne dabei vom Sofa aufzustehen. Mein Bruder verlor 60 Kilo und fasst seine Ernährung mit dem Motto "einfach die Kohlenhydrate weglassen" zusammen. Genial einfach!

Was besonders schön ist: Sport ist keine Pflicht und viele leckere Gerichte sorgen für Sättigung und Wohlbefinden. Das kann man wirklich aushalten, es macht sogar Spaß. Viel besser jedenfalls als eine negative Energiebilanz zu berechnen und dann festzustellen: Ich nehme nicht ab!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweise zu den Kommentaren:

-bitte nur konstruktive und nicht zynische, böswillige oder ähnliche Kommentare. Ich bin auch nur ein Mensch.
-auch gut gemeinte Kommentare werden eventuell nicht veröffentlicht, wenn eine kommerzielle Absicht erkannt wird (Backlinks, gepostete Adressen).
-die Freischaltung kann eine Weile dauern.

Plugin für ähnliche Posts bei WordPress, Blogger...