Multivitaminsäfte - Wissenswertes Zum "Gesund" Und "Ungesund" Der Säfte

Mir wurde neulich wieder ziemlich übel, als ich über den Testbericht von Öko-Test gelesen habe, der sich auf Multivitaminsäfte bezog. Ich finde es erschreckend, wenn in Deutschland alle Zeitschriften und Magazine hinter falschen Behauptungen her rennen, die niemand richtig hinterfragt, stattdessen folgen alle blind wie die Falter, die ins Feuer fliegen.

Das Magazin Öko-Test hat Multivitaminsäfte unter die Lupe genommen - naja, mehr oder weniger. Es gibt nämlich ein Wort, was auf den 6 Seiten des Testberichts nicht ein einziges Mal vorkommt: Zucker. Kein Witz! Ich habe nachgeprüft. Es ist den Herrschaften also egal, wie viel Zucker ein Fruchtsaft hat. Das hat auf die Gesundheit des Konsumenten also nach Ansicht von Öko-Test keinerlei Auswirkungen, ist total egal. Ernsthaft?

Dass aber genau das absolut wichtig ist, habe ich bereits beschrieben (Fruchtsäfte).

Auf der anderern Seite ließt man dann davon, es gäbe "zu viele Vitamine" im Saft. Da habe ich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Es wird gewarnt vor Überdosierungen, vor Gesundheitsrisiken, vor Gefahren von Fruchtsäften.

Verstehe ich das jetzt richtig? Man soll aufpassen, dass man nicht zu viel Saft trinkt, wegen der Vitamine, aber wie viel Cola man in sich hineinschüttet, das ist den Leuten egal, wird sogar noch als Lifestyle vermarktet?



Die angebliche Gefahr durch Beta-Carotin


Image courtesy of  tungphoto / freedigitalphotos.net

Jetzt will ich aber wirklich zur Sache kommen. Öko-Test meint, viele Säfte seien nicht gesund wegen des Beta-Carotin, und bekommen deswegen (und nur deswegen) die Note 6.

Man bezieht sich auf Seite 2 des Berichts auf nicht näher genannte "Studien aus den 90er Jahren". Toll. Dort sei festgestellt worden, dass Beta-Carotin bei Rauchern zu erhöhtem Lungenkrebsrisiko geführt habe.

Halten wir kurz inne: Hier wird von Rauchern geredet. Das sind Menschen, die, so will ich es jetzt mal behaupten, nicht besonders viel Wert auf Vitamine legen, weil sie ohnehin wissen, dass sie ungesund leben. Ich stelle jetzt mal die tollkühne Behauptung auf, dass die meisten Menschen, die sich über das gesund bzw. ungesund der Säfte informieren, gar keine Raucher sind.

Warum ich das so betone? Weil ich neulich im Videotext lesen durfte, dass (bezüglich der Meldungen von Öko-Test) "Beta-Carotin das Lungenkrebsrisiko erhöhen kann". Verstanden, was ich meine? Aus "erhöht Krebsrisiko bei Rauchern" wird "erhöht Krebsrisiko".

Genau das ist die Mundpropaganda in den Medien, durch die falsche Aussagen noch mehr verfälscht werden.

Jetzt aber zu den Tatsachen: Das mit Beta-Carotin stimmt nämlich gar nicht, das ist gar nicht schädlich. Wer das ganz genau wissen will, liest diesen Artikel von Dr. Strunz: Beta-Carotin.

Die Erkenntnisse daraus:


  • Die Studie wird in den Medien nur auszugsweise zitiert
  • Es werden falsche Schlüsse gezogen
  • Alkohol hat die Ergebnisse verfälscht
  • Beta-Carotin schadet schlimmstenfalls nur Rauchern, die schwere Alkoholiker sind und es isoliert und ohne jegliche weitere Vitamine einnehmen (ist beim Fruchtsaft nie der Fall).


Meine persönliche Schlussfolgerung: Multivitaminsäfte werden als ungesund gebrandmarkt, weil ein einzelner Bestandteil, der in Kombination mit anderen Vitaminen gar nicht schädlich ist, in einer sehr fragwürdigen Studie angeblich schlecht abgeschnitten hat. Hier werden gar nicht die Produkte angegriffen (hätte man wegen dem Zucker nämlich machen können), es werden eigentlich eher die Vitamine angegriffen. Nach dem Motto: Soll ich also doch lieber Cola trinken?

Von den Lesern der Zeitschrift Öko-Test müssen also nur die alkoholisierten Raucher genauer hinhören. Die anderen können abschalten, denn die sind gar nicht angesprochen. Wie viele sind das? 99 Prozent?

Selbst das Magazin hat es zugegeben:

 "Unklar ist, ob eine erhöhte Zufuhr auch Nichtrauchern gefährlich werden kann".

Für mich der Inbegriff all dieser unfundierten Behauptungen.


Demnächst: DGE verbietet Karottensaft



Wenn die Panikmache vor Beta-Carotin weiter voranschreitet, dann wird der Verkauf von Karottensaft wohl bald verboten. Denn genau dieser Saft beinhaltet ja Unmengen des Stoffes, der ja angeblich ungesund und schädlich ist. Stimmt zwar gar nicht, aber irgendetwas muss ja die Schuld dafür kriegen, dass die Menschen in die Chemotherapie müssen. Gleichzeitig werden Raucher in ihrer Lebensweise bestärkt: "Man kann ja eh von allem Krebs bekommen, auch von Vitaminen". Es tut mir weh, weil ich solche Aussagen persönlich kenne.


Die Apokalypse: Werden Karotten auch bald verboten?



Vielleicht ist es in 20 Jahren dann soweit und Karotten dürfen nicht mehr verkauft werden, wegen ihres unnatürlich natürlichen Gehalts an Beta-Carotin. Auch Tiere dürfen nicht mehr so etwas essen, denn sie wissen ja gar nicht, was sie sich damit antun.


Zurück zur Wirklichkeit



Die Wahrheit ist: Beta-Carotin ist nicht nur unschädlich, es ist gesund und wichtig. Es ist die Vorstufe von Vitamin A. Es verhindert sogar Krebs, solange es vernünftig mit anderen Vitaminen kombiniert wird. Die Tiere tun das schon so, indem sie sich natürlich ernähren. Dazu gehört als Basis Gemüse, welches niemals nur einzelne Vitamine enthält, sondern immer auch eine Bandbreite anderer Stoffe, die sich gegenseitig unterstützen.

Leider weiß der Mensch hier nicht Bescheid. Er erstellt Studien, wo Menschen mit komplexen, nicht repräsentativen Gesundheitsrisiken (Raucher und Alkoholiker) isoliertes Beta-Carotin ohne jegliche weitere Vitamine bekommen. Das soll dann Aufschluss darüber geben, wie ein Multivitaminsaft (Multi heißt "viele", also viele Vitamine) bei normalen Menschen wirkt. Ist das nicht einfach nur absurd?

Kommentare:

  1. Öko-Test gehört zu dem Medienkonzern SPD. Ja genau, der Partei... Da kann man nichts glauben, die befriedigen ihre Lobbisten. Eher Stiftung Warentest glauben, die sind unabhängig.

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    1. Stimmt, endlich Einer der das beim Namen nennt. Klasse...

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