Hunde Und Kohlenhydrate

Da hab ich neulich im Fernsehen eine Werbung für Hundefutter gesehen, die hat mich stutzig gemacht. Dort hieß es nämlich "mit Kohlenhydraten für eine gute Energieversorgung" oder so etwas ähnliches.

In diesem Augenblick dachte ich: Moment mal, seit wann essen Hunde eigentlich Kohlenhydrate? Die stammen doch vom Wolf ab.

Ein Blick auf Wikipedia zeigt: Die Ernährung des Wolfs besteht fast ausschließlich aus Fleisch. Aus leckerem, gesundem Fleisch aus freier Wildbahn, daher auch mit vielen Omega-3-Fettsäuren. Ganz selten fressen Wölfe auch mal Äpfel, aber das ist die krasse Ausnahme. Wölfe haben also eine gesunde Energieversorgung aus Fett und liegen keineswegs schlapp im Wald herum, auch ohne Kohlenhydrate!



Die verdrehte Logik der "artgerechten" Ernährung


Image courtesy of Stuart Miles / freedigitalphotos.net

Die Gehirnwäsche der Medien beginnt dann, wenn man beim Hund von "artgerechter Ernährung" spricht. Hier hilft ebenfalls Wikipedia weiter:

"Genetische Untersuchungen legen nahe, dass der Hund sich im Verlauf der Domestikation wie der Mensch an stärkehaltige Nahrung angepasst hat".

Halt! Stopp! Verstehe ich das richtig? Artgerecht bedeutet also, man gibt dem Tier das, woran es vom Menschen gewöhnt wurde? Das ist genauso, wie wenn ich sage, Cola ist artgerechte Ernährung für den Menschen, weil dieses Getränk von der Industrie an den Menschen herangebracht wurde und er sich im Laufe der Jahrzehnte daran gewöhnt hat. Geht's noch?!

Und nur, weil ein Tier sich im Laufe der Zucht an das Essen von Menschen gewöhnt, heißt dies nicht, dass es sich hierbei um natürliche, artgerechte Nahrung handelt. Der Hund passt sich der Nahrung an. Leider macht man nicht das Gegenteil und passt die Nahrung den Bedürfnissen des Hundes an.

Warum aber bekommen die armen Samtpfoten nur diese Kohlenhydrate? Auch hier gibt es eine Erklärung, gegeben von der Tierheilpraktikerin Manuela Jacobs (Quelle):


Es (Getreide) ersetzt bei den billigeren Futtersorten in der Regel auch Fleisch als natürliche Eiweißquelle des Hundes, denn Fleisch ist viel teurer als Getreide.

Und jetzt schließen wir den Kreis mit einem Hinweis darauf, was diese ach so artgerechte Ernährung bei unseren Vierbeinern anrichtet: Krebs beim Hund.

Demnach gehören Krebstumore zu den häufigsten Todesursachen. Zwar wird natürlich Bezug genommen auf schädliche Umwelteinflüsse wie Abgase und dergleichen, aber dass Kohlenhydrate die Nahrung der Krebszellen sind, dass ist noch nicht so stark in die Tiermedizin vorgedrungen, was aber auch daran liegt, dass es noch nicht einmal in der Humanmedizin so offen auf den Tisch gelegt wird.

Dennoch finde ich, dass die Parallelen zwischen Mensch und Hund schon faszinierend sind. Beide essen Kohlenhydrate, weil sie sich daran gewöhnt haben. Beiden wird vorgegaukelt, das sei eine natürliche Ernährung (als hätten wir schon immer Getreidemehl und Pommes gegessen) und beide werden von einer Lebensmittelindustrie kontrolliert, die gerne Fakten verdreht.

Ich hatte übrigens mal eine Katze. Die wurde 18 Jahre alt. Hatte am Ende Krebs am Gebiss, ziemlich unschöne Sache. So allmählich frage ich mich auch, was in dem Futter so drin war. 18 Jahre Industriefutter prägen ja das Leben einer Katze schon sehr stark.

 Hunde und Katzen können sich nicht wehren. Wir schon.

Kommentare:

  1. du hast da so recht! was die lebensmittelindustrie so anstellt ist echt heftig... und das was du da erzählst ist ja nur ein beispiel, von vielen.
    sehr interessante seite, mit vielen sehr guten posts! weiter so. (:

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  2. Hm, ich weiß nicht... wenn es jetzt um sowas wie Zusatzstoffe ginge, ok, und klar stellt die Lebensmittelindustrie jeden möglichen Mist an... aber die Ernährungsweisen haben sich ja immer schon angepasst, z.B. hätte sich das menschliche Gehirn nicht entwickeln können, wenn die Ahnen des Menschen nicht angefangen hätten, Fleisch zu essen. Gleich alles, was nicht schon immer gefressen wurde, als "nicht artgerecht" zu bezeichnen, finde ich etwas übertrieben. Als der Mensch angefangen hat, den Wolf zu domestizieren, hat sich noch keiner Gedanken über gesunde Ernährung gemacht, da konnten Mensch und Tier froh sein, wenn sie überhaupt etwas zu essen hatten, und so hat sich das halt entwickelt. Man muss diesen Prozess sicher nicht künstlich umkehren, um sein Tier gesund zu ernähren =)

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    1. Hallo Héloise,

      danke für den Kommentar. Ich finde es wichtig, zu unterscheiden zwischen genetischer Anpassung und dem doch relativ raschen Wechsel in der Ernährung bei Hunden. Was du über den Menschen gesagt hast, das ist eine Entwicklung über viele, viele Jahre (mehr, als man sich vorstellen kann). Doch die Entwicklung vom Wolf zum Hund hat sich relativ rasch vollzogen, und es ist nunmal so, dass sich die anderen Vierbeiner in der Welt (Wölfe, Dingos, Füchse) doch eher am Fleisch orientieren und nicht an Mehl. Und das schlägt sich irgendwo auch in den Genen (und deren Reaktion in Bezug auf Krankheiten) nieder.

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