Smoothies Und Fruchtsäfte: Ungesund Mit Ausnahmen

Sind Smoothies ungesund, sind Fruchtsäfte ungesund, ist überhaupt irgendetwas gesund?

Viel wird über diese Getränke geredet. Heute möchte ich mich dem Thema genauer widmen. Wer es vorab schon einmal wissen möchte: Ja, es gibt ungesunde Smoothies und Fruchtsäfte. Aber es gibt auch gesunde Varianten. Was so schädlich an den Säften sein kann und wie man gesundheitsfördernde Sorten erkennt, erfährst du hier.


Fruchtsäfte, Smoothies und Cola - eine ungesunde Ähnlichkeit



Dass Cola als Getränk nicht gerade gut für die Zähne ist und auch als Dickmacher gilt, muss ich hier nicht besonders erläutern. Die Logik versteht eigentlich jeder. Es handelt sich um eine sehr köstlich schmeckende, aber stark zuckerhaltige Flüssigkeit. In dieser speziellen Form, in der noch nicht einmal der Magen irgendetwas zersetzen muss sondern die Zuckerstücke quasi in den Körper hineingeschwemmt werden, ist ein rascher Blutzuckeranstieg und ein anschließender Absturz vorhersehbar.

Doch was ist mit dem Fruchtsaft und Smoothie? Die sind doch so voll mit Vitaminen und all diesem gesunden Zeug, oder?

Naja, hier das Problem: Was den Zucker angeht, sind die drei gleichauf. Hier ein Vergleich:




Kohlenhydrate (100 ml)

9,0 g
11,9
10,6 g
-davon Zucker

9,0 g
11,9
10,6 g
Kohlenhydrate pro Glas (300 ml)
27,0 g
35,7
31,8 g
-davon Zucker
27,0 g
35,7
31,8 g







Dabei möchte ich betonen, dass es sich hier um den Vergleich zwischen einem Direktsaft, einem Smoothie und einer Limonade handelt. Bei einem Fruchtnektar wäre das Ergebnis seitens des Orangensaftes noch verheerender.

Um den Unterschied zu verdeutlichen: Wenn Coca Cola seinen Zuckergehalt um etwa 15 Prozent senken würde, dann wäre das dunkle Erfrischungsgetränk gleichauf mit dem Obstsaft. Und gute 12 Prozent muss Coca Cola zulegen, um dem Smoothie paroli bieten zu können. Leider muss man also vorerst festhalten: Smoothies ungesund. Fruchtsäfte ungesund.

Egal, wie man sich die Sache anschaut, allein 27 Gramm Zucker auf einen Schlag ist eine Menge. Und es handelt sich um puren Zucker, keine komplexen Kohlenhydrate, da gibt es also nichts, was vom Körper noch irgendwie aufgebrochen werden muss. Zusätzlich kommt dieser Zucker in flüssiger Form in den Körper, das ermöglicht einen nahtlosen Übergang in die Blutbahn. Mit schlimmen Folgen.


Zucker überschattet alle Vitamine


Image courtesy of tiverylucky / freedigitalphotos.net


Hier nun das Hauptproblem aller drei Getränkesorten: Egal,. was sonst noch drin stecken mag, der Zucker macht im Prinzip alles kaputt.

Viele werden jetzt sagen: "Aber da sind doch so viele tolle Vitamine in den Smoothies und Fruchtsäften!"

Dagegen sage ich ja auch nichts. Aber leider besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Vitaminen und Zucker. Sie stehen nämlich in einer gewissen Konkurrenzsituation zueinander. Ich zitiere aus dem Buch "Mir geht's gut!" von Chemiker Dr. Dirk Klante:

"Vitamin C kann im Extremfall einen enormen Wirkungsverlust erleiden, wenn die zugeführten Zuckermengen zu groß sind".

Und weiter heißt es:

"Für eine optimale Gesundheit muss das Mengenverhältnis von Zucker zu Vitamin C in der Nahrung möglichst klein sein. Das bedeutet: Zucker sollte weitgehend gemieden werden..."

Wen es interessiert: Mir geht's gut!: Was Vitamine & Co wirklich leisten

Also kann man sagen, dass der Zucker alleine bereits die positive Wirkung der Vitamine aushebelt, neutralisiert. Im Prinzip heißt das fast schon, dass man genauso gut gleich nach dem Geschmack entscheiden kann, was man trinkt. Ich hoffe allerdings, dass wenigstens ein paar der Vitamine und Mineralien geringfügige Wirkung zeigen.

Leider kommen jetzt noch einige weitere negative Effekte hinzu. Heißhunger und Zuckersucht beispielsweise.


Zuckersucht und Heißhunger verschlechtern die Gesundheit



Das Prinzip dahinter ist einleuchtend. Ich trinke ein Glas von irgendeinem der zuvor genannten Getränke. Mein Blutzuckerspiegel steigt rapide an. Die Bauchspeicheldrüse bekommt Wind davon. Und reagiert mit der Ausschüttung von Insulin. Dieses Hormon hat die Aufgabe, einem jetzt das Leben zu retten, denn der Zucker nagt an den Blutgefäßen wie an den Zähnen. Also muss der Zucker raus aus dem Blut.

Da gibt es nur einen Weg: Schnell in die Fettzellen.

Aber was passiert danach? Jetzt kommt der zweite Schritt im Teufelskreis. Das Hormon Insulin wurde viel zu stark ausgeschüttet. Daran ist der Mensch nun einmal nicht gewöhnt. Hochkonzentrierte Fruchtsäfte mit hohem Zuckergehalt und maschineller Fertigung gibt es erst seit einigen Jahrzehnten. Das kennt der menschliche Körper aus genetischer Sicht nicht.

Die Zuckermenge war so stark, dass der erhöhte Hormonausstoß für eine übersteigerte Wirkung gesorgt hat. Nach ein paar Minuten ist im Blut plötzlich ganz wenig Zucker. Man fängt an zu zittern, fühlt sich schwach, braucht plötzlich ganz schnell wieder Zucker. So hüpft man von einem Glas zum nächsten, und am besten gibt es dazu noch Schokolade.

Dass das dann natürlich zu Diabetes führt, auf lange Sicht, ist klar. Aber nur zur Absicherung hat das auch die Harvard Uni festgestellt und sagt:

"Skip the juice, go for the whole fruit".
"Lass den Saft weg, iss gleich die ganze Frucht".


Und selbst da gibt es natürlich wieder Zucker. Aber ich habe bereits eine Liste mit den Früchten zusammengestellt, die am wenigsten Zucker haben.

Damit ist jetzt insgesamt erklärt, warum Fruchtsäfte ungesund sind und warum auch Smoothies ungesund sein können, zumindest in der Regel. Denn als nächstes schauen wir, wo es Hoffnung gibt.


Müssen Fruchtsäfte und Smoothies ungesund sein?



Im Unterschied zu den meisten Magazinen im Internet reicht es mir nicht aus, auf die süßen Getränke mit guter Absicht einzutreten. Denn ich habe so das unterschwellige Gefühl, dass man damit irgendwie auch die Limonade wieder besser dastehen lassen will. So nach dem Motto:

"Ist eh alles ungesund, da kann ich auch Cola trinken". 

Genau diese Haltung traue ich einigen Menschen, die ich kenne, sehr gut zu. Das sind meistens auch dieselben Menschen, die sagen, Rauchen sei nicht so schlimm, da man ja von verkohltem Toast auch Krebs kriegen könne, oder weil man ja am nächsten Tag von einem Auto überfahren werden könne.

Das nennt man Fatalismus. Sich mit seinem Schicksal abgeben. Man kann ja sowieso nichts beeinflussen.

Jetzt aber zurück zu den Säften und Smoothies. Ungesund müssen die gar nicht sein. Da kann man nämlich etwas ändern.


Gemüsesäfte und grüne Smoothies - eine Alternative



Ein relativ leichter Trick, den man sich gut merken kann, ist, dass man von Obst auf Gemüse umsteigt. Also lieber Gemüsesäfte statt Fruchtsäfte. Ungesund sind nämlich vor allem die Obstsäfte. Man kennt das ja: Obst hat viel  Zucker, Gemüse generell weniger.

Meistens ist der Gemüsesaft im Supermarkt auch gleichzeitig ein Saft, der hauptsächlich aus Tomaten besteht. Manche Leute lieben das, andere nicht so sehr. Das sollte man vorher beachten, bevor man einen Saft kauft. Es gibt da noch eine andere Variante: Den Karottensaft. Dieser Saft ist richtig toll. Er hat um einiges weniger Zucker, schmeckt dadurch weniger süß, und hat extrem viel Provitamin A.

Man kann sich die Säfte natürlich auch selbst mixen. Dann kann man sogar Früchte benutzen, Avocado oder Beeren zum Beispiel. Die haben sehr wenig Zucker und wenn die Mengen stimmen, kann man auch ein gutes Endergebnis bekommen.

Bei Smoothies gibt es die Möglichkeit, total auf "grün" umzusteigen. Aber dann sollte man nicht nur auf die Farbe achten. Ich habe im Internet schon Rezepte gesehen, da wurden Spinat und andere grüne Gemüsesorten in den Mixer gesteckt. Mit durchaus leckeren Ergebnissen, wie es schien. Man kann sich jeweils am Nährstoffwert des Ursprungsgemüses orientieren. Wenn das wenig Kohlenhydrate hatte, dann wird der daraus entstandene Smoothie auch in Ordnung sein.

Übrigens konnte ich bisher nicht eindeutig bestätigen, ob es grüne Smoothies mit wenig Kohlenhydraten zu kaufen gibt. Wenn jemand etwas genaueres weiß, dann freue ich mich auf Kommentare!


Wenn es trotzdem Fruchtsaft sein soll



Viele Leute wollen nicht komplett auf ihre Fruchtsäfte - ungesund oder nicht - verzichten. Ich selbst will mich da gar nicht ausschließen. Aber es gibt Möglichkeiten, den Zuckergehalt zu senken, und sich selbst, seiner Gesundheit und seinem Gewicht einen Gefallen zu tun.


1. Als Schorle oder Wasser den Saft "strecken"

Am besten, man mischt Wasser und Saft in einem Verhältnis von 2 zu 1. Maximal 1 zu 1. Dadurch wird der Zuckergehalt mindestens halbiert, und ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Wasser der Zucker insgesamt etwas verschwemmt wird. Er gelangt also weniger hochkonzentriert in den Magen, wodurch das Ganze weniger schädlich wird.


2. Sprudelnder Vitamindrink mit etwas Saft

Meine Lieblingsvariante. Ich fülle ein Glas fast voll mit Wasser, werfe eine billige Vitamintablette aus dem
Supermarkt in das Glas, und wenn das Sprudeln vorbei ist, gibt es noch einen kleinen Spritzer Fruchtsaft in das Glas. Die Vitamintablette sollte den Lieblingsgeschmack beinhalten, bei mir zum Beispiel sehr gerne Orange.

Zwar sind die Vitamine in der Tablette relativ schwach dosiert, aber man kann dadurch Kohlensäure in das Wasser bekommen, ohne gleich Mineralwasser benutzen zu müssen. Der Geschmack ist auch stärker, als wenn man Mineralwasser mit wenig Obstsaft mischt. Der Zuckergehalt ist sehr niedrig, trotzdem erfrischt das Getränk unglaublich. Besonders im Sommer, wenn dann noch Eiswürfel benutzt werden, ist die Erfrischung garantiert.


3. Frisch pressen und dann benutzen

Am besten ist es doch, man presst seinen Saft selbst. Dadurch ist die Menge bereits limitiert, denn wer möchte schon gleich 5 Orangen am Stück ausquetschen? Gleichzeitig gelangt das Fruchtfleisch mit in den Saft. Und das ist gut so, denn die sekundären Pflanzenstoffe haben besondere gesundheitliche Effekte. Zum Beispiel kann das Fruchtfleisch von Zitronen die Effektivität von Vitamin C steigern.

Auch hier lohnt es sich, in irgendeiner Form mit Wasser zu mischen.


Fazit



Dass Fruchtsäfte ungesund sind, ist teilweise richtig, daran kann man aber etwas ändern. Ob Smoothies ungesund sind, so ganz pauschal gesagt, bezweifle ich. Immerhin sind da auch viele Pflanzenfasern drin, und der Smoothie ist ja dadurch auch dickflüssiger. Ich habe gezeigt, dass besonders der Ausgangsstoff wichtig ist: Frucht oder Gemüse? Und je nach dem, lohnt sich auch ein Blick auf dieses jeweilige Lebensmittel.

Und Alternativen sollte man nicht vergessen. Statt Orangensaft, Traubensaft oder Apfelsaft auch mal Karottensaft probieren. Oder eben Gemüsesaft, wenn man den Geschmack mag. Wichtig ist aber immer der Blick auf die Rückseite der Packung!

Obwohl Fruchtsäfte ungesund sein können, kann man sie so mischen, dass der Zucker nicht mehr allzu stark ins Gewicht fällt. Das ist auch möglich bei Smoothies. Ungesund oder schädlich muss also keines der Getränke sein.

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