Kohlenhydratfreie Ernährung Ist NICHT Ungesund!

Immer wieder lese ich im Internet, dass kohlenhydratfreie Ernährung ungesund, schädlich oder gefährlich sei. Ich will heute dagegen argumentieren, und Beispiele liefern, warum die No-Carb-Diät, wie ich sie propagiere, durchaus gesund ist.

Hier eine kleine Übersicht, was hier gleich auf uns zukommt:

  • Von Messern und Autos
  • Sind Übergewichtige dumm?
  • Fastfood ist eh schon schlecht
  • Was alles "no carb" ist, ohne dass wir es glauben
  • Fazit

Ich werde auch eine kritische Quelle zitieren, so dass diejenigen Leser, die sich leicht verunsichern lassen, auch einmal die Gegenseite zu sehen bekommen, und erleben, warum nicht alles, was gesagt wird, immer gleich wahr ist.


Von Messern und Autos



Jedes Jahr sterben tausende Menschen durch Messer und Autos. Sind Messer gefährlich? Sind Autos gefährlich? Das kann man relativ beantworten: Sie sind gefährlich, wenn man nicht aufpasst, fahrlässig ist, oder wenn man in Unkenntnis handelt.


Dadurch aber zu schließen, man sollte von Autos als Fortbewegungsmittel abraten, weil hin und wieder ein betrunkener Idiot gegen einen Baum rast, ist doch wirklich absurd. Damit würde man doch die gesamte Weltwirtschaft lahm legen.

Aber genau das scheint in Bezug auf kohlenhydratfreie Ernährung der Fall zu sein. Man erzählt uns,  es gäbe Menschen, die sich ohne Kohlenhydrate ernähren, und dadurch krank würden. Und damit wird die gesamte Diät als solche verteufelt. Unter welchen teilweise sehr dubiosen Umständen die wissenschaftlichen Studien hierzu entstehen, das wird oft nicht genannt.

Die Diät wird nicht mehr zum Instrument, sondern zum Täter. Die Diät ist schuld, dass Leute Herzkrankheiten entwickeln. Ist das so? Dann wäre das Auto am Tod des Fahrers schuld. Und das Messer wäre der Mörder.


Sind Übergewichtige dumm?



Diese Frage muss man stellen, wenn man sich mit den Argumentationen der Kritiker auseinander setzt. Hier ein Beispiel: Kohlenhydratfreie Ernährung schadet Ihrem Herz.

Die Autorin beschreibt darin, dass kohlenhydratfreie Diäten "wie das Schlaraffenland" wirken würden, weil man statt der üblich empfohlenen Salate, Vollkornbrote und Obstsorten lieber Wurst, Sahne und Fleisch essen würde.

Hier mein Einwand: Zum Einen erzählt uns die deutsche Gesellschaft für Ernährung (und ihre Schwesterbehörden in Österreich und der Schweiz) seit Jahrzehnten, dass wir Vollkornbrot essen sollen. Die Gewichtsprobleme der Menschen haben sich aber dadurch nicht verändert. Viele Übergewichtige geben gerade deswegen ihre Diät auf, weil sie auf die Vollkornlüge hereinfallen - Kohlenhydrate ständig nachzuliefern, hilft definitiv nicht beim Abnehmen (mehr dazu unter: Der Mythos vom Treppensteigen).

Zum Anderen: Sich tagaus, tagein von Wurst, Fleisch und Sahne zu ernähren, ist schon ziemlich unwahrscheinlich. So einseitig denken doch oft nur deutschsprachige Naturwissenschaftler. Erstens kenne ich niemanden, der eine Diät so dermaßen einseitig auslegt, und zweitens muss man sogar hier noch unter den Lebensmitteln unterscheiden.

Es gibt nämlich sogar Wissenschaftler, die sich jahrelang ausschließlich von Fleisch ernährt haben. Darunter auch einer, der jahrelang mit Eskimos lebte, die tatsächlich so leben und gesund sind (Wen es interessiert - leider nur auf englisch).

Fleisch allein ist nicht das Problem. Dass Wurst und Sahne ungesund sein können, na gut, das stimmt, ist aber gesunder Menschenverstand. Zu behaupten, die Diät sei das Problem, entmündigt die Diättreibenden und stellt sie als dumm dar. 
Übergewichtigen traue ich aber zu, dass sie überblicken können, dass man nicht nur Wurst und Sahne aus dem Supermarkt essen sollte. Und übrigens: Eine kohlenhydratfreie Ernährung kann sogar Gemüse beinhalten! Wer hätte das gedacht? Doch dazu später mehr.


Fastfood ist eh schon schlecht



Wenn man sich die Befürchtungen der Medien und einzelner deutscher Wissenschaftler anschaut, würde man glatt auf die Idee kommen, dass eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten die Menschen gewaltsam aus einem Paradies herausreißen würde.

Jedoch sollte man auch mal schauen, was denn normale Menschen, die keiner Diät folgen und auch nicht abnehmen wollen, so essen. Und da muss ich sagen: So gesund ist das auch nicht. Fastfood gibt es, wenn man keine Lust hat zu kochen. Und selbst, wenn man sich selbst etwas herstellt, sind überall wertlose Kohlenhydrate: Nudeln, Toast, Croissants, Pommes Frittes und so weiter.

Was die Gegner über kohlenhydratfreie Ernährung behaupten, ist praktisch, dass das ja alles gar nicht geht, so ohne Kohlenhydrate. Dass das ja gefährlich sei!

Aber ich frage mich: Was ist denn so toll an den Nudeln, selbst wenn sie Vollkorn sind? Ich habe mir beide Nudelarten im Supermarkt angeschaut, und die hatten jeweils gleich viel Zucker, gleich viele Kalorien, und beide hatten gleich viele Vitamine und Mineralstoffe: Null.

Wozu braucht man denn diesen Müll? In der Nachkriegszeit war das Brot wertvoll, denn da waren die Leute teilweise dünn und brauchten die Energie, um die Städte wieder aufzubauen. Aber wer heute die hundert Meter zum Supermarkt nicht mehr ohne Auto schafft, der braucht auch keine leeren Kohlenhydrate mehr!

So gesehen kann man sagen: Das, was der durchschnittliche Deutsche (Österreicher, Schweizer) so zu sich nimmt, das hat kaum gesunde Inhaltsstoffe.


Was alles "no carb" ist, ohne dass wir es glauben



Image courtesy of Rakratchada torsap / freedigitalphotos.net



An dieser Stelle will ich einige Lebensmittel nennen, die eine kohlenhydratfreie Ernährung darstellen, aber trotzdem gesunde Inhaltsstoffe haben. Mehr dazu kann man übrigens in meinem Artikel über Lebensmittel ohne Kohlenhydrate nachlesen.

Fisch

Was ist so toll daran? Omega-3-Fettsäuren. Aber darüber haben die Kritiker ja nie geredet. Fleisch, Wurst und Sahne, das sind ja die einzigen Dinge, die die Übergewichtigen in sich hineinschaufeln. Ja, klar.

Gesunde Öle

Olivenöl, Walnussöl und so weiter. Damit kann man gut kochen. Manche Öle eignen sich auch gut für Salate. Gesunde Fette sind hier inbegriffen. Aber nein, die dummen Übergewichtigen benutzen ja sicher nur Butter zum Kochen. Ist doch so, liebe Wissenschaftler, oder?

Eier

Man kann mehrere Eier essen, ohne auf ein einzelnes Gramm Kohlenhydrate zu kommen. Aber halt! Da war doch was... ach ja, genau. Eier sind ja ein Nahrungsmittel des Teufels, denn da ist ja das böse Cholesterin drin. Oder hat uns da wieder jemand einen Bären aufgebunden?

Tatsächlich! Vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler in ihrer unendlichen Weisheit herausgefunden, dass Cholesterin in der Nahrung gar keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Körper hat. 

Stattdessen heißt es jetzt häufiger, dass die Ernährung generell (also wie fettig / ungesund man sich ernährt) einen Einfluss auf das Cholesterin im Körper hat. Das ist jedoch etwas komplett anderes als das, was uns jahrelang erzählt wurde.

Wer es noch einmal nachlesen möchte, hier ein sehr anschaulicher Artikel: Die Wahrheit über Cholesterol.

Zwei Dinge liefern trotzdem einen bitteren Nachgeschmack. Erstens: Die Nahrungsindustrie macht weiter große Geschäfte mit der Angst um das Cholesterin. Und zweitens: Eier sind ein wirklich gutes, gesundes Nahrungsmittel, welches hier eine Rufschädigung erfahren hat. Eier enthalten alle essentiellen Aminosäuren, die ein Mensch braucht, sowie zahlreiche Vitamine!

Brunnenkresse

Dass Kresse gesund ist, habe ich schon in der Schule gelernt. Netto hat die Kresse auch nur unter ein Gramm Kohlenhydrate - wohlgemerkt auf 100 Gramm! Aber Kresse ist so leicht, dass man sich schon anstrengen muss, um so viel zu bekommen. Also ist Kresse frei von Kohlenhydraten, und das als Gemüse, welches Vitamine enthält!

Endiviensalat

Ich habe ausgerechnet, dass dieser Salat nur 0,25 Gramm Kohlenhydrate netto auf 100 Gramm hat. Man kann also 400 Gramm, fast ein halbes Kilo, pro Tag (!) essen, und ist trotzdem noch innerhalb der Regeln einer kohlenhydratfreien Diät.

Noch dazu hat diese Salatsorte wieder einmal etliche Vitamine und Mineralstoffe. Wer möchte jetzt noch behaupten, die Diät sei gefährlich? Ist doch Unsinn! Gefährlich ist, wenn man sich nicht ausgewogen ernährt, doch das ist hier möglich!

Die Liste geht übrigens noch so weiter: Sellerie, Radieschen, Spargel, Avocado - alles de facto ohne Kohlenhydrate, wenn die Menge nicht zu hoch ist.


Fazit



Statt der Sache die Schuld zu geben (Messer, Auto, Diät), sollte man sich selbst an die eigene Nase fassen. Ich bin der Meinung, dass jemand, der sich für eine Diät entscheidet, in den allermeisten Fällen schon gesünder lebt als vorher. Denn Diät zu betreiben heißt auch, bewusster zu leben. Da achtet man genau drauf, was man in sich hinein schaufelt.

Und wer nur einen Hauch von Menschenverstand  besitzt, der wird auch nicht ein höheres Herzinfarkt-Risiko bekommen. Selbst die Verfechter von No-Carb-Diäten (Kohlenhydratfreie Ernährung) legen Wert darauf, dass man sich ausgewogen ernährt. Da sind dann zwar Phasen dazwischen, wo man eine Zeit lang kein Gemüse isst (kann sein, muss aber nicht sein), doch insgesamt sollte es klar sein, dass man Grünzeug essen sollte. Außerdem gibt es ja immer noch Nahrungsergänzungsmittel, doch die wurden den Probanden in den Studien, die Herzinfarkte beweisen sollten, sicher nicht gegeben.

Und selbst, wer eine Weile kein Grünzeug isst, möge sich an die Eskimos erinnern, die ja auch irgendwie gut ausgekommen sind - wobei das Fleisch, welches diese aßen, nicht aus dem Supermarkt kam, sondern direkt aus der Natur.

Ein letzter Appell noch: Nicht das, was man mal ein halbes Jahr lang isst, um abzunehmen, ist die Gefahr. Das Übergewicht, welches man jahrelang mit sich herumschleppt - das ist gefährlich, schädlich, ungesund. Vielleicht sollten unsere lieben Wissenschaftler sich mal lieber darauf konzentrieren, anstatt diejenigen Diäten zu verteufeln, die wenigstens dahingehend Abhilfe schaffen.

Denn außer dem Ratschlag, Kalorien zu zählen und Vollkorn zu essen hat die deutsche Gesellschaft für Ernährung noch nichts zustande gebracht, was Übergewichtigen helfen soll.

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