Jodhaltige Lebensmittel - Top 8 Der Jodhaltigsten Nahrungsmittel

Mitteleuropa ist nach wie vor ein Jodmangelgebiet. Daher ist es für uns Menschen im deutschsprachigen Raum besonders wichtig, Jodmangel vorzubeugen und die verschiedenen Jodquellen zu kennen, die nicht immer aus der "normalen" Nahrung entspringen müssen. Manchmal sind es nämlich gerade exotische Lebensmittel, die relativ einfach alle Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beseitigen können.

Wer es vorab schon einmal wissen will: Algen sind die unumstrittene Nummer 1 im Jodgehalt. Wer das Seegras auch nur in kleinen Mengen zu sich nimmt, hat ausgesorgt. Wer Sushi liebt, der bekommt außerdem die volle Breitseite Jod, sowohl aus der Alge, als auch aus den Meerestieren, die mit dem Sushi verspeist werden.

Doch selbst, wer kein Seegras mag, kann gerne zu anderen Mitteln greifen. Hier die jodhaltigsten Nahrungsmittel, die es gibt.


Jodhaltige Lebensmittel




1. Algen / Seegras


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Um den Tagesbedarf von 200 µg (Mikrogramm) zu decken, reichen durchschnittlich schon 4 Gramm Algen aus! Gerade wegen dieser unglaublich kleinen Mengen, die man auf einer Küchenwaage kaum wiegen kann, muss man bei der Dosierung etwas aufpassen. In manchen Fällen erreicht eine Portion von etwa 7 Gramm bereits 4500 µg, woran man die Schwankungen des Jodgehalts sehr gut erkennen kann.


Natürlich hat eine einmalige Überdosierung keine negativen Folgen. Wer also hin und wieder mehrere Rollen Sushi isst, braucht sich keine Gedanken zu machen. Aber wer jeden Tag Algen isst, um seinen Jodbedarf zu decken, sollte aufpassen.

Ich persönlich betrachte Algen als Turbo für den einmalige Gebrauch, wenn ich lange Zeit keine jodhaltigen Lebensmittel zu mir genommen habe. Dadurch kann die Schilddrüse richtig gut in Schuss gebracht werden, um zum Beispiel abzunehmen (mehr dazu hier: Schilddrüse anregen zum Abnehmen).

Mein Tipp also: Ruhig mal Seegras probieren, gerade wenn man Jodmangel hat. Asiaten essen Algen übrigens teilweise sogar als Snack. Die haben keine Probleme mit der Verträglichkeit. Kaufen kann man das Grünzeug sehr gut in asiatischen Lebensmittelläden. Eine prima Jodquelle!



2. Himalayasalz


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Dieses ungewöhnliche und sicher auch seltene Nahrungsmittel beinhaltet pro Gramm 500 µg an Jod. Da man dieses Salz sehr sparsam benutzt, ist es gut geeignet, um Jodmangel auszugleichen und den Jodbedarf zu decken. Allerdings kann man da genauso gut auch angereichertes Jodsalz aus dem Supermarkt nehmen. Zumindest wissen wir jetzt, dass der Himalaya kein Jodmangelgebiet ist.




3.  Fisch


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Fische und sonstige Meerestiere geben sich beim Jodgehalt die Klinke in die Hand, so dass es schwer ist, eindeutig zu sagen, welche Spezies die beste Jodquelle ist. Deswegen unterscheide ich hier lediglich in Fische und sonstige Meerestiere und nenne für jede Gruppe die besten Jodquellen.

Ganz weit oben ist bei den Fischen der Kabeljau anzutreffen, der 170 µg Jod pro 100 Gramm liefert. Beim Brathering sind es ab und an 130 µg, beim Bückling etwa 53 µg, ähnliche Werte weisen Heilbutt, Flunder, Hering und Lachs auf. Eine Dose Thunfisch liefert 34 µg.

Generell kann man sagen, dass regelmäßiger Fischkonsum Jodmangel beheben kann. Wer sich also im gesunden Mittelmaß bewegen möchte, der deckt den Bedarf, verhindert Mangel und wird sich auch keine Überdosis zuführen.




4. Meeresfrüchte


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Meerestiere außer den Fischen können auch sehr jodhaltige Lebensmittel sein. Inzwischen dürfte klar sein, dass Jod vor allem im Meer vorkommt. Dies ist auch der Grund, warum gerade Länder wie Japan, die rundherum am Meer gelegen sind, kein Jodmangelgebiet darstellen.

Die Auster weist 58 µg Jod auf, Garnelen 130 µg und dasselbe gilt auch für die Miesmuschel. 

Eine kleine Regelkunde am Rande: Meeresfrüchte beinhalten in der Regel mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als Fische. Das ist auch der Grund, warum Austern wegen ihres hohen Zinkgehalts als Potenzmittel und Aphrodisiakum gelten. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass Meeresfrüchte dafür auch Schadstoffe und Schwermetalle eher sammeln, als dies Fische tun.




5. Jodsalz / Iodiertes Speisesalz



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Ein einzelnes Gramm beinhaltet 77 µg Jod. Damit ist man auf der sicheren Seite und kann sein Essen gut salzen. Es gibt so gesehen keine einfachere Methode, den Jodbedarf zu decken, als mit iodiertem Salz (manchmal handelt es sich dabei um Meersalz mit Jod) zu würzen. Selbst Discounter-Supermärkte führen diese Produktsorte eigentlich immer im Angebot.




6. Milchprodukte


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Hier muss man aufpassen! Manche Milchsorten beinhalten gute Mengen an Jod, so zum Beispiel eine belgische Milchsorte, die 580 µg auf einen Liter aufwies. Allerdings lässt sich das nicht einfach so auf andere Milchsorten übertragen. Zwar werden manchmal 152 µg als Höchstwerte bei normaler Milch pro Liter genannt, es können aber auch nur 3 µg sein. Der Normalwert soll bei durchschnittlich 20 µg pro Liter liegen. Bei Biomilch kann es 10 Mal mehr Jod sein. Hier werden also wieder Schwankungen erkennbar.

Der Grund könnte wieder einmal daran liegen, dass deutsche Milch aus einem Jodmangelgebiet kommt. Sicherlich geht das an den Kühen nicht spurlos vorbei, denn das Gras im deutschen Boden hat wirklich wenig Jod.

Bei Joghurt gelten ähnliche Regeln. Zwischen 3,5 und 105 µg ist alles möglich, es ist jedoch eher davon auszugehen, dass Standardprodukte aus Deutschland selbst nicht ganz so weit oben rangieren wie Milchprodukte im weltweiten Durchschnitt.

Bei Käse kann der Jodgehalt höher liegen als bei den anderen Milchprodukten, da die Milch hier in konzentrierter Form vorliegt. Schafkäse mit 50 Prozent Fett wird dabei teilweise sogar mit 114 µg angegeben.




7. Mineralwasser


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Wenn man an jodhaltige Lebensmittel denkt, fällt einem nicht unbedingt sofort Mineralwasser ein. Doch manche Sorten gehören zu den besten Jodquellen, die man sich vorstellen kann. Darunter befindet sich auch das österreichische Mineralwasser Sicheldorfer, welches einen Jodgehalt von 1320 µg pro Liter hat. So gesehen muss das Getränk natürlich auch in dieser Liste auftauchen. Genaue Angaben sollte man aber vorher beim Hersteller erfragen, denn Wasser ist nicht gleich Wasser.




8. Fleisch und Eingeweide


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Fleisch, besonders aber Tierorgane, speichern gerne Mineralien, die auch für den Menschen sinnvoll sind. Da ist natürliches Jod auch häufig zu finden.

Nach den Statistiken, die ich auftreiben konnte, haben Rinderherz, Rinderleber und manchmal sogar Rindfleisch selbst um die 20 µg Jodgehalt pro 100 Gramm. Gerade aber beim Fleisch schwanken diese Werte wieder, so dass es statt 20 auch mal nur 2 Mikrogramm sein können.

Und wie immer gilt: Man muss auf die Herkunft achten. Handelt es sich um Rindfleisch von Rindern an der Ostküste Argentiniens, oder vielleicht nur um das traurige, einheimische Rind?



Fazit



Man darf nicht jede Jodquelle mit anderen Nahrungsmitteln über einen Kamm scheren. Bei meinen Recherchen habe ich unter anderem herausgefunden, dass Produkte, die in den USA als jodhaltige Lebensmittel gelten, in Deutschland erstaunlicherweise nicht zu den besten Jodquellen gehören.

Das liegt, wie bereits erwähnt, daran, dass der Nährboden in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stichwort: Jodmangelgebiet) nicht ausreichen für eine Versorgung des wichtigen Spurenelements sorgen kann. Gleichzeitig wurden Früchte, die in den USA als äußerst jodhaltige Lebensmittel eingestuft wurden, an der dortigen Küste angebaut, wo unglaublich viel Jod in der Umgebung lagert.

Wer Jodmangel vorbeugen will und den Jodbedarf decken will, sollte daher zu den Nahrungsmitteln greifen, die von Natur aus einen hohen Gehalt haben. Das sind hauptsächlich die Erzeugnisse des Meeres, wobei Algen ja sogar für Vegetarier geeignet sind. Einer Schilddrüsenerkrankung lässt sich so leicht aus dem Weg gehen.

Wer sich, davon abgesehen, gerne mal wieder gesünder ernähren möchte, sollte selbstverständlich auch die anderen Artikel dieser Internetseite lesen. Ich lade sehr herzlich dazu ein!

Kommentare:

  1. Meine Meinung ist, dass die Kodierung der Nahrung viel zu hoch ist und somit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse hervorgerufen werden. In Milchprodukten ist oft unkontrolliert viel Jod enthalten. Seit jodierung der Nahrungsmittel, sind die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen sprunghaft angestiegen.
    Gruß Franz

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    1. Hallo Franz,

      das kann bei einigen Leuten tatsächlich zu solchen Schwierigkeiten führen. Es ist aber immer einzelfallbezogen. Ich selbst habe zum Beispiel über einige Monate eine sehr riskante Selbstbehandlung mit lugolscher Lösung durchgeführt, die mich sehr wach und aktiv gemacht hat. Die Jod-Menge war radikal hoch, aber geschadet hat es mir nicht, stattdessen war ich sehr vital in dieser Zeit.

      Wer keine Schilddrüsenüberfunktion hat, kann durchaus von jodhaltigen Lebensmitteln profitieren, wenn er sich ansonsten schlapp und müde fühlt.

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